Mittwoch, 24. Februar 2010

die letzten Tage in Israel

Da ich mir meinen Blog gerne, wenn er fertig ist, als Tagebuch herunterladen möchte versuche ich ausführlich zu berichten. Es fehlen noch so viele Erlebnisse, ich schaffe es garnicht alles aufzuzählen. Ach, wahrscheinlich trauer ich zu sehr. Die ganzen tollen Dinge nochmal auf zu schreiben ist bestimmt auch ne Form diese Zwischenzeit gut zu verarbeiten. Man, ich vermisse alles schon sehr. Das Aufschreiben hilft bestimmt. Haha ich versuche mir grade Ausreden einfallen zu lassen warum ich auf meinen Blog schreiben dürfte. Okay, ich habs echt gemocht irgendwie, während der Israelzeit. Naja, also werde ich noch so lange weiter schreiben bis ich kein Bock mehr habe. Da sich in letzter Zeit so viel bei mir ändert kann dies also auch schon morgen sein. Also der voraussichtlich letzte Eintrag kommt jetzt, über meine letzten Tage im Lande.

Ich war das letzte mal (haha "das letzte mal" werde ich wohl öfters verwenden) mit Fares unterwegs, und zwar zusammen mit ihm und Mette in Talpyot im Kino. Das besondere daran war, dass Fares nach 15 Monaten die ich mit ihm erlebt habe zum ersten mal fast alleine alles geregelt hat um aus zu gehen. Das Kino, den Film hat er selbst aus gewählt, sogar das Datum. Bei dem Fahrer unterstützte uns Eitan. Fares ich bin stolz auf dich. Der Film war nebensächlich.
An meinem allerletzten Tag wollte ich unbedingt nochmal in eine Synagoge und zur Klagemauer. Einfach das Shabbatfeeling von Jerusalem zum letzten mal mit erleben. Wir fuhren mit den, wenn ich sagen darf, allerletzten Bus in die Stadt. Dort besuchten wir die so genannte "Bunkersynagoge" in einem orthodoxen Jerusalemer Stadtteil. Das einmalige, es war eine charismatische Gemeinde. Das bedeutete das die orthodoxen Juden, aus allen möglichen Glaubensrichtungen, tanzten und sangen. Ganz egal ob schief oder laut, alles war möglich. Ein geniales Erlebnis. Danach gingen wir zur Klagemauer. Dort trafen wir einen netten Sicherheitsmann der zeigen musste das er eine höhere Position inne hatte als wir. Niemand anderes wollte durch die Absperrung, er hatte einfach nichts zu tun. Doch wir mussten 5 Minuten warten bis er seinen Tee ausgetrunken hatte. Dann durchsuchte er uns ganz ganz genau. An anderen Shabbats bin ich schon einfach ohne Kontrolle durch die Absperrungen gekommen, mit vollen Rucksack und gefüllten Taschen. Naja, auch das würde ich wohl vermissen dachte ich mir in der Situation, und so ist es auch, wo sind die ganzen Sicherheitsmänner in Deutschland? Letztes habe ich einen bei Penny Markt gesehen und habe meinen Augen nicht getraut. Wollte es Johannes, der mich drauf aufmerksam gemacht hatte, nicht glauben. Ich konnte ein letztes mal die großen Steine anfassen, und an dem heiligsten Ort im Judentum ein letztes Gebet sprechen. Danach gings mit Umweg über den Fallaffelmann zurück ins Alyn, zu Fuß am Shabbat durch das leere Jerusalem, ein letztes mal. Im Alyn packte ich meine Sache, ein wenig spät aber es klappte ja alles. Dann hatte die WG eine "überraschende" Überraschungsparty zu meiner Überraschung vorbereitet :-) Dabei hatte ich extra noch gesagt das ich keinerlei solcher Dinge brauche. Naja, was soll ich sagen. Es war natürlich total schön aber auch irgendwie traurig. Wir gingen dann noch nach draußen und machten, für mich ein letztes mal, WG Bilder mit dem Zusatz des Foxpullover. Haha, diesmal waren wir es welche den Sicherheitsmann nervten, denn wir schossen unsere Fotos überall und an jedem Platz. Naja einen von den idiotischen Volontären ist der Shomer ja jetzt losgeworden :-)Am nächsten Morgen war ich immer noch am Sachen packen. Leider hatte ich in der Nacht deswegen keinen Schlaf gefunden. Ein letztes mal verabschiedete ich mich von den Patienten die wach waren so früh am morgen, Dani war der einzige von ihnen der extra aufstand und mit raus kam. Ein letztes Bild von der Alyn WG wo ich meine letzten 15 Monate verbracht hatte, die besten meines bisherigen Lebens. Dort holte mich Olga mit meinen ganzen Gepäck ab. Wir fuhren das letzte mal zur Assembly. Sogar der messianische Jude den manchmal im Bus getroffen hatte stieß zu uns. Haha, so schlossen sich am Ende doch noch alle Kreise. Von der Assembly konnte ich die Predigt nicht mehr ganz mitnehmen, dass lag aber nicht daran das ich überhaupt nicht geschlafen hatte, erstaunlicherweise klappte das ganz gut mit dem wach bleiben. Der Sherutfahrer rief nämlich mitten in der Predigt an und wollte aufbrechen. Schnelle Verabschiedung in Talpyot und auf zum Flughafen zusammen mit Matthäus, Joachim und Dominic. Dort trafen wir Marvin und die ganze Petah Tiqwa WG. Meine Kontrolle klappte mal wieder einwandfrei. All mein Übergepäck wurde anstandslos mitgenommen. Wir konnten Sitze nebeneinander, für Marin und mich reservieren. Alles war perfekt. Ich hatte noch gut Zeit für die Verabschiedung. Vielen Dank allen Leuten die sich so reingehangen haben mir einen netten Abschied zu gestalten. Es hat sich gelohnt, ich vermiss alles so sehr. Unvermeidlich war dann die allerletzte Aktion für mich. Die Bilder sprechen für sich. Es ging alles so schnell, auf einmal saßen Marvin und ich nebeneinander im Flieger und befanden uns auf der Rollbahn. Und nicht viel später landeten wir in Hamburg bei Schnee. Komische Welt, kein Wunder das die Verarbeitung im Kopf da nicht hinterherkommt wenn alles so schnell geht. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen bis ich richtig hier angekommen bin. Mein Denken ist noch immer Israelisch, in Shekeln nicht in Euro.

