Dienstag, 15. Dezember 2009

Deutschland ich komme

So nun ist es soweit. Morgen fliege ich los. Habe mich schon ganz gut verabschiedet, von den vielen besonderen Orten und Plätzen nicht von Personen. Es scheint mir echt perfekt vor zu kommen. Ein kleiner Abschied bereits jetzt, und der eigentliche erst im Februar wird dadurch ein wenig heruntergestutzt. So hoffe ich es jedenfalls. Ich hatte mich schon im Sommer darauf eingestellt bald nach Hause gehen zu müssen und hatte echt ne heftige Phase wo ich überall immer gedacht hatte ich erlebe dies und das jetzt wohl das letzte mal. Habe von allen möglichen Dingen Bilder gemacht. Mülltonnen, Busse, Katzen, Straße, Autos und allen sinnlosen Kram. Haha, die Phase wird wohl nochmal im Januar kommen denke ich. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt auf Deutschland. Alle Bekannten und Verwandten wieder zu sehen. Durchs Land zu Touren und Weihnachten mit der Familie zu feiern. Am 2. Januar komm ich wieder, als Überraschung für Eitan einer unserer Patienten der am besagten Datum Geburtstag hat und alles verschieben wollte weil er mich bei seiner Feier dabei haben will. Hehe, jetzt wird er halt überrascht. Hab mir einen vorletzten tollen Abend gemacht, mit Erdbeeren essen :-) ja die Erdbeeren Saison hat angefangen, die Schildaktion vom vorherigen Eintrag, und es einfach genossen durch Jerusalem zu wandeln. Morgen werden wir noch eine Weinnachts oder Adventfeier im Hauskreis haben, wohl der perfekte Abschluss für das Jahr 2009 in Israel. Warum ich denke das es Zeit ist langsam nach Hause zu kommen? Haha, ich habe die Zeichen gedeutet. Mein Honig ist alle. Das heißt, es ist soviel drin das gerade noch für meine letzte Frühschicht am Mittwoch reichen wird. Hatte also ein Jahr fast durchgehend Honig. Ganz herzlichen Dank an alle die mich immer versorgt haben. Hab von so vielen verschiedenen Leuten Honig bekommen. Kann es schon gar nicht mehr aufzählen wie viele Gläser ich hier gelehrt habe. Deutscher Honig in Israel. Von daher, es ist Zeit nach Hause zu kommen. Natürlich nicht nur um neuen Honig ein zu kaufen :-) Sehen uns in Deutschland, Leute. Von meiner Seite dann mal ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr. Weiß nicht ob ich in Deutschland was aufn Blog schreiben werde. Mal sehen. Yalla by von Thomy, im Moment noch von Jerusalem, Israel.

Yes, ja, juhu, jippi, yeha, strike, oiwawoi

Ich bin sichtlich erfreut. Warum? Einfacher Grund. Ich erzähl die Geschichte. Wer sich erinnert, im März diesen Jahres bin ich und ein paar andere Leute den Jerusalem Halbmarathon gelaufen. Steht auch auf dem Blog unter April (http://thomy-in-israel.blogspot.com/2009_04_01_archive.html), eine lustige Geschichte mit verschlafen und zu spät kommen etc, wer es nachlesen möchte einfach auf den link klicken.


