Sonntag, 31. Januar 2010

Wanderung zum Flughafen

Wir hatten einen großen Trip mit dem Auto durch den Norden geplant. Kurz gesagt, nichts klappte. Wir entschieden uns so ziemlich spontan für einen Wandertrip zum Flughafen nach Tel Aviv um Angela ein letztes mal zu überraschen und zu verabschieden. Im Vorraus verhielten wir uns ihr gegenüber ziemlich gemein, verabschiedeten uns garnicht und gaben vor bei ihrem Abschied irgendwo im Norden rum zu fahren. Stattdessen bereiteten wir uns am intensivsten darauf vor. Immerhin liefen wir 48 Stunden vor ihrem Abflug los um Yalla by am Flughafen sagen zu können. In Jerusalem ging es an der Central Bus Station los. Wir rochen noch normal und waren guter Dinge.Unsern ersten Stopp legten wir in Yad HaShemona ein wir schoneinmal zum Seminar hingewandert sind. Dort aßen wir erstmal weil wir das am Morgen in der WG vergessen hatten und machten Bilder mit der dortigen Elvisstatue. Außerdem tranken wir natürlich auch einen Kaffee in dem Elvis Inn Kaffeehaus. So ging es also am Donnerstag gegen 15 Uhr erst richtig los mit unserem Wandertrip. Volle Rucksäcke hatten wir, weil wir über Shabbat wanderten wo wir nicht damit rechneten irgendwo Vorräte zu bekommen.Trotzdem waren wir guter Dinge und wanderten mit unserer Straßenkarte los, die Straße entlang. Das war nicht irgendeine Straße sondern der Highway 1 von Jerusalem nach Tel Aviv. Sehr stark befahren mit chaotischen und gestressten Fahrern. Wir verließen den Standstreifen auf dem wir gingen auch bald und suchten den Israeltrail, ein Wanderweg durch ganz Israel, in einem kleinen Ort abseits der Autobahn. Der Wanderweg war das komplette Gegenteil von der Straße. Es war ruhig und richtig idyllisch. Wie im Märchenbuch wanderten wir durch die einmalige Natur. Mein Rucksack drückte ganz schön auf den Rücken. Aber der Weg entschädigte dafür echt. Einmalig und wunderschön. Entlang des Pfades waren immer wieder Gedenktafel von Holocaustopfern. Manche sogar auf Deutsch. Überall wird das Gedenken an den Holocaust in diesem Land aufrecht erhalten. Wir wanderten am Donnerstag dem 28. Januar einen Tag nach dem Internationalen Holocaustgedenktag diesen mit Gedenktafeln gepflasterten Weg entlang. Der 27. Januar erinnert an die Befreiung des KZ Auschwitz, von welchen wir auch Steine am Wegrand sahen. Es wurde sehr schnell dunkel. In den Höhlen die wir unterwegs sahen wollten wir nicht so gerne übernachten, nicht das wir einen Bären oder sonst wen damit stören würden. Wir fanden, als es schon dunkel war, den perfekten Platz am Rande eines Abhanges in den letzten Ausläufern der judäischen Berge mit Blick auf die sich vor uns erstreckende Ayalonebene. Leider sahen wir nicht so sehr viel davon, außer den Lichtern der Städte unter uns. So schlugen wir unser geliehenes Zelt auf, sammelten Feuerholz und kochten uns Pititim. Nur unter Männern klappte das alles perfekt. Es machte total Spass in der Wildnis. Das Holz war auch noch trocken und in den Wäldern fanden wir auch reichlich.Wir mussten uns immer wieder sagen das wir mitten in der Regenzeit, mitten im Winter im Januar draußen mit kurzen Hosen herumliefen, Feuer machten und vorhatten in der Natur zu pennen. Besser gehts nicht. Gehts doch. Es gab richtig gutes Essen mit einem frisch gekauften Gaskocher. Genügend Essen hatten