Donnerstag, 18. Februar 2010

erste Tage in der Fremde

Oh man ich bin in Deutschland. Die Geschichte vom Flughafen und dem Flug kann ich mal erzählen wenn ich die Bilder davon habe. Ich denke ich habe echt Freude daran gefunden diesen Blog zu gestalten, deswegen werde ich das wohl noch ein wenig weiterführen. Ich wurde bei meiner Ankunft am Flughafen von Uta überrascht. Sie hatte sich die Tage frei gehalten und so fuhren wir gemeinsam mit dem Zug und dem Bus nach Heikendorf. Sonntag Nacht um 2 Uhr bin ich endlich zu hause angekommen. Am Morgen war ich gleich in der Gemeinde was sehr gut tat. Waren dann immer zu dritt im Haus. Papa war auch grade frisch von seinem 3 wöchigen Australientrip zurück. Am Montag haben Uta und ich uns ins verschneite Kiel begeben auf der Suche nach der jüdischen Geschichte Kiels. Die zerstörte Synagoge
Die neue Synagoge fanden wir nicht, dafür das Denkmal des alten jüdischen Zentrums in Kiel, welches wie so viele andere auch in der Reichskristallnacht zerstört worden ist. Gegen 3 Uhr morgens versammelten sich in Kiel auf dem „Adolf-Hilter-Platz“ (Rathausplatz) SA- und SS-Männer und Parteimitglieder. Wer noch in Uniform war, erhielt im Rathaus zur Tarnung Bürojacken. Dann ging es auf Lastwagen mit Benzinkanistern zur Synagoge in der Goethestraße/ Ecke Humboldtstraße. Im Inneren wurden Tische und Stühle zertrümmert und Scheiben eingeschlagen. Dann wurde mit Benzin und Sprengstoff Feuer gelegt. Der Feuerwehr wurde das Löschen verboten. Erst nach der Detonation wurde der Feuerwehr gestattet, den Brand zu bekämpfen. Im Brandbericht der Feuerwehr stand dann, wider besseres Wissen: „Mutmaßliche Entstehungsursache der Brände durch: unbekannte Ursachen.“
Dieser Artikel stammt aus dem Kieler Stadtarchiv Wir sind dann auf die zu gefrorenen Seen und durch den fast Kniehohen Schnee durch den "Sacherpark"...ähhh, dem Kieler Shrevenpark gelaufen. Verwechselte beim Fragen nach dem Weg den Kieler mit dem Jerusalemer Park! Die neue Synagoge fanden wir leider nicht mehr denn es wurde zu kalt und wir hatten keinen Bock mehr auf Schnee und die komischen Vögel. Hoho was fürn Wortspiel.Die neue Kieler jüdische Gemeinde bildete sich 1961. Damals lebten in Kiel nur noch 27 Juden, mit abnehmender Tendenz. Dies änderte sich seit 1989 mit dem Zusammenbruch des Ostblocks. Durch Zuwanderung von Juden vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion bildete sich in Kiel wieder eine jüdische Gemeinschaft, die zunächst der jüdischen Gemeinde in Hamburg unterstellt war. Seit 2004 gibt es in Kiel wieder zwei eigenständige jüdische Gemeinden. Im 1998 im ehemaligen Volksbad in Gaarden errichteten Jüdischen Gemeindezentrum treffen sich etwa 480 orthodoxe Juden. Eine liberale Gemeinde hatte ihre Synagoge zunächst seit 2006 in der Eckernförder Straße und zog 2008 in ein Gemeindezentrum in der Jahnstraße um. Die noch provisorische Synagoge für die 90 Mitglieder soll im kommenden Jahr offiziell eingeweiht werden.
http://www.kiel.de/kultur/stadtarchiv/erinnerungstage1.php?id=95

