Dienstag, 29. Juni 2010

(in) Israel lebt(s)

Ich muss mich korrigieren, habe im letzten Blogeintrag etwas geschrieben was nicht so ganz der Wahrheit entsprach. Ich wohne gar nicht alleine in meinem Kellerzimmer. Es gibt sehr viele die sich regelrecht darum streiten bei mir zu wohnen. Leider schaffen sie es auch sehr oft bei mir einzudringen und mein Zimmer in Besitz zu nehmen. Natürlich spreche ich nicht von Personen sondern von den ganzen Tieren. Papa würde wohl sagen dem „Viehzeugs!“ Es wäre dir auch nicht zu verübeln wenn du das hier sagen würdest Papa, denn es kriecht und flitzt hier echt ne Menge so genanntes „Viehzeugs“ herum. Manche von denen sind echt faszinierend, andere wirklich einfach nur ekelhaft. Ein sehr einprägsames Erlebnis hatte ich letzte Woche. Ich wollte nur kurz entspannen und legte mich für 5 min aufs Bett, daraus wurden dann gut drei Stunden. Als ich erschrocken aufwachte, weil ich noch etwas anderes zu tun hatte und eigentlich nicht 3 Stunden herum schnarchen wollte, stand ich so schnell es ging vom Bett auf. Noch ganz verträumt ging ich Barfuss zum Waschbecken. Aus den Augenwinkeln sah ich es schon. Zum Glück trat ich nicht drauf. Irgendwas kroch auf dem Boden lang, aber sehr schwer zu erkennen da es sich tarnte mit derselben Farbe wie die Fließen. Als ich näher kam und realisierte was es war bekam ich echt nen Schreck. Und als erstes ging mir durch den Kopf wie dieses Vieh in mein Zimmer kommt. Ich konnte es fangen, seht selbst. Eine fette Raupe oder Larve die beharrter war als jeder männliche Löwe mit prächtiger Mähne in der Savanne von Afrika und so groß, dass sie noch nicht einmal der Länge nach in ein großes Bierglas passte. Rechnet euch die Größe selbst aus, es war unglaublich. Noch nie hatte ich so eine fette Raupe gesehen. Dazu fing ich dann noch eine Kellerassel die ungefähr die Breite meines kleinen Fingernagels hatte, nicht so klein und süß wie in Deutschland sondern bestimmt 3 cm lang. Als ich sie beide irgendwann nach draußen setzte und mich verabschiedete, desinfizierte ich das Glas erstmal gründlich. Dagegen sind die Katzen die hier überall herumlaufen, in den Mülltonnen hausen und einen Nachts zu Tode erschrecken können echt angenehm. Man sieht sie überall auf der Straße, manchmal auch von einem Auto erfasst und verteilt über 2 Meter. Ja das war mal eine Katze. Dieses Exemplar sieht auch noch ganz gut aus, es gibt andere mit nur drei Beinen, einem Auge und ohne Schwanz und Fell.
Ich erinnere mich gut wie Matthäus und ich früher mal nachts im Wohnzimmer des Alyns saßen und erzählten und beide schrieen wie kleine Mädchen als plötzlich eine Kakerlake um unsere Füße lief, die wir sofort einzogen.
Kakerlaken sind noch ganz angenehme Mitbewohner, genauso wie Keikos, Eidechsen und alle möglichen anderen Tierchen. Die Stachelschweine aus dem Garten sind bis jetzt glücklicherweise auch immer im Garten geblieben. Würde mich auch sehr wundern wenn die durch den Spalt in der Tür kämen, doch warte ich manchmal immer noch drauf, dass ich mal nachts nach Hause komme, die Tür aufschließe, Licht anmache und dann ein Stachelschwein in meinem Bett finde.
Mittlerweile habe ich auch die Ursache für die Ameisenstraße durch mein Zimmer gefunden. Sie führt über die Dusche, ja ich Dusche immer mit ein paar hundert Ameisen zusammen, durchs Zimmer bis zu einem Loch zwischen den Fliesen. Die haben sich wirklich einen Eingang durch die Fliesen in mein Zimmer gebuddelt.
Das ist ja alles gar nicht so schlimm, wären da nicht meine besonderen Freunde. Leider gibt es hier auch eine Menge Spinnen, welche wir in Deutschland nicht haben. Ich bin mir auch nicht sicher ob die alle so harmlos sind wie sie aussehen, denn giftige gibt es hier schon einige.
Wie gesagt, alles ist auszuhalten, solange folgende Exemplare draußen bleiben ist es überhaupt kein Problem. Schlangen und giftige Tausendfüßler muss ich nicht im Bett haben.