wir ja dabei. Gut das Matthäus und Dominic dabei waren. Daher könnt ihr so viele gute Fotos hier sehen. Ich selbst habe nur ein paar Panoramaaufnahmen gemacht und das wars. Die im kochenden Wasser springenden Pititim eigneten sich wohl sehr gut als Fotomotive. Irgendwann aßen wir dann auch, romantisch am Lagerfeuer. Hummus, Tomaten, Pita...alles was man braucht zum Überleben hatten wir dabei. Schokolade versüßte den Abend und unsere gute Gemeinschaft am Lagerfeuer. Am nächsten Morgen wachten wir viel zu spät auf, anscheinend hatten wir wohl alle sehr gut geschlafen. Es stank und war total warm im Zelt. Wir machten uns aber keinen Stress, ganz im Gegenteil. Wir aßen gemütlich ein reichhaltiges Frühstück, machten eine Morgenandacht, freuten uns über alle vorbeikommen Mountainbiker die immer wieder betonten, dass sie unsere Wanderaktion sehr toll finden würden. Als wir endlich von unserem genialen Platz loskamen war es bereits 12 Uhr. Ziemlich spät. Wir wollten eigentlich viel früher loswandern. Dafür hatten wir jetzt den genialen Blick über die Ayalonebene. Wir hielten unterwegs an irgendeiner lebensgefährlichen Institution, orientierten uns und fanden dann auch den Israeltrail wieder den wir in der Nacht verloren hatten.Wir wanderten nicht sehr viel und hielten schon wieder an einer Tankstelle die noch offen hatte, es war kurz vor Shabbat. Dort benutzten wir mit Freude die Toiletten und füllten unsere Vorräte wieder auf. Cola und Fanta kamen statt dem Wasser dazu. Wir folgten dem Israeltrail durch Olivenhaine und Zypressen, Mohnfeldern und Orangenplantagen. Herrlich, ich liebe diesen Wanderweg und werde ihn irgendwann nochmal komplett wandern. Eine Besonderheit des Trails ist, dass er an vielen historischen und auch einmaligen Naturplätzen vorbeiführt. Daher ist der gesamte Trail auch 940 Kilometer lang, durch ein bloß ca 400 km großes Land. Diese Zeichen des Trails findet man im ganzen Land. Einer dieser besonderen historischen Plätze lag auf unserer Wegstrecke. Die so genannte "Burma Road". Die Burma Road ist eine Behelfsstraße zwischen Tel Aviv und Jerusalem, die während des Israelischen Unabhängigkeitskriegs von den Israelis angelegt wurde, um Latrun und den Bab el Wad zu umgehen und den belagerten jüdischen Teil Jerusalems mit Versorgungskonvois zu erreichen. Eine sehr spannende Geschichte die auch am Wegrand wiedergegeben wurde. Man konnte etwas über den Pipelinebau und den Straßenbau an sich lesen und originale Ausstellungsstücke angucken. Mitten im Wald wo fast niemand hinkommt hat man so eine Art kleines Museum. Wir wanderten weiter und kamen an die alte Kreuzfahrerruinen von Latrun. Dort bestaunten wir den Ausblick über die Ebene und den Sonnenuntergang. Wir hatten unseren Spass an einem Kaktushain, dort stellten wir fest, dass auch die Kakteen in Israel einen Wasserspeicher haben.Die Sonne war weg und dafür kam der Mond raus. Wir hatten den Segen die Tage Vollmond gehabt zu haben. Dies ermöglichte uns den Zeltaufbau, das Wandern und Kochen in der Nacht. Natürlich mussten wir auch Bilder vom Mond, und uns, machen.Wir entschieden uns dann noch weiter zu wandern, denn wir hatten nur ein Minimum der Strecke zum Flughafen geschafft. Es war gegen 17 Uhr und Angela würde am nächsten Tag um 15 Uhr abfliegen. Wir hatten vielleicht erst