Als ich Uta am Mittwoch zum Bahnhof fuhr waren wir spät dran. Das Auto haben wir am Tag davor fast eine Stunde lang aus dem Schnee heraus gebuddelt und nur mit 4 Leuten von der Eisfläche befreien können. Vor uns steckte eine Frau auf den verschneiten Straßen fest. Die Streufahrzeuge sind so beschäftigt das sie längst nicht alle Straßen räumen können. Wir wollten ihr schnell beim anschieben helfen weil wir ja auch zum Bahnhof mussten. Ich stieg aus dem Auto, hektisch, knallte die Fahrertür zu und hatte aber vergessen meinen Finger raus zu ziehen. Der war dann auch sofort blau. Der Nagel und auch die Fingerkuppe. Weil es kalt war tat es nicht ganz so doll weh, zuhaue im warmen dann aber umso mehr! Heute habe ich jetzt einen schönen Bluterguss oder ähnliches.

Das erste was ich machte war die Mesusa und das Namensschild vom Armenier anzubringen, sodass ich jetzt auch die nächsten drei Monate hier wohnen kann! In meinem alten Zimmer war noch alles wie zuvor, mein Basketballkorb hing auch noch an der Wand :-)

Donnerstag, 11. Februar 2010

Fruits of Love

Was man nicht alles so in der WG anstellt. Solche Aktionen geschehen bei uns immer mitten in der Nacht. So gegen 2 oder 3 Uhr, wenn man dann um 7 schon wieder auf der Sation zum arbeiten sein muss! Herrlich, es hat sich immer gelohnt!!! Wir stellen soagr mit vergammelten Obst noch etwas an.
Hier auf den Link klicken und direkt anschauen.
http://www.youtube.com/watch?v=LEpLKLidEqg

