Sonntag, 21. Juni 2009

Videos auf dem Blog

Irgendwie ist bei meinen Entwürfen jedes Video nie in voller Größe zu sehen. Daher, einfach ganz nach unten auf den Blog scrollen. Dort befinden sich alle Israelvideos bisher und alle neuen Sachen die kommen werden.

Einkaufen mit Fares

In der Frühschicht fragte Fares mich ob ich mit ihm nicht einkaufen gehen könnte. Natürlich nach der Frühschicht, denn während den Arbeitszeiten kann man mit den Patienten nicht weg gehen. Dafür muss man dann seine Freizeit opfern, und Überstunden bekommt man natürlich nicht dafür. Naja aber was soll man machen wenn niemand anderes mit den Leuten rausgeht und die im Krankenhaus hier schon Wurzeln ansetzen? Außerdem freuen sie sich immer besonders wenn man mit ihnen weg geht. Meistens bekommt man alles ausgegeben was man will weil die so glücklich sind. Es macht Spass und in solchen Ausflügen lernt man die Patienten immer noch mehr kennen und es ist immer was besonderes.

Das war am Donnerstag wo ich keine Zeit hatte. Hab ihm versprochen am Freitag vorm Shabbat und meiner Spätschicht also vor 15 Uhr zu gehen. Problem war ich hatte von Donnerstag auf Freitag auch noch Nachtschicht. Also die dümmste Arbeitssituation die es geben kann. Frühschicht, 8 Stunden Pause, Nachtschicht, 8 Stunden Pause und danach Spätschicht. Unglaublich. Also 6 Schichten die Woche statt 5 und 3 Schichten an 2 Tagen, abgesehen davon das wir eigentlich keine Nachtschichten arbeiten dürfen.

Sorry lass mich grad n bisschen über die Arbeit aus, aber es ist echt schlimm geworden, werd vielleicht später nochmal drauf eingehen. Naja oder jetzt eher gesagt. Nach der Nachtschicht musste ich um 11Uhr zu nem Gespräch mit nem arabischen Worker mit den es die Woche davor crasse Probleme gab. Wer legt nen Gespräch auf 11 Uhr nach der Nachtschicht? Oh man. Fällt mir nebenbei ein, die sind so dreist auf den Sationen geworden das es letztens ein Anruf für Angela Nachts um 2 Uhr gab, mit der Frage ob sie am nächsten Morgen Frühschicht arbeiten könne. OIWAWOI, bei sowas könnt es mir immer hockommen, grade wenn man nie ein Danke oder noch nicht mal seinen beantragten Urlaub bekommt. Oder wenn man einfach so Urlaubstage bekommt ohne zu fragen (die Urlaubstage dürfen nur wir festlegen, eigentlich) was richtig dumm ist denn wir haben ja nur begrenzten Urlaub und ich will den doch nicht unter der Woche haben wenn zb Bekannte kommen und ich dann die ganze Zeit arbeiten müsste...ahhhh mir fällt da echt nichts mehr zu ein.

Egal zurück zu dem Erlebnis mit Fares. Der Typ heitert mich bei allen Unverschämt-und Frechheiten hier immer wider auf ohne groß was zu tun. Daher werd ich immer wenn er fragt was mit ihm machen. Werd zb nächste Woche 5 Tage mit ihm nach Hause, Nazareth, in eine christlich arabische Familie fahren aber dazu dann mal irgendwann mehr.