Montag, 21. Juni 2010

kurzer Einblick, chaotisch – typisch

Oh man, ich will euch nur kurz erzählen was ich hier so erlebt, was man in Deutschland so vermisst hat. Es ist eigentlich nichts Besonderes aber verankert sich in meinen Erinnerungen schon ganz schön stark. Es geht ein wenig um den Lebensstil und die Leichtigkeit hier im Lande also erwartet nichts Großartiges. Ich fands nur wie gesagt einmalig.
Kurz zusammengefasst. Am Freitag vergaß ich erst das Deutschlandspiel. Hatte irgendwie vergessen, dass die spielen, habe aber anscheinend nichts verpasst! Abends waren wir dann bei einem sehr amerikanischen Shabbatessen, mit Hot Dogs, Hamburgern und Maiskolben in Anatot. Anatot ist eine jüdische Siedlung im der Westbank. Wir waren zu Gast bei den, so wie Hendrik es gesagt hatte: „übelsten Zionisten, alter.“ Dieses Shabbatessen war schon spezial, wer wissen will warum kann ja gerne fragen. Danach sind wir wieder nach Jerusalem, ohne Personalausweis über den Checkpoint. Das war aber zum Glück auch kein Problem. Hendrik schlief bei mir. Am nächsten Morgen, nach einer sehr warmen Nacht, standen wir auf und fuhren mit Olga zur Gemeinde. Ich berichte hier jetzt einfach nur den Ablauf meiner beiden freien Tage. Nach der Gemeinde sind wir ins Alyn, haben dort gegessen. Die anderen guckten Fußball, laaaaaaangweilig muss ich hier mal erwähnen. Was bin ich froh nicht davon abhängig zu sein. Wie viel kostbare Zeit man doch mit Fußball verschwenden kann und wie froh ich bin das ich nicht jedes Spiel anschauen muss. Ganz im Gegenteil ich versuche es absichtlich zu vermeiden und mache extra etwas ganz anderes während alle, ja auch hier in Israel, auch Fares, wie die blöden vor den Leinwänden hängen. Zum Beispiel habe ich kurz mit Uta telefoniert. Danach sind wir dann in den Sacherpark gelatscht, es war Shabbat und es fuhren keine Busse. Dort haben wir erst mit ein paar Israelis die jeden Samstag dort sind richtig gutes Volleyball gespielt, danach mit der Jugend aus der Assembly, die Gemeinde die ich besuche, Fußball gespielt. Wir spielten, wogegen ich nebenbei erwähnt nichts habe, bestimmt 2 Stunden. Es war so warm und anstrengend. Danach fuhr ich mit nach Petach Tiqwa weil Dominic dort seinen Geburtstag feierte. Wir spielten eine Menge von lustigen Spielen anlässlich seines Geburtstags, von Blindfütterung bis Einkaufswagenrennen. Irgendwann nachts gingen wir schlafen, mit einem einfachen Bettlacken denn alles andere war zu heiß. 2 Stunden später wachte ich irgendwie auf, ohne Wecker, vielleicht durch den Schweiß der mir ins Auge rann. Denn es war mal wieder mega warm. Als ich gegen halb 7 zum Bus aufbrach rann Dominic im Schlaf schon der Schweiß von der Stirn. Ich ging so früh los weil ich arbeiten musste. Als der Bus kam bemerkte ich, dass ich gar nicht mehr genügend Geld für eine einfache Tour nach Jerusalem hatte. Als ich noch überlegen wollte mich als dummer Deutscher Tourist auszugeben stieg ich