die Hälfte der Wegstrecke hinter uns, daher konnten wir nicht einfach schlafen gehen. Wer sich auskennt im Lande weiß wo Latrun liegt und wie viel Weg wir noch vor uns hatten.Wir wanderten wieder an der Straße Nummer 1 entlang. Fanden dann den Israeltrail wieder den wir unterwegs öfters verloren hatten. Der Trail machte leider viele Umwege. So kam es das wir irgendwann in einem Neubaugebiet ohne Neubauten weit abseits des direkten Weges und der Straße herauskamen. Es gab Straßen und Beleuchtung aber keine Häuser. Es sah so aus wie eine Wohnsiedlung wo alles Häuser entführt worden waren. Anscheinend war es eine sich noch in der Planung befindenden Siedlung denn auch auf der Karte war die Geisterstadt nicht eingezeichnet. Wir nutzen die Laternen zum kochen. Es war so gegen 21 Uhr Abends.Wir machten uns wieder auf den Weg. Mit vollen Bäuchen, schmerzenden und kalt gewordenen Gliedern. Oh man es war schon Überwindung. wir wollten alle nur noch schlafen. Man, alles für Angela. Das redeten wir uns immer wieder ein. Im nächsten Abschnitt kommen keine Fotos. Ihr werdet lesen warum wir keine machen konnten. Wir verloren in der Dunkelheit mal wieder den Trail und entschieden uns dann einfach der Eisenbahnstrecke zu folgen, denn dies war der direkteste Weg zum Flughafen. Leider konnten wir nicht auf den Schienen gehen denn die Gleise waren abgesperrt. So verloren wir auch irgendwann die Eisenbahnstrecke, bedingt durch den Verlauf der Wanderwege. Wir entschieden uns dann für ein ausgetrocknetes Flussbett als Wanderweg, welcher uns irgendwann wieder zu den Schienen bringen würden, laut Karte. Der Fluss war aber nicht ganz ausgetrocknet, es war so matschig das wir einen weiteren Pfad wählten der, so schien es zu den Gleisen führen würde. Irgendwann kamen wir in ein Steinbruch. Mitten zwischen Förderbändern, rauchenden Fabriktürmen und riesigen Trucks standen wir da. Der Weg führte aber anscheinend quer durch dieses Industriegebiet. Wir folgten dem Weg und wunderten uns schon das bei dem nächtlichen Betrieb keine Arbeiter zu sehen waren. Auf einmal kamen wir an einem eingezäunten Gebiet vorbei, welcher bewacht wurde. Die Hunde bellten uns laut an. Boah, die übelsten Kampfmaschinen waren das. Wir beschleunigten unseren Schritt. Auf einmal ging die Alarmanlage los. Blaue Lichter, Balagen die Sirene und verrückt werdende Hunde machten uns Angst. Unsere Füße taten so weh doch liefen wir mit unserem ganzen Gepäck so schnell es ging weg von dem Steinbruch. Immer zurückschauend ob nicht die am Zaun hochspringenden und total abgerichteten Hunde sich befreit hätten oder von den Besitzern auf uns losgehetzt wurden. Plötzlich standen wir auch noch vor einem Schild mit der Aufschrift Lebensgefahr und einem riesigen Totenschädel. Im Hintergrund immer noch die Sirene und das Hundegebell. Kamen sie näher? Wir liefen weiter stießen Stoßgebete zum Himmel und nahmen unsere Beine in die Hand. Erst nach einer halben Stunde straffen Fußmarsches, dem Unterqueren des Highways und der Eisenbahnstrecke fanden wir uns wieder in einer sicheren Umgebung. Wir machten Pause, waren Hundemüde (haha kein gutes Wort) und halbtot vor Erschöpfung. der Schrecken saß immer noch tief. Auf jeden Fall hatten wir ein gutes Stückchen abgekürzt. Wir wanderten noch weiter bis wir an einem Moshav