So zurück zur eigentlichen Story die mit Stress auf der Arbeit, wenig Schlaf und ner echt dummen Situation zu tun hat. Wir sind also in nen Supermarkt weil seine Vorräte alle waren und er genauso wie die Volontäre kein Bock mehr auf den Alynfraß aus der Großküche hat. Wir kauften ordentlich Kram, immer mehr immer mehr. Es dauerte dementsprechend auch länger. Auf einmal merkte ich, son Mist ich hatte etwas im Alyn vergessen. Die ganzen Tage und vor allem der Morgen waren so merkwürdig gewesen das ich vergessen hatte mein morgenetliches Geschäft zu tätigen. Anders gesagt ich musste dringend "groß" aufs Klo. Das Problem war ich konnte nicht ins Alyn zurück (hätt zu lange gedauert), konnte nicht einfach raus und ins Gelände (was sollte ich mit Fares machen den man nicht alleine lassen darf)...? Tja das is mal ne Sch...ß Situation. Fares freute sich nur und fuhr mir durch den ganzen Supermarkt auf der Suche nach ner Toilette hinterher und ließ Kommentare los. Ich fand eine, tja aber mit nem Treppenaufgang. Hatte gehofft das Fares draußen vor der Tür bleibt und ich drin tun könnte was ich nicht lassen kann aber jetzt war da sogar noch ne Treppe und es baute sich immer mehr Druck auf. Fares blieb, gegen seinen Willen, unten stehn mit allen Gepäck und ich rannte einfach nur hoch. Tja HappyEnd ich habs rechtzeitig geschafft und nichts is Schief gegangen, weder bei mir oder Fares. Das Foto als ich ausm Klo rauskam. Auf Heimweg lachten wir immer noch drüber und Fares musste mir versprechen das niemanden zu erzählen. Auf jedem Fall wurde unserem Lieblingsthema wider mal ne Story dazugefügt. Hier nochmal Fares mit Essen für 200 Shekel.

Freitag, 19. Juni 2009

Jom Jerushalajim Video


http://www.youtube.com/watch?v=ANRp6_6nmz0

Montag, 15. Juni 2009

Megastau

Im Mai war ich mit Angela inner Stadt (unteranderem im Hiskiatunnel, damals mein 3. Mal, mittlerweile war ich schon fünf Mal drin:-) auf dem Rückweg zum Hauskreis hielt der Bus auf einmal in der Jaffastreet. Eigentlich nichts besonderes da dort immer Stau ist. Als es nach 10 Minuten aber immer noch nicht weiterging, nach und nach alle Leute ausstiegen, draußen an den Bussen die Massen vorbeizogen und sogar der Busfahrer ausstieg und eine Raucherpause einlegte wurde es sogar uns zu blöd. Als wir ausstiegen sahen wir das Chaos. Die ganze Jaffestreet vollgestopft mit Bussen. Unglaublich. Wir gingen also kurzerhand zum Hauskreis, mit nem kleinen Abstecher übern Shuk denn wir waren sowieso schon spät dran. Angela latschte die ganze Zeit mit ner nassen Hose durch die Stadt weil ich anscheinend vergessen hätte ihr zu sagen das man für den Hiskiatunnel kurze Klamotten brauchte, ich war mir aber sicher es mal erwähnt zu haben. Ein israelischer Tag. Hier ein kleines Video vom Stau in Eile aufgenommen.