Hier ein Video von nem Fotographen der mitlief und unterwegs Fotos schoss. Bei Minute 1,58 - 2.00 sind Krissi und Svenja zu sehen, bei 2,03 Marvin rechts im Bild mit weißer Tennishose und das allerbeste bei genau 2,16 sieht man das Alyn hinten auf dem Berg!
Doch nun zum Grund dieses Eintrages. Die Marathonstrecke war mit Schildern nach jeden Kilometer markiert. Diese verschwanden nach dem Marathon, wurden abgenommen oder geklaut. Ein eiziges blieb zurück, vielleicht weil es so fest war das es niemand abbekam. Es hing auf der Wegstrecke der alten Assembly, die Gemeinde die wir besuchen, nach Gilo. Ab und zu wenn wir nach der Gemeinde noch zusammen noch in die anderen WGs gingen kamen wir am Schild vorbei. Und immer versuchten wir dieses blöde Ding abzubekommen. Jeder drückte, schob, zob, wir kletterten auf den Baum und traten dagegen. Alles half nichts. Es entwickelte sich eine Art Wettbewerb, wer wohl das Schild abkriegen würde. Ich bin sooft vorbei gejoggt, manchmal extra in der Nacht damit mich niemand sähe, nur um das Schild zu bekommen. Ich nahm, als ich regestrierte, dass ich es ohne nicht schaffen würde sogar immer Werkzeug mit. Es half alles nichts. Einmal bin ich zum Hauskreis nach Gilo extra mit Joggingklamotten gefahren um auf dem Rückweg entgültig dieses Schild zu bekommen. Als Krissi das merkte wollte er noch schnell vor mir loslaufen. Aber es brachte nichts, ich machte nur mein Taschenmesser kaputt als ich das Schild losbekommen wollte. Anscheinend ahnte Krissi das, weswegen er wohl nicht mehr kam. Da wir es also ein halbes Jahr nicht schaffte ein einfaches, mit 2 Nägeln fixiertes Schild von einem Baum runter zu kriegen, gaben wir es irgendwie auf und begnügten uns damit, nach Krissis letzen Assembly Besuch und der letzten Möglichkeit das Schild zu bekommen, einfach ein paar Fotos zu machen. Das war im Oktober. Heute, ein Tag bevor ich nach Deutschland fliege überkam es mich und ich rannte zu diesem blöden Schild. Als es dunkel war machte ich mich mit dem größten Schraubenzieher den wir in der WG hatten ans Werk. Nebenbei bemerkt. Dieses Schild hängt schon ein gutes Stück vom Alyn Hospital entfernt. Wenn man also einmal versuchte es zu holen musste man immer fast 7 Kilometer laufen, wie oft lief ich diese 7 Kilometer, im bergigen Jerusalem, umsonst! Tja, aber an diesem Abend war es nicht umsonst. Haha, jap ich habs geschafft. Nach minutenlangen rütteln und Kraftanstrengungen hatte ich die mittlerweile rostigen Nägel heraus bekommen. Was für eine Freude. Leider hab ich den guten Schraubenzieher total zerlegt. Der ist verbogen in alle Himmelsrichtungen. Manch einer fragt sich jetzt sicherlich berechtigt, warum so viel Aufwand wegen einem Schild? Ersteinmal, es ist nicht irgendein Schild, es ist das ultimative Schild. Außerdem haben wir so viele Schilder in der WG, alle nur aufgelesen und nicht abgeschraubt oder so, das es wohl zu einer Art Sport für Alyner geworden ist alte Straßenschilder mit zu nehmen. So bin ich beispielsweise nachdem ich das Marathonschild hatte einen kleinen Umweg gelaufen weil ich am Morgen ein anderes tolles Schild (Fußgängerübergang, haben wir noch nicht in der WG) auf dem Boden liegen sah. Leider war es am Abend schon weg. Bestimmt von einer anderen deutschen Volontärs WG geholt worden :-). Eine Geschichte die passend dazu erwähnenswert scheint, ist die von unserem Alynschild. Wir holten in einer Nachaktion ein riesen großes und schweres Schild vom Alyn Hospital in unsere WG. Das war echt nen Knochenjob. Das Schild lag schon ewig in einer Hecke ohne gebraucht zu werden. Es war das Prungstück unser WG und stand lange Zeit auf dem Kühlschranck. Jetzt nicht schokiert sein für alle die noch wissen wie toll es war und wo es stand. Es ist weg. Bei einer Art Inspektion unser WG von einer Person mit hohen Amt des Alyns wurde es entdeckt. Zum Glück wurden statt mit Vorwürfen, wie wir es verdient hätten, mit Dank überschüttet. Das Schild galt als verloren und wurde neu beantragt was anscheind einen Haufen Geld kostet. So wurden wir gebeten unsere Beute ins Büro des Chefs zu tragen. Dieser staunte nicht schlecht als er das Schild sah, bedankte sich auch noch persöhnlich. Ich sagte nichts zu dem ganzen Geschehen und stellte das Schild einfach blutenden Herzens ab. Haha, das beste war als Sharon, unsere Volontärsbetreuerin, fragte ob ich denn dabei gewesen wäre als wir dieses Schild "geklaut", in unser WG Sprache "gemobbst" (klingt weniger schlimm) hatten. Tja, alle Kreise schließen sich irgendwie doch immer wieder.Hier ein stolzes Foto, ich mit meiner Marathonstartnummer und dem erbeutetem Schild :-).