rauskamen, welches uns aber nicht das Tor zur Übernachtung öffnete. Es war mittlerweile schon fast 1 Uhr Nachts. Wir konnten nicht mehr, machten wir 2 Minuten Pause konnten wir nicht mehr laufen. Wir mussten aber weiter weil wir wieder an der Straße waren. Wir kamen ein wenig zur Ruhe und gingen ein kleines Stück in den Ort Lot hinein. Dort hatten wir dann die Alternative auf einem Kinderspielplatz oder auf einem Kreisverkehr zu campen. Wir entschieden uns für das erste. Mit letzter Kraft bauten wir das Zelt auf und gingen gegen 2 Uhr endlich schlafen.Am nächsten morgen wurden wir von den spielenden Kinder geweckt, die sich nicht scheuten auch in unser Zelt zu kommen. Wir zelteten halt genau auf ihren Spielplatz, außerdem war Shabbt und die Familien sind dann unterwegs, draußen auf Spielplätzen und in der Natur.Wir waren immer noch total geschafft von der Nacht. Wir stanken, hatten Hunger und Schmerzen in so vielen Körperpartien. Trotzdem brachen wir ein letztes Mal auf, natürlich nicht ohne Zähne putzen. Wir entledigten uns des ganzen Mülls. Den gammelden Tomaten, den zerquetschten Puddings und auch den notdürftig gebauten Ersatheringen für unser Zelt, die aber einwandfrei gehalten hatten.Am Tag und der Nacht zuvor waren wir über 40 Kilometer gewandert. Daher musste wir nur noch eine verhältnissmäßig kleine Strecke zum Flughafen laufen, allerdings mal wieder auf der Straße. Am Flughafen angekomm, so gegen 12 Uhr, gingen wir erstmal auf Toilette. Ich hielt es nicht mehr aus meine Füße zu riechen wenn ich einfach nur normal herumstand und 1,80 Meter von ihnen mit meiner Nase entfernt war. Wir wollten Angela ja auch gebührend verabschieden, hatten aberAngst, dass sie vor unserem Gestank reiß aus nehmen würde. Deswegen wuschen wir uns ordentlich, bis ein Sicherheitsmann auf die Toiletten kam und sich einfach neben mich stellte. Er musste nicht auf Klo, musste sich nicht die Hände waschen nichts. Er stand direkt nebn mir, sagte nichtsgab mir aber zu verstehn mich wieder anzu ziehen und aus der Toilette zu verschwinden. Anscheinend haben sich die andern Gäste der Toilette durch uns gestört gefühlt. Haha, sah auch komisch aus. Halbnackte, stinkende und schlimm aussehnde, sich mit Handtüchern und der Handseife waschende Jungs. Am Ende waren wir aber alle glücklich denn Angela kam dann auch und hatte keine Probleme bei den Kontrollen, sodass wir noch Zeit hatten zu erzählen und zu beten. Wir freuten uns alle. Wir, dass wir überlebt hatten und Angela rechtzeitig überraschen konnten und Angela freute sich ebenfalls über unsere Aufopferungen und den Verzicht auf unsere Tour durch den Norden für sie. Tja, sowas erlebt man in seiner WG.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Lonely Planet

Der Lonley Planet ist ein Reiseführer den mir Hanni hier überlassen hat. Am Anfang kam ich überhaupt nicht damit klar. Die Karten, die Beschreibungen und das Englisch, war mir manchmal echt zu kompliziert. Doch mit der Zeit benutzte ich ihn immer häufiger beim Reisen. Mittlerweile habe ich den Reiseführer doch sehr schätzen gelernt, so sehr, dass ich mir alle Dinge für Jerusalem aus diesem Reiseführer wirklich vorgenommen und nun auch verwirklicht habe. Natürlich habe ich Schwulen und Lesbentreffen die auch im Reiseführer aufgezeichnet waren