Donnerstag, 18. Februar 2010

erste Tage in der Fremde

Oh man ich bin in Deutschland. Die Geschichte vom Flughafen und dem Flug kann ich mal erzählen wenn ich die Bilder davon habe. Ich denke ich habe echt Freude daran gefunden diesen Blog zu gestalten, deswegen werde ich das wohl noch ein wenig weiterführen. Ich wurde bei meiner Ankunft am Flughafen von Uta überrascht. Sie hatte sich die Tage frei gehalten und so fuhren wir gemeinsam mit dem Zug und dem Bus nach Heikendorf. Sonntag Nacht um 2 Uhr bin ich endlich zu hause angekommen. Am Morgen war ich gleich in der Gemeinde was sehr gut tat. Waren dann immer zu dritt im Haus. Papa war auch grade frisch von seinem 3 wöchigen Australientrip zurück. Am Montag haben Uta und ich uns ins verschneite Kiel begeben auf der Suche nach der jüdischen Geschichte Kiels. Die zerstörte Synagoge
Die neue Synagoge fanden wir nicht, dafür das Denkmal des alten jüdischen Zentrums in Kiel, welches wie so viele andere auch in der Reichskristallnacht zerstört worden ist. Gegen 3 Uhr morgens versammelten sich in Kiel auf dem „Adolf-Hilter-Platz“ (Rathausplatz) SA- und SS-Männer und Parteimitglieder. Wer noch in Uniform war, erhielt im Rathaus zur Tarnung Bürojacken. Dann ging es auf Lastwagen mit Benzinkanistern zur Synagoge in der Goethestraße/ Ecke Humboldtstraße. Im Inneren wurden Tische und Stühle zertrümmert und Scheiben eingeschlagen. Dann wurde mit Benzin und Sprengstoff Feuer gelegt. Der Feuerwehr wurde das Löschen verboten. Erst nach der Detonation wurde der Feuerwehr gestattet, den Brand zu bekämpfen. Im Brandbericht der Feuerwehr stand dann, wider besseres Wissen: „Mutmaßliche Entstehungsursache der Brände durch: unbekannte Ursachen.“
Dieser Artikel stammt aus dem Kieler Stadtarchiv Wir sind dann auf die zu gefrorenen Seen und durch den fast Kniehohen Schnee durch den "Sacherpark"...ähhh, dem Kieler Shrevenpark gelaufen. Verwechselte beim Fragen nach dem Weg den Kieler mit dem Jerusalemer Park! Die neue Synagoge fanden wir leider nicht mehr denn es wurde zu kalt und wir hatten keinen Bock mehr auf Schnee und die komischen Vögel. Hoho was fürn Wortspiel.Die neue Kieler jüdische Gemeinde bildete sich 1961. Damals lebten in Kiel nur noch 27 Juden, mit abnehmender Tendenz. Dies änderte sich seit 1989 mit dem Zusammenbruch des Ostblocks. Durch Zuwanderung von Juden vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion bildete sich in Kiel wieder eine jüdische Gemeinschaft, die zunächst der jüdischen Gemeinde in Hamburg unterstellt war. Seit 2004 gibt es in Kiel wieder zwei eigenständige jüdische Gemeinden. Im 1998 im ehemaligen Volksbad in Gaarden errichteten Jüdischen Gemeindezentrum treffen sich etwa 480 orthodoxe Juden. Eine liberale Gemeinde hatte ihre Synagoge zunächst seit 2006 in der Eckernförder Straße und zog 2008 in ein Gemeindezentrum in der Jahnstraße um. Die noch provisorische Synagoge für die 90 Mitglieder soll im kommenden Jahr offiziell eingeweiht werden.
http://www.kiel.de/kultur/stadtarchiv/erinnerungstage1.php?id=95

Als ich Uta am Mittwoch zum Bahnhof fuhr waren wir spät dran. Das Auto haben wir am Tag davor fast eine Stunde lang aus dem Schnee heraus gebuddelt und nur mit 4 Leuten von der Eisfläche befreien können. Vor uns steckte eine Frau auf den verschneiten Straßen fest. Die Streufahrzeuge sind so beschäftigt das sie längst nicht alle Straßen räumen können. Wir wollten ihr schnell beim anschieben helfen weil wir ja auch zum Bahnhof mussten. Ich stieg aus dem Auto, hektisch, knallte die Fahrertür zu und hatte aber vergessen meinen Finger raus zu ziehen. Der war dann auch sofort blau. Der Nagel und auch die Fingerkuppe. Weil es kalt war tat es nicht ganz so doll weh, zuhaue im warmen dann aber umso mehr! Heute habe ich jetzt einen schönen Bluterguss oder ähnliches.

Das erste was ich machte war die Mesusa und das Namensschild vom Armenier anzubringen, sodass ich jetzt auch die nächsten drei Monate hier wohnen kann! In meinem alten Zimmer war noch alles wie zuvor, mein Basketballkorb hing auch noch an der Wand :-)

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