Sonntag, 14. Juni 2009

Jom Jerushalaijm

Am 21. Mai war der diesjährigen Jerusalemtag, der Jom Jeruschalajim. Dieser Tag wird seit der Wiedervereinigung der Stadt im Jahr 1967 gefeiert. Am Donnertagabend gab es neben einer riesigen Parade eine dicke Feiern an der Klagemauer. Der Ostteil Jerusalems gehörte bis zum Jahr 1967 zu Jordanien. Im Sechs-Tage-Krieg wurde er von Israel erobert. Die Stadt wurde nach 19-jähriger Teilung wieder vereinigt. Seitdem haben Juden wieder Zugang zur Altstadt und damit auch zur Klagemauer, dem letzten erreichbaren Rest eines der beiden biblischen Tempel. Nach jüdischer Überlieferung hat Gott bei der Erschaffung der Welt alle Schönheit in zehn Teile aufgeteilt. Neun von ihnen verwendete er allein für Jerusalem, den zehnten für den Rest der Welt. Ebenso verfuhr er mit allem Leid, das auf der Erde geschehen sollte. Auf jeden Fall bin ich nach nem geilen Strandtag in Tel Aviv mit Lisa und nen paar anderen aus Petah Tiqwa zusamm nach Jerusalem gedüst und gleich in die Stadt. In der Innstadt wurde zwar überall gefeiert aber nicht so wie wir uns erhofft hatten. Ich hatte ein wenig Druck denn ich musste um 23 Uhr zur Nachtschicht und hatte nicht mehr soviel Zeit. Außerdem fuhren die Busse wegen dem Jom Jerushalaijm unregelmäßig (oder besser gesagt noch unregelmäßiger als sonst). Als wir doch noch in die Altstadt latschten ging die Party auf einmal richtig los. Überall liefen Leute mit Fahnen rum, es wurde getanzt, wir trafen die Nachman oder Technojuden die laut irgendwelche Lieder grölten und herumsprangen. Als wir zur Klagemauer gingen wurde es immer voller und lauter. Als wir um die Ecke bogen sahen wir dann schon was los war. Massen und noch mehr Menschen. Da haben wir dann auch Hanni getroffen. Lukas erklärte sich bereit für mich eine Stunde der Nachtschicht zu übernehmen, sodass ich erst gegen 23Uhr los gehen musste. Wir fanden eine Fahne und schossen ein paar coole Bilder von uns in der Menge. Es herrschte eine unglaubliche Atmosphäre als alle anfingen zu tanzen und zu singen. Als dann auch noch der Oberrabbiner kam und betete, dass die Stadt für immer vereinigt bleiben würde und die ganze Menge mit machte war ne besonders einmalige Stimmung. Wir sind dann langsam abgezogen. Durch die Altstadt Richtung Damaskusgate. Ich habe in meiner ganze Zeit das arabische Virtel noch nie so leer gesehen. Für die Araber ist der Jom Jerushalaijm eher ein Trauertag als ein Feiertag. Beim Falaffelmann am Damaskusgate für 6 Shekel bekamen wir dann noch ein Feuerwerk mit. Als ich losging war ich schon spät dran, kaufte mir noch einen Liter XL-Energy Drink und ging zur Jaffastreet. Auf dem Weg wurde ich auf einmal angequatscht. Ahmed ein arabischer Worker von unser Station hatte grade seine Spätschicht an seinem 2. Arbeitsplatz beendet und er nahm mich sofort mit als er hörte das ich auch noch arbeiten musste. Ich war dann, dank seines Fahrstils, schon halb 12 auf Station, sodass Lukas nur 30 min für mich arbeiten musste. Ein gelungener Abend mit vielen bleibenden Erinnerungen.