ausgelassen. Die Dinge, die aber empfohlen waren habe ich besucht oder ausprobiert. Nicht alles war unbedingt sehenswert, aber ich habe so sehr viel erlebt. Nun gehe ich schon nicht mehr ohne den Reiseführer aus dem Haus. Hier ein paar Erlebnisse der letzten Wochen wo ich gezielt mit dem Reiseführer Dinge besucht habe. Hier besuchten wir das Grab von Oskar Schindler, dessen Geschichte im Film "Schindlers Liste" von Steven Spilberg wiedergegeben wird. Am Grab bekamen wir nur einen Stein in die Hand gedrückt um ihn selbst auf das Grab zu legen. Das zeigt im Judentum wie viele Freunde und Anerkennung man im Leben hatte. Diese Bild stammt aus dem Diaspora Museum in Tel Aviv. Ein Ausschnitt aus dem Titusbogen in Rom welcher zu Ehren Titus den Eroberer oder besser gesagt Zerstörer Jerusalems erbaut wurde. Ein Ausschnitt zeigt die römischen Soldaten mit Siegeskranz auf den Kopf, die Tempelschätzen aus dem zerstörten Jerusalemer Tempel tragend. Auffällig ist die Menora, der Siebeinarmige Leuchter aus purem Gold. Dieser Ausschnitt wurde zum bekannten Bild der fast 2000 Jahre langen Diaspora (griechisch διασπορά diaspora = Verstreutheit) der Juden. Den Titusbogen kann man noch heute in Rom besichtigen und auch diesen Ausschnitt ansehen. Das Museum beschäftigte sich mit der Thematik wie die Juden als Volk auf der ganzen Welt überleben konnten, wie sie sich den Umständen anpassten aber ihre Traditionen hielten. Es waren sehr viele gute Modelle von Synagogen aufgestellt wie sie in den Ländern der Welt extstierten und auch noch heute bestehen. Sogar in China gab es eine jüdische Gemeinde. Der berühmte Spruch "Nicht wir halten den Sabbat, sondern der Sabbat hält uns" bewahrheitete sich über die Zeit der Zerstreuung. Von meinem Besuch auf dem höchsten Türmen Tel Avivs hatte ich schon berichtet. Hier ein tolles Bild von einer Brücke aus die wir am Abend sogar ohne Lonely Planet entdeckt haben. Mit Hendrik und anderen besuchten wir den Berg Zion, um den Raum des letzten Abendmahls und das Grab König Davids an zu schauen. Der Abendmahlsraum hatte zu und von dem Grab war ich so enttäuscht das ich mich nicht noch einmal auf den Weg machen werde um den angeblichen Raum zu sehen wo das letzte Abendmahl stattfand. Es ist natürlich zu einer Pilgerstätte der Religionen geworden. Es sprechen so viele Dinge dagegen das diese beiden "heiligen Orte" wirklich die Orte von damals waren. Und trotzdem pilgern Christen wie Juden dorthin. Für mich als Freikirchler, nach 15 Monaten in Jerusalem immer noch komisch und nicht ein zu ordnen. Kann immer nur sagen das ich froh bin, so aufgewachsen zu sein wie Mama und Papa es für richtig hielten. Könnte mir nichts anderes vorstellen.
Auch das Kennedy Memorial, zur Ehren des ermordeten Präsidenten, musste besucht werden. Die Geschichten was uns dabei alles passierte gibt es schon auf dem Blog zu lesen. Hier ein orthodoxes Viertel in Jerusalem welches am Shabbat für den Verkehr abgesperrt wird. Bei der Benutzung von irgendwelchen Fortbewegungsmitteln in diesem Viertel muss man damit rechnen mit Steinen oder vollen Windeln beworfen zu werden, wobei die 2. Variante wohl angenehmer ausfallen würde als einen zu großen Stein gegen den Kopf zu bekommen. Natürlich dürfen Krankenwagen und auch bei Notfällen Autos durch das Viertel durch fahren.