ein. Der Busfahrer war so freundlich, er zählte das Geld, bemerkte, dass ich zu wenig hatte, daraufhin blickte er mich an und winkte mich ein paar Sekunden musternd einfach durch. Sah ich so Mitleids erregend aus? Ich denke, dass es einfach ein gutes Bild für die Israelis ist. Natürlich ist nicht jeder so hier, es gibt auch die anderen die komplett Gegenteilig sind. Aber mir ist das hier nicht zum ersten Mal passiert. Schon mehrmals hatte ich das gleiche Problem mit dem Geld und es wurde mir immer geholfen. Eigentlich wurde ich als Ausländer fast immer von den meisten sehr freundlich oder übermäßig freundlich, für deutsche Verhältnisse total ungewöhnlich übermäßig freundlich, behandelt. So auch dieses Mal. Froh, dass ich doch pünktlich zur Arbeit kommen würde stieg ich also ein. Um halb 9 beginnt in der Regel meine Arbeit und um halb 7 fuhr ich wie gesagt von Petach Tiqwa los. Die Fahrt dauert normalerweise 90 Min. Als ich irgendwann aufwachte war die erste komische Situation, dass eine orthodoxe Jüdin neben mir sahs und ebenfalls schlief. Schon ungewöhnlich denn wenn man nebeneinander sitzt berührt man sich meistens, was für viele religiöse Frauen aber verboten ist. Außerdem schlief sie mit ihrem Kopf ab und zu fast auf meiner Schulter. Haha, war schon witzig. Was allerdings nicht so toll war, ich schaute auf die Uhr und es war bereits kurz vor halb 9 und wir standen voll im Stau! Oh man das war schon ätzend, irgendwann konnte ich die Brücke von Jerusalem sehen, es ging aber nur langsam voran. Trotz alledem kam ich im Endeffekt nur 15 Min zu spät, ich hätte mindestens mit einer halben Stunde gerechnet. Halb 6 nach der Arbeit wollte ich kurz entspannen und legte mich für geplante 5 min aufs Bett. Daraus wurden dann 3 Stunden. Ich stand dann auf und fuhr ins Alyn, telefonierte mit Uta und redete ein wenig mit den Patienten. Nach elf feierten wir im Kleinen kreise Dominics Geburtstag. Ich übernachtete wieder im Alyn und fuhr dann heute Morgen wieder zur Arbeit. Was es so schwer machte. Ich litt so unter Muskelkater vom Fußballspielen am Samstag. Jeder Muskel tat weh, bei jeder Bewegung, sogar beim liegen oder sitzen. Meine Mama würde mich auslachen und sagen, tja, zu wenig und unregelmäßig Sport gemacht. Zur Verteidigung, ich war nicht der einzige mit Muskelkater. Wir waren beim Fußballspielen so kaputt, dass wir uns freiwillig mit dem Torwart abwechselten. Mein Mund war so trocken, trotz trinken, dass meine Zunge am Gaumen klebte, wenn sie nicht grade beim keuchen draußen hing. So, das war ein kleiner Einblick in meinen Alltag, bis jetzt noch sehr durcheinander. Aber langsam merke ich, dass ich nicht mehr im Alyn arbeite und wohne und langsam bekomme ich Struktur und Ordnung in den Alltag (falls man es so nennen kann, für andere vielleicht macht es nicht den Anschein von Ordnung, aber für mich sind es große Vorschritte, zum Beispiel zur geregelten Zeit ins Bett zu gehen…). Grüße aus Jerusalem.

