Freitag, 24. Juli 2009

Spezielle Israelische Hochzeit

Rafi, ein Patient von unser Station hat mich gefragt ob ich mit ihm auf ne Hochzeit kommen würde. Es ist immer so das ich natürlich nicht alles ganz genau verstehe weil die so schnell Hebräisch reden. Bin deswegen schon sooft in Fettnäpfchen getreten. Hochzeit, den Tag und die Uhrzeit verstand ich. Am Dienstag Abend nach einer Nachtschicht. Ich sagte so schnell ja das ich mich im Nachhinein wider ärgerte. (Rafi ist der linke im Bild, der rechte ist Gihad, oder Giegie ein Patient mit der meisten Coolness im Alyn aber auch sehr anstrengend) Irgendwie gings mir nicht so gut, hatte wenig geschlafen und mich irgendwie erkältet. Als ich Montag zur Nachtschicht los ging merkte ich schon das etwas nicht stimmte. Mich erwischte es voll. Vielleicht durch die Klimaanlagen oder die Arbeit. Ich war kaum noch fähig zu arbeiten, mich auf den Beinen zu halten oder sonst was zu tun. Ich fror, hatte nen dicken Hals und dicke Mandeln, nen dröhnenden Kopf usw. Und die Patienten klingelten irgendwie besonders viel in dieser Nacht. Zog mir nen Jogginganzug von Fares über, trank Tee, bekam Schmerztabletten von der Nurse und arbeitete noch die Schicht bis zum Ende, zum Groll von Angela die mir die ganze Zeit über Skype riet einfach nach Hause ins Bett zu gehen. Hätte ich vielleicht auch machen sollen. Stellte mir den Wecker auf 14 Uhr weil wir da eigentlich filmen wollten für unsere Alynfilm der auf dem Seminar gezeigt werden sollte. Schlief danach dann weiter bis um 18 Uhr. Mir gings immer noch dreckig. Machte mich trotzdem fertig mit Anzug und schicken Klamotten. Angela war echt n bisschen sauer auf mich das ich das machte, aber ich hatte es Rafi ja versprochen. Nahm vorsichtshalber Tabletten mit obwohl ich nicht vorhatte die zu nehmen. Bin kein Fan von Medizin. Die Fahrt ging schon gut los. Laute Musik schon im Auto, ich schwitzte als einziger, hatte Kopfschmerzen und nen dicken Hals. Zum Glück fuhren wir nicht wie ich es verstanden hatte nach Haifa sondern nach Petah Tiqwa. Dort suchten sie über eine Stunde den Veranstaltungsort. An jeder Kreuzung wurde angehalten und das Fahrzeug auf der Nebenspur angesprochen. Anstatt sich davor zu informieren macht man es dann auf die Israelische Art. Nach ner endlosen Suche fanden wir es endlich. Ich wäre am liebsten gleich wider mit dem Fahrer nach Hause gefahren. Ging ja aber nicht. Rafi freute sich wie ein Schneekönig. Also rein ins Gebäude wo die Musik schon laut raus tönte. Die erste Überraschung, überall Behinderte. Rafi kannte die meisten von ihnen. Nun bekam ich auch mit das zwei Behinderte heiraten würden. Rafi wurde mir von seinen alten Bekannten quasi abgenommen. Ich holte mir ne Coke stellte sie aufn Tisch, danach bin ich los um was Essbares auf zu treiben. Als ich mit ein paar Frühlingsrollen widerkam war meine Cola weg. Schnell die Frühlingsrollen gegessen und dann ging es auf einmal auch schon los mit der Zeremonie. Stellte mich schön nach vorne hinter die Rollstühle und hab alles gut mitbekommen. Die ganze Zeremonie, den Rabbi, und alle Dinge die zu einer Israelischen Hochzeit dazu gehören. Als am Ende das Glas zerbrochen wurde (die Freunde hoben den Rollstuhl des Bräutigams an, legten das Glas drunter und ließen den Rollstuhl drauf fallen was beim ersten Mal nicht so klappte) schrien alle mazel tov und die Party startete. Musik, Disco alle fingen an auf der Stelle wo sie eben noch still standen und der Zeremonie gelauscht hatten an zu tanzen. Oh man kein Ort für mich. Ich verdrückte mich zu den Esstischen. Nach einiger Zeit wurde die Party unterbrochen und alle (alte Omas, kleine Kinder und alle anderen Generationen kamen von der Tanzfläche) setzten sich an die Tische. Es gab Essen. Bekam nen großen Teller mit allen möglichen guten Sachen. Wollte aber erst Rafi füttern. Nachdem er drei Bissen genommen hatte kam das Brautpaar auf die Tanzfläche gefahren und führte den Eröffnungstanz vor zu ner Technoversion von Fluch der Karibik. Danach strömten wider alle Leute, jung und alt, auf die Tanzfläche. Wie ne Panik, alles wurde stehen und liegen gelassen, das gute Essen, die Behinderten die nicht selbst fahren konnten, einfach alles. Komischerweise hatte alle Männer die davor eine trugen nun keine Kippa mehr auf. Man voll die Party, Disco, Techno, voll das richtige für mich. Sowas nervt mich ja schon normalerweise aba in der Situation mit fetten Kopfschmerzen und so. Boaaaaaaaaaaaaaaahh...Als ich mich nur noch Kopfschüttelnd vom Geschehen wider meinem Essen zu wandte und den ersten Bissen nehmen wollte war das gute Essen auch schon alles abgedeckt. Nahm noch schnell ein Brot und ein paar Dressings die rum standen denn wie ich befürchtete, war es danach nicht mehr möglich noch irgendwas Essbares auf zu treiben. Es gab nur noch Getränke welche ich mir auch ständig neu holen musste denn wenn ich mich nur kurz vom Essenstisch abwandte und Rafi beobachtete oder die ganzen anderen verrückten, tanzende Israelis war mein noch nicht mal halbleeres Glas sofort abgedeckt. Rafi war die ganze Zeit mitten im Geschehen. Er bewegte sein Joystick einfach immer vor und zurück, so wackelte sein Kopf die ganze Zeit und er gehörte auch zu der tanzenden Meute. Nachdem der Fahrer schon ordentlich Druck machte zogen wir ab. Zum Glück, es waren bestimmt drei Stunden vergangen in denen Rafi auf der Tanzfläche war und ich mir dauernd neue Colas holen musste. Cool war das ich nichts zu tun hatte und die ganze Zeit Bibel lesen konnte. Wurde oft angequatscht ob nicht auch tanzen wolle, aba zum Glück hatte ich die Ausrede das ich ja auf Rafi achten müsste. Der war aba so beschäftigt, wie gesagt musste ihn nicht mal richtig füttern. Im Auto schlief ich während Rafi die ganze Zeit wie verrückt von seinen Erlebnissen auf der Tanzfläche berichtete. Endlich im Alyn brachte ich Rafi nur noch zu seinem Raum und fiel danach in mein Bett. Konnte am nächsten Tag ausschlafen. Es ging mir dann auch schon viel besser und ich hatte nicht eine einzige Tablette genommen. Israelische Hochzeiten muss ich nicht mehr besuchen, man kann auch in eine Disco gehen, es ist fast das gleiche.