Samstag, 6. Februar 2010

Hebron

Wir haben letztens einen kleinen Ausflug nach Hebron gemacht. Das Wetter war alles andere als geeignet dafür. Hier ein Bild von Hebron bei Regen.Sowohl der arabische als auch der hebräische Name leiten sich vom jeweiligen Wort für "Freund" (خليل‎ bzw. חבר) ab. Dies bezieht sich auf den Stammvater Abraham, der für Juden und Muslime als "Freund Gottes" gilt. Hier der hebräische Name Abrahams an seinem Grab in der Höhle von Machpela. Diese war auch der einzige Grund, welcher mich nach Hebron zog. Die Höhle Machpela (hebräisch: מערת המכפלה, Me'arat HaMachpela, übersetzt „Höhle der Doppelgräber“), auch Höhle der Patriarchen oder Grab der Patriarchen, in Hebron ist nach dem Tempelberg in Jerusalem die heiligste Stätte des Judentums. In ihr befinden sich die Ruhestätten der drei Erzväter Abraham, Isaak, Jakob und ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea. Da sich auch die Muslime auf den Stammvater Abraham zurückführen, gehört zu diesem Baukomplex auch eine Moschee, die Abrahamsmoschee (arabisch: الحرم الإبراهيمي, Al-Haram Al-Ibrahimi). Aus demselben Grund ist Machpela auch für Teile des Christentums eine heilige Stätte. Seit 1967 leben wieder Juden in Hebron. Trotz der israelischen Herrschaft behielten Muslime freien Zugang zum Machpela-Komplex und nutzen weiterhin die gotische Kreuzfahrerkirche als Moschee. Sie teilen Machpela allerdings nun wieder mit den jüdischen Pilgern, für die im nördlichen Bereich eine Synagoge errichtet wurde welche wir besuchten. Dort sahen wir die Gräber der Erzväter, hier das Bild von dem Grab Jakobs.Aufgrund der Lage der heiligen Stadt Hebron inmitten der Palästinensischen Autonomiegebiete ist das Grab der Patriarchen und die Stadt Hebron im Ganzen ein besonderer Streitpunkt im Nahostkonflikt. Um in der zweitheiligsten Stadt des Judentums jüdisches Leben aufrecht zu erhalten, leben einige Hundert jüdische Siedler inmitten der Altstadt unter der ansonsten arabischen Bevölkerung. Diese Siedlergruppe ist jedoch für zahlreiche Provokationen gegenüber ihren arabischen Nachbarn bekannt. Den Höhepunkt der Gewalttätigkeiten bildete 1994 ein Massaker des Siedlers Baruch Goldstein. Am 25. Februar 1994 ermordete der extremistische Siedler mit einem Sturmgewehr 29 betende Muslime in der Abraham-Moschee, hunderte wurden verletzt. Die israelische Regierung und die Mehrzahl der Israelis verurteilten seine Tat, bei einer Minderheit wurde und wird er hingegen dafür verehrt.
Das Grab der Patriarchen steht heute unter starker Bewachung durch die israelische Armee, hier bei der Wachablösung oder ähnlichen. Die Verwaltung liegt, wie die des Tempelbergs in Jerusalem, in den Händen einer islamischen Organisation.Wir besuchten danach noch die zugängliche Altstadt, mit ihren ganzen Kontrollen. Außerdem trafen wir einen sehr freundlichen arabischen Ladenbesitzer der uns einen Kaffee spendierte und uns die aktuelle politische Lage von Hebron erklärte. Er selber hatte keine Probleme mit den auf der anderen Straßenseite stationierten israelischen Soldaten. Er sprach hebräisch und hatte gute Bekanntschaften mit Israelis. Allerdings verurteilte er die Politiker beider Seiten die zu keiner Lösung kämen. Ein gutes Erlebnis, welches aber dann sogleich von einem schlechten in Schatten gestellt wurde. In der Altstadt wollten wir etwas essen. Da so gut wie niemals Touristen nach Hebron kommen wurden wir von allen Seiten angemacht. Als wir einen sehr aufdringlichen Araber nach mehr als 10 Minuten Nerverein zu verstehen gaben, dass wir lieber alleine gehen würden, wurde aus seiner Freundlichkeit richtige Abneigung. Er beschimpfte uns, beleidigte die Mädchen denen er zuvor noch die meiste Aufmerksamkeit zukommen lies. "Fuck you" waren die weniger schlimmen Dinge die wir uns anhören lassen mussten. Er lief den gesamten Weg zurück, neben uns her und machte seinem Unmut laut. Zwischendurch versuchte er palästinensische Armbänder zu verkaufen. Als wir ablehnten wurden wir nur als "friends of israel" und "go fuck an israeli" beschimpft. Den Fakt, dass wir nach Hebron gekommen sind und und vielleicht aus erster Hand etwas zu erfahren und dazu zu lernen interessierte ihn nicht. Wir waren nur noch die Freunde seiner Feinde! Sehr toll. Ich hatte kein Bock mehr auf den Sch...wachsinn. So gingen wir im strömenden Regen zum Bus. Dieser lies auch noch mehr als ne Stunde auf sich warten. Man was freute ich mich wieder in Jerusalem anzukommen. Dem Zu hause, tausendmal angenehmer!

Donnerstag, 4. Februar 2010

Wohngemeinschaft Alyn

Mal wieder der Hinweis auf unseren WG Blog wo sich auch immer wieder etwas lustiges tut.
http://betreute-wohngemeinschaft-alyn.blogspot.com/

Hatkivah Israel

Haha wieder mal ein cooler Werbeclip.

http://www.youtube.com/watch?v=iVS1yoZMY9I

Dienstag, 2. Februar 2010

Alyn In a Car

Ein kleines Video von unser Tour durch die Negev. Wir ihr sehen könnt hatten wir viel Freude daran mit einem Auto zu reisen.
Zum anschauen hier auf den Link klicken. Das Bild hier auf den Blog ist mal wieder zu klein. Wer das komplette Video in 16:9 sehen will sollte also den Link benutzen.
http://www.youtube.com/watch?v=jnTMt2CrkUc