Dienstag, 15. Juni 2010

kurze Berichterstattung

Mittlerweile kann man schon sagen, dass ich hier gut angekommen bin. Der Müll gehört wieder zum Alltagsbild. Boah, musste den Eintrag eben unterbrechen. Hatte einen Satz geschrieben, da flog mir irgendwas ins Auge. Zur Erklärung, ich sitze draußen vor meiner Tür weil drin die Internetverbindung dauernd zusammenklappt und es ist bereits 1 Uhr nachts. Das bedeutet es ist dunkel und mein Laptop zieht die ganzen Mücken und was weiß ich noch so alles an. Auf jeden Fall greife ich mir aus Reaktion ans Auge und es tut richtig, aber so richtig doll weh. Mein Auge fing an zu brennen und zu tränen und wurde rot, solche Schmerzen am Auge hatte ich wohl noch nie. Warum? Vertrag ich die israelischen Mücken nicht? Nein! Kurz zuvor hatte ich Depp etwas gegessen und mir ein wenig Chili ins Gericht gerieben / gebröselt, tja dieses mega scharfe Zeug hing noch an meinen Fingern und kam so an mein Auge. Mittlerweile geht’s wieder, musste aber rein rennen und kühlen. Also wie gesagt, wollte nur kurz mitteilen, dass ich mich gut eingelebt habe. Kommt mir sowieso vor, als wäre ich nie weg gewesen. Vom Flughafen war meine Tour zum Seminar nach Latrun ziemlich chaotisch, bin vom Ben Gurion über Jerusalem nach Latrun gefahren. Eine Geschichte für sich, musste lange an der straße warten wo die ganze Zeit die Flieger zum Landeanflug ansetzten. Irgendwie war es aber auch typisch, und lustig. Natürlich nur jetzt, also ein paar Tage danach. Hehe, überall lag wieder der Müll herum, auch wie hier vor meiner Unterkunft.Die Sicherheitkontrollen beim Busfahren dauerten ewig (hatte ja viel Gepäck vom Flug), das Beste an der Tour war ein alter Opa. Dieser drängelte sich bei Fahrkartenkauf so frech und ohne Scham vor, dass es ebenfalls schon wieder lustig war. Als ich lachen musste anstatt zu meckern zwinkerte er nur und bedankte sich sogar. Tja, Jerusalem hieß mich mit überfüllten Mülltonnen und einer orthodoxe Party auf der Straße willkommen. Es wurde wohl eine Synagoge neu eröffnet oder eine neue Thorarolle geschrieben, hier die Thorarolle unter der Chuppa.Habe mittlerweile das Alyn die Patienten und WG besucht, schon öfters. Muss zugeben dass ich erst zweimal in meinem eigenen Bett geschlafen habe, sonst immer im Alyn. Wer kann es einem verübeln? Einmal Alyn, immer Alyn, hehe! Gearbeitet habe ich auch schon. Nach knapp einer Woche habe ich erst einen Kilo Hummus vernichtet, sorry an alle Liebhaber die zurzeit nicht in den Genuss kommen können. Außerdem habe ich mein Zimmerchen eingerichtet, letzte Nacht sogar noch einen kleinen Schrank gefunden der perfekt dazu passt. Sieht man hier auf dem Foto meines außen Wohnzimmers, der kleine weiße Schubladenkasten. Ansonsten habe ich nicht so viel Platz. Habe versucht mich auf der Stelle zu drehen und die Größe des Zimmers mit der Kamera zu erfassen, hat aber nicht so gut geklappt. Aber was man da sieht ist auch alles, muss aber bemerken, dass es mir richtig gut gefällt und ich auch garnicht mehr gebrauchen könnte und wollte. In der Reihenfolge: Bett, Gitarre, Kühlschrank, Schriebtisch, Toilette, Dusche, Waschbecken. Mehr habe, brauche und will ich auch garnicht.Habe mich im Vergleich zum Alyn zwar vergrößert zum Vergleich aus Deutschland aber verkleinert, was aber auch überhaupt nicht wichtig ist. So ich höre auf zu schreiben jetzt denn es kommt nichts Gescheites mehr raus. Außerdem wurde ich eben so von ner Katze hier erschreckt, dass ich lieber reingehe, diese blöden Katzen. Leider sind das meine einzigen Mitbewohner die im Garten vor meiner Tür leben, es sollen 5 kleine Kätzchen sein, 2 habe ich schon gesehen. Außerdem gibt es noch Papageien und des Nachts auch Stachelschweine. Bevor die mich noch anstacheln geh ich lieber pennen. Oh man, entschuldigt. Ich bin müde. Gute Nacht – Laila Tov Der typische Sonnenuntergang vom Alyn.









Dienstag, 8. Juni 2010

I'm back

in Israel. Die Anreise war diesesmal ziemlich chaotisch aber wenn man jetzt erstmal hier ist, alles kein Problem. Ich fasse mal meine letzten Tage kurz zusammen. Am Donnerstag bin ich gefahren: von Kiel nach Rendsburg. Von Rendsburg mit dem Reisebuss nach Krelingen zum Buju (Bundesjugendkonferenz der Baptisten). Hier zwei Bilder von dem Hagoschrimstand an dem wir mitgearbeitet haben. Hier ein Volontär der seit Februar 2009 in Israel festhängt.Dann am Sonntag von Krelingen (bei Hannover) nach Frankfurt am Main, mit dem Zug. Am Dienstag per Mitfahrgelegenheit (ein zu spät kommender, mehr Geld verlangender, Musik hörender, kaum Deutsch oder Englisch sprechender Inder) nach Köln zum Flughafen. Von Köln in 45 min Flugzeit nach Berlin. Nach mehrstündigen Aufenthalt in Berlin, von dort endlich nach Israel. Ankunft hier am Ben Gurion heute, Mittwoch der 09.06.2010, gegen halb 4 Uhr morgens. Jetzt ist es gleich 6 Uhr und ich sitze noch so an der Steckdose mitten auf dem Flughafengelände und warte auf ein Sherut Richtung Jerusalem. Komischerweise ist meine Begeisterung Blogeinträge zu schreiben sofort wieder aufgeflammt als ich israelischen Boden betrat. Auf die Knie gefallen um den Boden zu küssen bin ich bis jetzt noch nicht, wohl erst in Jerusalem ;-) Schöne Grüße aus diesem fazinierenden Land. Oh man es ist unbeschreiblich wieder zurück zu kommen. Unglaublich, ich kann es kaum fassen. Wie viel angenehmer und einfacher hier alles ist, alleine schon dieses Gefühl, wow, es ist Wahnsinn. Gottes Segen und danke an alle die an mich denken und beten. Thomy, aus Israel ;-)