Diese Bild stammt aus der so genannten Höhle von Zedekia. Sie erstreckt sich mitten unter der Altstadt Jerusalems über eine Größe des fast gesamten arabischen Viertel. Von hier wurden sehr wahrscheinlich einige Steine für den Bau des 2. Tempels abgebaut. Überall in der Höhle sieht man an den Wänden die Arbeiten von altertümlichen Werkzeugen und die Formen der riesigen herausgebrochenen Steine. Die größte Höhle in Jerusalem.Im Dezember war ich in der Äthiopischen Kirche Jerusalems. Die Besonderheit. Sie ist total bunt von innen. Aber wirklich alle Farben. Beim Gottesdienst werden sich dann die Schuhe ausgezogen und jeder kann auf dem Teppichboden der Kirche irgendwo auf dem Boden sitzen. Es gibt noch so viele Dinge anzusehen hier, ich habe euch nur von einigen wenigen berichtet die ich selber mitgemacht habe. Und ich habe noch lange nicht alles abgeklappert. Der Lonely Planet ist nur ein Reiseführer von vielen, und diese Stadt und dieses Land hat so viel zu bieten. Könnte man doch für immer hier wohnen.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Ein wirklich genutzter Tag

Am letzten Samstag sind wir nach ein paar Stunden Schlaf aus den Betten gefallen, mit den Fahrrädern, es war Shabbat und keine Busse fuhren, um 7 Uhr morgens zum French Hospital gefahren. Wie immer hatten wir freie Straßen in Jerusalem. Es kamen uns vielleicht 4 Autos entgegen und sonst nur orthodoxe Juden die mit ihren Gebetsmänteln bewaffnet den Weg in die Synagoge zum Gebet suchten.Wir fuhren ohne irgendein Frühstück, und mir gings damit echt nicht gut. Vom French Hospital sind wir zur Sherutstation gelaufen, mit dem Sherut dann nach Tel Aviv gefahren, natürlich schliefen wir sofort ein und wachten erst kurz vor Tel Aviv wieder auf. Schon kurz vor 9 Uhr waren wir an der Central Bus Station in Tel Aviv. Von dort latschten wir wieder, diesmal zum Strand. Unterwegs kauften wir ein wenig Obst auf den, nicht wie in Jerusalem leeren sondern, sehr gefüllten Straßen. Am Strand waren wir überrascht vom Wellengang. Am Morgen war es sogar verboten zu baden. Nur die Surfer durften bei den genialen Wellengang ins Meer. Wir wollten aber nicht ins Wasser, okay eigentlich schon. Nein, wir wollten in die Gemeinde von Hendrik und einigen anderen Petah Tiqwanern die sich ganz in der Nähe des Strandes befinden sollte. Wir spielten solange Football und machten andere dumme Dinge bis die Patah Tiqwa Volontäre kamen. Habt ihr schon bemerkt, liebe Leser. Es ist Januar und wir fahren morgens ohne Probleme Fahrrad, kaufen Obst, spielen am Strand, im Wasser. Haha, ist jemand neidisch? Oh, ich sollte aufhören zu schwärmen, in 3 Wochen sitze ich auch wieder in kalten Deutschland.Danach gingen wir zur besagten Gemeinde. Sie befand sich wirklich keine 5 Minuten vom Strand entfernt. In der Nähe des Opera Towers wem das noch was sagt. Eine kleine unscheinbare Gemeinde die mir nie aufgefallen währe. Sie befand sich hinter einer schwere Eisentür und kam im ersten Augenblick eher wie ein Cafe rüber. Da habe ich dann auch den einen bekannten messianischen Juden wieder getroffen, von dem ich in den letzten beiden Einträgen auf dem Blog berichtet habe. Nach dem Gottesdienst lernten wir eine Gruppe Jugendlicher kennen die in der Gemeinde mitarbeiteten und in Tel Aviv ein