Samstag, 12. Dezember 2009

Tel Aviv

Matt und ich sind am letzten Donnerstag nach der Frühschicht nach Petah Tiqwa gefahren. Dort wollten wir uns mit Hendrick treffen. Als wir ankamen wurden wir mit Pizza und frisch gepressten Orangensaft begrüßt. Wir tauschten uns aus und hatten gute Gemeinschaft. Matt fuhr am Abend wieder los weil er am nächsten Tag Frühschicht hatte. Ich blieb denn ich wollte am Freitag Vormittag irgendwas in Tel Aviv unternehmen. Meine Liste sozusagen abarbeiten, mit vielen Dingen die ich noch nicht besichtigt habe. Wie das Diaspora oder Palmach Museum. Leider hatten beide am Freitag aufgrund des bevorstehenden Shabbats schon geschlossen. So fuhr ich mit dem Bus zum Azrieli Center, dem höchsten Gebäude in Tel Aviv. Es besteht aus drei Türmen. Ein Kreisförmiger, Dreieckiger und Viereckiger Turm. Sie sollen, was ich mal gehört habe den drei Türmen auf Massada, die ebenfalls die gleiche Form hatten, nachempfunden sein. Somit sind die Türme natürlich auch ein Zeichen für die Hartnäckigkeit und den Überlebenswillen des Volkes, wurde mir erzählt. Auf jeden Fall gibt es dort eine riesige Shopping Mall mit vielen Rolltreppen. Ich wollte eigentlich nur auf den höchsten Tower steigen und die dortige Observatoriumsplattform besichtigen. Zuvor irrte ich aber erst durch die mehrstöckige Einkaufsmeile. Oberstes Stockwerk des Einkaufscenters mit Blick durch die Kuppel auf die Drillingstürme. Oben fand ich tatsächlich den Eingang, bezahlte brav meinen Studentenpreis und fuhr mit einem sehr flotten Fahrstuhl ins 49. Stockwerk. Der ging so schnell das mir mein Magen zwischen den Beinen hing, hatte ich das Gefühl. Oben war das gesamte Stockwerk als Aussichtplattform ausgebaut. Man bekam Audioguides die einem zu jeden sichtbaren Gebäude und Straße informierte. Die Türme stehen ziemlich zentral, sodass man einen Ausblick über fast die ganze Stadt genießen konnte. Den Flughafen, Petah Tiqwa, Cholon und Beit Yam konnte man problemlos erkennen, und das sind alles Städte die Tel Aviv eingrenzen. Den gesamten Küstenstreifen konnte man erfassen. Ich hab versucht ein Panoramabild zu machen (was sich leider nicht hochladen lässt), was schwierig war, denn die gesamte Küste Tel Avivs beläuft sich den Informationen zur Folge auf 12 Kilometer. Hier einfach mal ein paar Eindrücke aus der Vogelperspektive. Das erste Gebäude ist das Verteidigungsministerium was man eigentlich nicht auf Fotos festhalten darf. Aber hier oben hatte niemand aufgepasst. Danach suchte ich den, an das Einkaufscenter angeschlossene Bahnhof auf, und fuhr mit dem Zug nach Jerusalem. Wollte als Erinnerung ein paar Fotos vom Bahnhof machen. Als ich den wegfahrenden Zug festhalten wollte kam ein Sicherheitbeamter auf mich zu. Hier schon im Bild, man betrachte den Gesichtsausdruck. Er war ziemlich sauer, nahm mir meine Kamera sofort weg und machte mir deutlich das es strengstens verboten wäre hier zu fotografieren. Da ich keinen Bock hatte stellte ich mich als dummer Tourist da, was richtig lustig war. Der arme Sicherheitman der kaum Englisch konnte wurde von mir mit Vorwürfen niedergemacht. Es machte richtig Spass. Da die Diskussion sowieso schlecht für mich verlaufen wäre, hätte ich sie auf Hebräisch geführt und gesagt ich wäre Volontär war ich der dumme Deutsche Tourist der sich darüber beklagte, dass es keine Hinweisschilder gibt, alles auf Hebräisch geschrieben ist und die Sicherheitsleute immer so unfreundlich wären. Das Resultat war das er mir genervt meine Kamera wiedergab und kein einziges Bild gelöscht hatte. Er versuchte es, doch scheiterte an den deutschen Sätzen der Kamera. Er verabschiedete sich zeigte mir den Bahnsteig und machte mir deutlich doch bitte den Zug in 5 Minuten zu nehmen und zu verschwinden. Mit meinen Pass konnte er nichts anfangen weil der abgelaufen war und als ich ihn irgendeine Adresse und Familienname in Jerusalem nannte, ich sagte ich wohne bei Bekannten, Moshe und Diana Bacon, hatte er genug und verschwand während der Zug eintraf. Ich bin schon relativ oft mit dem Zug in Israel herum gefahren aber diese Tour nach Jerusalem stellt alles in den Schatten. Es geht nur Bergauf, wie schon in der Bibel der Weg nach Jerusalem beschrieben wird. Der Zug fährt langsam und länger als der Bus aber dafür durch die geilste Landschaft. Immer langsam die Steigung rauf, welche durch viele Kurven nicht so extrem war. Der Zug fuhr durch ein Tal welches durch einen Fluss geschaffen wurde. Es ging also immerzu am so genannten Nahal Sorek entlang durchs Sorek Tal. Einfach beeindruckend und kaum beschreibbar. Ich hab mich wieder neu verliebt in Israel. Habe geplant die Strecke zu Fuß ab zu wandern wenn ich es noch schaffe. In Jerusalem angekommen, musste ich latschen da schon Shabbat begonnen hatte. Nach einer halben Stunde war ich aber zu Hause, denn der Bahnhof befindet sich etwas außerhalb zwischen Gilo und der Malha Mall. Unterwegs hab ich die ersten Chanukkaleuchter, das jüdische Lichterfest, gesehen. Die Zugtour werde ich jetzt sooft wie möglich machen. Am Alyn angekommen ging dann gerade die Sonne unter und hüllte das Hadassa in ihre Strahlen. Ich entspannte und ging dann zur Nachtschicht.

1 Kommentar:

Martin hat gesagt…

Hi thomy,
wieder tolle Bilder :)
ich bin scho neidisch auf euch (aber das wisst ihr ja...
Zieh dich warm an, wenn du nach good old germany kommst.