Soreq - Stalaktiten und Stalagmitenhöhle

Angelas Bruder war zu Besuch bei uns. Als die beiden Kunzes von einem Ausflug wiederkamen und Angela arbeiten musste fuhren wir, Joachim und ich, mit Sebastian in die nahe an Jerusalem liegende Stalaktiten und Stalagmitenhöhle bei Beit Shemesh. Es war ein toller kleiner Ausflug, sowohl für Sebastian der etwas vom Land sehen konnte als auch für uns die wir mit dem Auto zum Nationalpark gefahren worden sind. Normalerweise ist die Anfahrt zu bestimmten Nationalparks immer etwas schwierig, da es meistens nie direkte Busse gibt und man immer einen ganzen Tag verplanen muss. Außerdem fährt man eigentlich nicht nur nach Ashkelon um den Nationalpark zu besuchen (als Beispiel). Somit waren alle beteiligten glücklich über die Möglichkeit. Wir fuhren also mit dem Auto hin und mussten noch ein wenig warten, denn es konnten immer nur Gruppen mit Führung und keine Einzelpersonen in die Höhle reingelassen werden.So konnten wir aber noch vor der Höhle die tolle Landschaft, tieffliegende Hubschrauber oder was auch immer festhalten, so wie die typische und mittlerweile sehr bekannte Nationalparksflagge. Als es los gin sahen wir ein Film und bekamen dann aber leider nur eine Führung auf Hebräisch mit spärlichen englischen Bemerkungen. War aber egal, wir verstanden schon das wichtigste und es ging ja hauptsächlich um das ansehen der Stalaktiten und Stalagmiten, welche in Israel jährlich Tausende Besucher anziehen. Die Geschichte der Höhle beginnt im Mai 1968 als man bei Sprengarbeiten in einem nahegelegenen Steinbruch bei Beit Shemsesh diese Höhle entdeckte. Mit 82 Metern Länge, 60 Metern Breite und 15m Höhe ist sie nicht besonders groß, ihre Tropfsteine sind aber schätzungsweise mehrere tausend Jahre alt. Ihr Durchmesser reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Metern. Wir haben die Tropfsteine bewundert und am Ende durfte wir ein paar Bilder machen, normalerweise ist fotografieren nur am Freitag erlaubt, wir waren an einem Montag da. Nachdem wir die Tour genossen hatten fuhren wir wieder zurück nach Jerusalem, aßen Falafel und unternahmen noch etwas zusammen in der Altstadt.

Samstag, 12. Dezember 2009

Trip durch den Negev

Wir haben zu viert, alle Jungs aus der WG, eine Tour mit dem Auto durch den Negev bis nach Eilat gemacht. Innerhalb von 36 Stunden haben wir in drei Meeren gebadet, waren an der Grenze zum Gaza (wirklich, direkt vorm Grenzübergang), zu Ägypten und zu Jordanien. Wir haben so viele Bilder und Filme gemacht, das s ich garnicht alles berichten kann. Aber wir haben einen kleinen Trailer der einen kleinen Einblick in die verrückten Aktionen bietet die wir gemacht haben. Unbedingt bis zum Ende schauen. Hier auf den link klicken oder unten aufs Video.
http://www.youtube.com/watch?v=1NwSosXQa1w