christliches Cafe betrieben. Sie gehörten einer Organisation an, die diese Aktionen in Rahmen eines dreimonatigen Kurzeinsatzes in Israels machten. Ausgegangen von Hawaii sind sie nach Israel gekommen, unteranderem auch eine Deutsche aus dem Hamburgerraum. Wir vereinbarten ein Treffen, später am Strand zum Volleyballspielen. Das taten wir auch. Nach dem Gottesdienst gingen wir als Hagoshrimer und Medde, eine dänische Volontärin aus den Alyn, zum Volleyballspielen. Erst hatten wir 2 Teams mit je 4 Spielern. Es kamen immer mehr dazu. Irgendwann auch das Missionsteam, sodass wir 18 Leute und mehr waren und ein Volleyballturnier mit 3 Teams veranstalteten. Oh man ey, wie herrlich. Als nach 2 Stunden dann noch ein paar andere Volos kamen waren wir eine riesige Gruppe. Es machte so viel Spass, das spielen, die Gemeinschaft und das Austauschen mit Christen aus anderen Ländern. Ihren Überzeugungen zuzuhören und die gemeinschaftlichen Dinge die man hat zu entdecken und zu teilen sind irgendwie unbeschreiblich. Wie in einer riesigen Familie. Herrlich es tat richtig gut, mit den ganzen Leuten aus Übersee und auch den ganzen Hagos den Tag zu verbringen. Natürlich machten das Volleyballspielen und das Badengehen im Januar am Strand besonders Spass. Auch das ins Wasserwerfen der ganzen andere Leute die eigentlich garnicht wollten. Wir spielten wirklich den ganzen Nachmittag bis irgendwann schließlich die Sonne unterging. Wir nutzen den Moment mal wieder um unsere Sonnenunztergangbilder zu schießen. Mit einer Gruppe vieler Jungs macht das besonders Spass. Baden bei Sonnenuntergang, oh man. Ach, der Abschied vom Strand viel mir garnicht so schwer, denn es war ein perfekter Abschied. Auch der Sonnenuntergang war so was von toll, ein richtiges Abschiedsgeschenck vom Tel Aviver Strand an mich. Unsere Wege trennten sich und so zogen wir zu dritt wieder los Richtung Central Bus Station, denn es wurde ziemlich schnell dunkel nachdem die Sonne erstmal weg war.Unterwegs aßen wir in einem speziellen Fallafelladen, ich nutze jede Gelegenheit zum Fallafelessen denn ich werde in der nächsten Zeit in Deutschland wohl nicht so viele haben. Wir latschten also wieder zurück zu Central Bus Station. Dort bekamen wir ein Sherut nach Jerusalem. Es war mal wieder ein Grund zum Danken, denn am Morgen hatte ich so viele Bedenken. Ob wir rechtzeitig zum Gottesdiesnt kommen und so. Außerdem ging es mir schlecht am Morgen. Tja, Gott hats mal wieder wunderbar gemacht. So machten wir die gesamte Tour vom Morgen nocheinmal nur andersherum. Natürlich mussten wir unsere Fahrräder abholen und auch zum Alyn zurückfahren. Wer sich auskennt weiß, was wir an diesem Tag geleistet haben, an Kilometer gelatscht und Fahrrad gefahren sind. Außerdem hatten wir uns ohne Pause den ganzen Tag am Strand verausgabt. Glücklich aber total fertig kamen wir im Alyn an. Es war schon sehr spät. So war es wirklich ein genutzter Tag. Wir verglichen nur noch die Fotos, einige von den Bildern sind von Dominic die ihr im Eintarg gesehen habt. Von morgens bis abends auf den Beinen gewesen. Ich ging schlafen denn am nächsten Morgen musste ich um 7 Uhr zur Frühschicht stramm stehen. Ich spürte während der Schicht alle meine Knochen und wunderte mich wo man nicht überall Muskelkater bekommen kann.