Samstag, 24. April 2010

Meine WG ;-)

Ich lebe ja zurzeit in einer „3er WG“ zu hause bei meinen Eltern. Haha, das mit der WG habe ich mir nicht ausgedacht aber es kommt einem WG Leben wie ich es kenne doch ziemlich nahe. Meine Eltern haben beide, in der Zeit als ich in Israel war, ebenfalls ihre Erfahrungen mit dem WG Leben der heutigen Zeit gemacht. In Australien und Indien, wer weiß wie die Zustände da waren? Auf jeden Fall erleben wir sehr viel zusammen, an chaotischen Dingen und Aktionen wird nicht gespart. Als ich von Israel nach Hause kam sind wir erstmal losgezogen und haben vom Sperrmüll ein Regal und sonst noch Kram besorgt, haha wie in Jerusalem mit der guten alten Alyn WG.
Meine Mutter ist auf dem Indien Trip und kocht fast nur noch indisch weil ihr dort das Essen so gut gefallen hat und sie alle Geschmäcker für Fleisch und andere gute Dinge verloren hat. So essen wir alle drei Tage feurig scharfen Reis, Kuskus oder Linsengerichte, auf jeden Fall indisch. Und weil man in Indien kein Besteck benutzt essen wir auch ohne.
Zum Glück sind wir drei Leute in der „WG“ und so wechseln wir uns Tag für Tag mit der Küchenarbeit ab und es gibt dann doch noch Abwechslung. Hin und wieder wird sich ordentlich „verarscht“. Einmal wurde es echt makaber. Ich war letzte Woche irgendwie angeschlagen und hatte unter anderem dauernd Nasenbluten. Als ich beim niesen meinen Pullover und Hose rot sprenkelte und mir das Blut das halbe Gesicht bedeckte musste erst meine Mutter drunter leiden. Sie dachte ich wäre hingeknallt und hätte mir die Nase gebrochen, ich hatte zuvor etwas herunterfallen lassen und laut geschrieen, hehe.
Dafür revanchierte ich mich dafür, dass sie mir zuvor einen rieseigen Mistkäfer aus dem Garten ins Zimmer geschleust hatte. Wir waren also quitt. Irgendwie kam dann bei uns beiden die Idee auf meinen Vater zu schocken. Der war noch in der Gemeinde zu irgendeiner Veranstaltung und kam gegen 10 Uhr abends wieder. Wir durchmölten das ganze Haus, stießen Stühle um, rissen die Schubladen auf, machten alles unordentlich, bestrichen ein paar Messer mit meinem Blut und legten sie in der Wohnung aus und ließen alle nach einem Einbruch aussehen. Dann legten wir uns beide in den Flur ich mit meinem Blutigen Gesicht sichtbar in den Eingangsbereich.
Als mein Papa dann kam hörten wir ihn zuerst ein paar Stühle hinstellen und dann langsam die Treppe hochkommen. Tja, nichts mit Schock oder so. Er nahm es alles total cool hin und merkte sofort, dass es ein schlechter Scherz war. Zum Glück ist es so, und ohne Polizei oder Herzinfarkt, ausgegangen.
Eine andere Sache passierte erst letztens. Meine Mama war mit kochen dran und rief auf einmal durchs ganze Haus. Es brennt, es brennt. Sie hatte Öl im Wok auf der heißen Herdplatte vergessen. Die ganze Küche war schwarz. Haha, es war zu herrlich. Ich eilte statt zu helfen gleich mit der Kamera herbei und hielt es fest so gut es ging. Die große Flamme habe ich leider nicht mehr erwischt.
Die Beschichtung des Woks war weggebrannt und hing in kleinen Aschepartikeln in der ganzen Küche an der Decke. Dies bedeutete aber keinesfalls, dass danach nicht indisch gekocht wurde. Aber selbst einer erfahrenen Küchenfrau kann so was immer noch passieren, die Überraschung darüber stand ihr noch im Gesicht geschrieben. Wie die WGs von Hagoshrim ist auch unsere gastfreundlich. Natürlich musste ich ein Foto machen als ein paar Exvolos zu Besuch da waren.