Sonntag, 12. Juli 2009

Fotoshooting in Tel Aviv

Anfang Juni hatte ich nen Fotoshooting in Tel Aviv. Die Geschichte die ziemlich komisch und verrückt ist folgt jetzt. Eine Patientin von unser Station studiert irgendwas mit Modedesigning usw in Tel Aviv. Ich war schon öfters mit ihr da denn sie braucht immer eine Begleitung. Wie gesagt Anfang Juni halt hatte sie ne Zwischenprüfung oder so was wo jeder Teilnehmer Filmemacher und ein seiner Filme zugewiesen bekommen hat. Mbal die Patientin ausm Alyn hat Tim Burton und den Film Edward mit den Scherenhänden und Pretty Woman von Garry Marshall bekommen. Ihre Aufgabe bestand darin die Hauptfiguren, also Julia Roberts und Johnny Depp, als Models ausfindig zu machen und sie so wie im Film zu stylen für ein besonderes Foto aus dem Film. Irgendwie kam sie auf mich, keine Ahnung ich finde ich seh nicht aus wie Johnny Depp, und fragte mich dann auch gleich ob ich das machen würde. Ich Depp verstand nicht richtig was sie wollte und hab aba zugesagt. Keine Ahnung warum. Als sie mir dann erzählte was sie wirklich von mir will und was ich alles machen musste hab ich mir nur an den Kopf gefasst. Ich hatte keine Ahnung von dem Film und den Regisseur. Bei Gelegenheit guckt euch mal nen Trailer oder einfach Bilder im Internet an. Als ich diese sah bekam ich echt nen Schreck. So sollte ich aussehen? Als erstes musste ich mir die Haare schwarz färben. Dann brauchte ich allerhand Klamotten und anderen Kram. Die Haare hab ich mir in der Nacht davor selbst färben müssen weil niemand da war der mir helfen konnte. Ich hab natürlich alles falsch gemacht was man dabei falsch machen konnte. Hatte am Ende nicht nur schwarze Haare sonder mein halber Körper und das halbe Bad war schwarz. Im Fotostudio wurde ich dann erstmal geschminkt bis zum geht nicht mehr. Gesicht weiß, Auge schwarz. Mit Cowboystiefeln und Hosenträgern.Außerdem waren in dem ganzen Gebäude nur Frauen und ich. Schrecklich wenn die alle an dir rumzupfen und irgendwas in fremden Sprachen über dich reden. Ich wollte die Sache nur schnell hinter mich bringen. Dann ein weiteres Problem ich durfte, oder besser gesagt musste, nur ernsthaft gucken da die Figur im Film nicht lachen kann. Ich sah aba so lächerlich aus und konnte eigentlich nichts anderes tun als lachen. Nicht mal schmunzeln war erlaubt, echt hart. Irgendwann war es endlich vorbei. Da hab ich dann nach einem Foto gefragt wo sie ernst und ich glücklich gucken könnte. Das einzige dieser Art im Gegensatz zu 100 anderen Bildern. Ich blieb gleich in Tel Aviv am Strand und bin dann nach Petah Tiqwa gefahren. Tja so bekommt man schwarze Haare welche eigentlich nach 2-3 Wochen, laut Verpackung, wider verschwinden sollten. Tja tun sie aba nicht, vielleicht weil ich das Zeugs falsch angewendet hab. Naja, vergleicht aber mal die Bilder oben im Eintrag aus dem Orginal Film und die Nachahmung von Mbal. Nicht schlecht oder? Die sogar für viel Geld extra diese Kleid gekauft was Julia roberts im Film trug.Mal wider ne Erfahrung reicher geworden, denn ich weiß ich muss nicht noch einmal ein Fotoshooting über mich ergehen lassen. Die Bilder sind aba anscheinend gut geworden denn meine Patientin hat mit voller Punktzahl bestanden und ein Bild wird in der Jerusalemer Mall für irgendein Werbe Zweck aufgehangen. Außerdem kann ich immer erzählen ich war mal in Tel Aviv in nem Fotostudio mit lauter Frauen, falls es mir was bringen sollte...?!