Tel Aviv

Matt und ich sind am letzten Donnerstag nach der Frühschicht nach Petah Tiqwa gefahren. Dort wollten wir uns mit Hendrick treffen. Als wir ankamen wurden wir mit Pizza und frisch gepressten Orangensaft begrüßt. Wir tauschten uns aus und hatten gute Gemeinschaft. Matt fuhr am Abend wieder los weil er am nächsten Tag Frühschicht hatte. Ich blieb denn ich wollte am Freitag Vormittag irgendwas in Tel Aviv unternehmen. Meine Liste sozusagen abarbeiten, mit vielen Dingen die ich noch nicht besichtigt habe. Wie das Diaspora oder Palmach Museum. Leider hatten beide am Freitag aufgrund des bevorstehenden Shabbats schon geschlossen. So fuhr ich mit dem Bus zum Azrieli Center, dem höchsten Gebäude in Tel Aviv. Es besteht aus drei Türmen. Ein Kreisförmiger, Dreieckiger und Viereckiger Turm. Sie sollen, was ich mal gehört habe den drei Türmen auf Massada, die ebenfalls die gleiche Form hatten, nachempfunden sein. Somit sind die Türme natürlich auch ein Zeichen für die Hartnäckigkeit und den Überlebenswillen des Volkes, wurde mir erzählt. Auf jeden Fall gibt es dort eine riesige Shopping Mall mit vielen Rolltreppen. Ich wollte eigentlich nur auf den höchsten Tower steigen und die dortige Observatoriumsplattform besichtigen. Zuvor irrte ich aber erst durch die mehrstöckige Einkaufsmeile. Oberstes Stockwerk des Einkaufscenters mit Blick durch die Kuppel auf die Drillingstürme. Oben fand ich tatsächlich den Eingang, bezahlte brav meinen Studentenpreis und fuhr mit einem sehr flotten Fahrstuhl ins 49. Stockwerk. Der ging so schnell das mir mein Magen zwischen den Beinen hing, hatte ich das Gefühl. Oben war das gesamte Stockwerk als Aussichtplattform ausgebaut. Man bekam Audioguides die einem zu jeden sichtbaren Gebäude und Straße informierte. Die Türme stehen ziemlich zentral, sodass man einen Ausblick über fast die ganze Stadt genießen konnte. Den Flughafen, Petah Tiqwa, Cholon und Beit Yam konnte man problemlos erkennen, und das sind alles Städte die Tel Aviv eingrenzen. Den gesamten Küstenstreifen konnte man erfassen. Ich hab versucht ein Panoramabild zu machen (was sich leider nicht hochladen lässt), was schwierig war, denn die gesamte Küste Tel Avivs beläuft sich den Informationen zur Folge auf 12 Kilometer. Hier einfach mal ein paar Eindrücke aus der Vogelperspektive. Das erste Gebäude ist das Verteidigungsministerium was man eigentlich nicht auf Fotos festhalten darf. Aber hier oben hatte niemand aufgepasst. Danach suchte ich den, an das Einkaufscenter angeschlossene Bahnhof auf, und fuhr mit dem Zug nach Jerusalem. Wollte als Erinnerung ein paar Fotos vom Bahnhof machen. Als ich den wegfahrenden Zug festhalten wollte kam ein Sicherheitbeamter auf mich zu. Hier schon im Bild, man betrachte den Gesichtsausdruck. Er war ziemlich sauer, nahm mir meine Kamera sofort weg und machte mir deutlich das es strengstens verboten wäre hier zu fotografieren. Da ich keinen Bock hatte stellte ich mich als dummer Tourist da, was richtig lustig war. Der arme Sicherheitman der kaum Englisch konnte wurde von mir mit Vorwürfen niedergemacht. Es machte richtig Spass. Da die Diskussion sowieso schlecht für mich verlaufen wäre, hätte ich sie auf Hebräisch geführt und gesagt ich wäre Volontär war ich der dumme Deutsche Tourist der sich darüber beklagte, dass es keine Hinweisschilder gibt, alles auf Hebräisch geschrieben ist und die Sicherheitsleute immer so unfreundlich wären. Das Resultat war das er mir genervt meine Kamera wiedergab und kein einziges Bild gelöscht hatte. Er versuchte es, doch scheiterte an den deutschen Sätzen der Kamera. Er verabschiedete sich zeigte mir den Bahnsteig und machte mir deutlich doch bitte den Zug in 5 Minuten zu nehmen und zu verschwinden. Mit meinen Pass konnte er nichts anfangen weil der abgelaufen war und als ich ihn irgendeine Adresse und Familienname in Jerusalem nannte, ich sagte ich wohne bei Bekannten, Moshe und Diana Bacon, hatte er genug und verschwand während der Zug eintraf. Ich bin schon relativ oft mit dem Zug in Israel herum gefahren aber diese Tour nach Jerusalem stellt alles in den Schatten. Es geht nur Bergauf, wie schon in der Bibel der Weg nach Jerusalem beschrieben wird. Der Zug fährt langsam und länger als der Bus aber dafür durch die geilste Landschaft. Immer langsam die Steigung rauf, welche durch viele Kurven nicht so extrem war. Der Zug fuhr durch ein Tal welches durch einen Fluss geschaffen wurde. Es ging also immerzu am so genannten Nahal Sorek entlang durchs Sorek Tal. Einfach beeindruckend und kaum beschreibbar. Ich hab mich wieder neu verliebt in Israel. Habe geplant die Strecke zu Fuß ab zu wandern wenn ich es noch schaffe. In Jerusalem angekommen, musste ich latschen da schon Shabbat begonnen hatte. Nach einer halben Stunde war ich aber zu Hause, denn der Bahnhof befindet sich etwas außerhalb zwischen Gilo und der Malha Mall. Unterwegs hab ich die ersten Chanukkaleuchter, das jüdische Lichterfest, gesehen. Die Zugtour werde ich jetzt sooft wie möglich machen. Am Alyn angekommen ging dann gerade die Sonne unter und hüllte das Hadassa in ihre Strahlen. Ich entspannte und ging dann zur Nachtschicht.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

WG Blog

Hier nur nochmal der Hinweiß zu unserer Interseite der WG. Wenn ich nicht immer auf meinem Blog berichte so sind doch auf dem WG Blog immer Neuigkeiten von uns allen zu sehen, lesen und zu hören. Jeder aus unserer WG ist berechtigt dort etwas zu veröffentlichen. Schaut es euch einfach an, vor allem die Videos die eine gute Vorstellung der WG weitergeben. Entweder hier klicken http://betreute-wohngemeinschaft-alyn.blogspot.com/ oder in der rechten Spalte unter andere Blogs - Unsere Alyn WG auswählen. Yalla. Dieses Bild stammt von Matt welches bei einem gemütlichen Abend, mit Saft trinken aus Flüssignahrungbeuteln, entstanden ist.