Samstag, 10. April 2010

Karfreitag - Pessah

Wir haben als Gemeinde zusammen am Karfreitag statt dem traditionellen Gedenk- und Besinnungsgottesdienst dieses Jahr etwas ganz anderes gemacht. Ein messianischer Jude von den, auch in Deutschland tätigen, Jews for Jesus (Juden für Jesus) kam zu uns und wir feierten zusammen den Sederabend. Die ganze Gemeinde hatte einen Teller mit allen symbolischen Nahrungsmitteln vor sich. Wir verkürzten die Feier auf 2 Stunden, weil alle Kinder dabei waren und zwischendurch eine ökumenische Tradition im Dorf stattfand. Jeden Karfreitag treffen sich alle Christen aus dem Dorf und tragen und stellen gemeinsam ein Kreuz auf. Wir feierten also den Sederabend, freuten uns. Dann kamen die Lutheraner und Katholiken alle eine wenig in Trauerstimmung. Wir Freikirchler dagegen kamen alle begeistert aus dem Gemeindehaus geströmt in Feierstimmung und über die Thematik diskutierend. Naja, wir machten die Tradition mit dem Aufstellen des Kreuzes mit und gingen danach wieder ins Gemeindehaus um weiter zu feiern. Dies taten wir gemeinsam mit dem messianischen Juden aus Russland, der ein wenig an seinem Akzent zu erkennen war. Die Sederfeier hielt er in traditioneller Kostümierung.
Mich und viele aus der Gemeinde begeisterten viele Ansichten und Übertragungen auf Jesus. Ein paar die ich hervorragend fand und ich euch weitergeben wollte.
„Der Messias kommt aus dem Samen der Frau – daher zünden die Frauen die Kerzen an (Shabbat/Sederbaend), Jesus ist das Licht der Welt.“
„Der Kern des Pessah ist Erlösung, wir müssen heute das vergossene Blut der Erlösung von Jesus symbolisch an die Türpfosten unseres Herzens streichen.“
Das faszinierendste für mich war der Vergleich des Mazza Brotes mit Jesus. Jetzt weiß ich was Jesus meinte wenn er davon sprach, dass er das Brot des Lebens sei. Während des Sederabend geschieht folgendes. Alles zusammen eine einmalige Symbolik und ein Hindeuten auf Jesus den Messias. In einer Tasche liegen übereinander drei ungesäuerte Brote die Mazzoth. Sie sind eins, „echad“. Das mittlere wird am Anfang der Sederabend Zeremonie herausgenommen, gebrochen, symbolisch begraben und versteckt. Jesus wird aus der Dreieinigkeit genommen, das mittlere Mazza, Vater, SOHN (in der Mitte) und Heiliger Geist. Er wird zerbrochen und begraben. Die Kinder dürfen später dieses Mazza suchen. Das Mazza ist makellos ohne Fehler, wogegen das ungesäuerte für unsere Sünden steht, deswegen unrein. Außerdem ist das Mazza gestreift und durchlöchert. Jesus ist rein und ohne Fehler wie das Mazza. Er wurde ausgepeitscht und gegeißelt, er war voller Striemen und Streifen und am Kreuz wurde er durchbohrt. Nach dem Finden des versteckten, begrabenen Mazza wird es in Stücke so groß wie Oliven gebrochen und zusammen mit dem dritten Becher Wein, der Becher der Erlösung, getrunken. Durch seine Auferstehung und das Annehmen bzw. Aufnehmen seines gebrochenen Leibes und vergossenen Blutes haben wir die Erlösung (Essen des Mazza Stückes und Trinken des Weins). Auch das wir das Abendmahl, die Erinnerung an seinen Sühnungswerk, genauso feiern, wie die Juden den Becher Wein der Erlösung an Pessah mit den Olivegroßen Mazzastücken zu sich nehmen. Gott ist schon genial. Ich war echt begeistert. Ist es nicht immer wieder erstaunlich wie komplex und sinnvoll Gottes Wort doch ist, wie sehr die Geschichte der Juden und die Geschichte des Kreuzes zusammenhängt!

Für den der nicht weiß wohin er mit dem ganzen von der Pessahwoche übergebliebenem Mazzot hinsoll, der schaue sich das Video an :-D

http://www.youtube.com/watch?v=xMSEFCQCKPo

Donnerstag, 1. April 2010

Mein altes Fahrrad

Man da ist man ne kurze Zeit im Ausland und alle Dinge die man mal besaß sind kaputt oder die eigenen Brüder haben sie einem enteignet :-) Mein altes Fahrrad war noch da, doch zwei Winter ohne Pflege sind ist ihm nicht bekommen. Ihr seht ja selbst wie es aussieht. Es ist ja auch schon ein sehr altes Fahrrad, seit der 6. Klasse kurve ich damit rum.
Seht euch die Fotos an, es ist, denke ich verständlich warum meine Brüder das Rad nicht mitnahmen oder sonst auch niemand anderes. Angeschlossen war es nicht, und das für fast 2 Jahre. Das beweist mehr als genug :-)


Es hat die Touren durch mehrere Länder durchgehalten. Es war nun auch schon fast 10 Jahre alt. Der Sattel war nebenbei bemerkt normal so wie ihr ihn auf den Fotos seht :-) Habe das Schaumstoffpolster auf meiner der Touren verloren, wo man mein Fahrrad noch mit Gepäckstaschen belasten konnte.
Ich erinnere mich noch gut dran wie der Sattel plötzlich weg war ich aber dann noch über 50 Kilometer zu meinem Ziel bloß auf der Metallvorrichtung fahren musste. Das gute daran, ich gewöhnte mich an den harten "Sattel", also an das Metallgestell, und so war es sicher vor Diebstahl, denn kein Dieb hätte sich das angetan, jeder wäre freiwillig gelaufen, hahaha!Nun kam der Zeitpunkt an dem ich es entsorgen musste. Es war wirklich nichts mehr daran was sich lohnte zu retten. Aber schwer viel es mir trotzdem. Als ich das Rad bekam war es fast größer als ich, son kleiner Rotzbengel war ich damals noch! Naja, dies ist dann ein Aufruf oder ein Gedenken an mein bestes Fahrrad *schnüff*. Haha mir fällt dazu nur ein Satz ein. Jesus der Schlaufuchs wusste mal wieder Bescheid: Matthäus Evangelium 6,19 - Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost sie zerstören, und wo Diebe durchgraben und stehlen; aber sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie zerstören, und wo Diebe weder durchgraben noch stehlen; denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Zu dem Thema Rost muss ich wohl nichts sagen. Also mein Fahrrad liegt jetzt aufm Schrott, ich habe es wortwörtlich zu Grabe getragen, es war so leicht geworden weil die Hälfte aller Dinge geklaut oder komplett verrostet sind (wenn so was physikalisch überhaupt möglich ist). Mit einem letzten Wurf habe ich mich dann von dem guten Stück getrennt. Mir gehts trotzdem gut, muss nur leider immer zum Büro latschen denn mein gutes Schülerticket für den Bus hab ich ja natürlich auch nicht mehr. Die Zeiten ändern sich.