Dienstag, 9. Juni 2009

Unsere Arbeit

Bei uns auf der Station hat einer der Patienten einen ansteckenden Virus. Ich war mit Hanni am Strand als ich angerufen wurde ob ich früher zur Nachtschicht kommen könnte weil etwas vorgefallen wäre. Als ich früher aufgetaucht bin wurden mir ein Zettel mit zu beachtenden Regeln und Vorsichtsmaßnahmen für die Nacht in die Hand gedrückt. Überall in Marah Diur (unsere Station) hingen Zettel aus. Alle Regeln waren auf Fachenglisch, sodass man sich erstmal durch alle medizinischen Begriffe beißen musste. Vor dem Zimmer des besagten Patienten war großes Tohuwabohu. Überall Vorschriften und Zettel an den Wänden. Der arme Kerl war unter Quarantäne und in Isolation. Bevor man das Zimmer betreten konnte musste man sich einer 5 minütigen Prozedur unterziehen, einen blauen Schutzanzug und Handschuhe anziehen. Außerdem aufpassen das man nichts berührt, bei Berührung des Patienten den Handschuh wechselt, allen Müll in einen extra Müllbeutel, alle Wäsche in einen extra Wäschebeutel tut, und vor allem nicht in Berührung mit irgendwelchen Körperflüssigkeiten oder Sekreten des Patienten kommt. Nacht war dementsprechend anstrengend da man immer für jeden Vorgang länger gebraucht hat, und man sogar beim Ausschalten des Lichtes oder des Fernsehers überlegt hat ob man das jetzt so machen darf oder sonst was beachten muss. Außerdem war eine extra Desinfizierung nach jeder Behandlung vorgesehen. Erst mit extra Desinfektionsmittel die Hände einreiben (später wurden alle Dinge in Benutzung des Patienten mit dem Zeugs eingerieben) und danach dann das Mittel abwaschen. Wenn man dann schnell zum nächsten Patienten musste war es immer total nervig und zeitaufwändig das alles zu beachten.Der arme Betroffene Patient durfte zwar raus aus seinem Zimmer, aber dafür blieben dann andere Patienten bewusst in ihren Zimmern und gaben ihm zu verstehen das sie nichts mit ihm und seinen Virus zu tun haben wollten. Das ist auch verständlich denn bei der kleinsten Infektion, und sei es eine Erkältung, können unsere Muskelschwund Patienten mit ihrem geschwächten Immunsystem sich sehr schnell infizieren und dann auch den Löffel abgeben. Oberste Vorsicht herrschte zuerst, den Virus gibt es nach wie vor immer noch aber mittlerweile sind alle Regeln abgeschwacht weil niemand mehr den Nerv hat sie zu befolgen. Für uns war es ein Erlebnis sich die Klamotten an zu ziehen und auch ein paar davon mit zu nehmen. wie gesagt es wird niemals langweilig bei uns.

Sonntag, 7. Juni 2009

Return of a Brother

Seit einem Monat ist Hanni wider im Heiligen Lande. Herrlich. Komm jetzt nach einem Monat erst dazu langsam alle Ereignisse wider zu geben. Wir haben schon so viel erlebt. Wir sagen uns beide das es eine einmalige Chance und ein unglaubliches Privileg ist zusammen in Israel zu sein. Daher nutzen wir jede frei Minute um etwas gemeinsam zu machen. Ich sitze jetzt hier mitten in der Nacht, habe grad Spätschicht bis 23 Uhr gearbeitet, es ist jetzt halb 3 Uhr Nachts und muss um 7 Uhr wider Frühschicht arbeiten. Tja, so sieht das Israelische leben bei mir aus. Eine tatkräftige Unterstützung bei den ganzen Aktionen, und mittlerweile zu einem engen Freund geworden, ist XL-Energy Drink. An dieser Stelle mal eine Erwähnung des glorreichen Getränks welches es mittlerweile auch in 500ml Dosen zu kaufen gibt. Hier ein paar Eindrücke, dass sich die Dose nicht nur zum trinken eignen!Ich fange mal ganz von vorne an. Hanni und alle anderen haben mich mal wider ordentlich veräppelt. Statt am genannten Datum zu kommen, wo ich eine Überraschung geplant hätte kommt der Scherzkeks eine Nacht davor wo ich mich nochmal ordentlich ausruhen wollte. Er hat Jonas geweckt und dann ham die beiden sich in Willis Zimmer geschlichen wo ich die Nacht pennen wollte, warum weiß ich nicht mehr. Alles was aus mir raus kam war: Pädder du Arsc...weil ich mit dem Kerl noch 2 Stunden davor geskypt hatte und der mir noch erzählte, Johannes sei nochmal nach Flensburg gefahren usw. Man und als ich die Augen aufmache und in ne Kamera und Hannis Gesicht guck fiel mir das als erstes ein. Vor allem das ich Pädder noch ganz stolz von meiner Überraschung erzählte welche ich jetzt natürlich auch nicht mehr durchführen konnte.
Auf jeden Fall haben wir die Nacht durchgemacht, erzählt, Daten ausgetauscht, Geschenke von der Muddi (Julia) ausgepackt, vielen Dank nochmal für den Honig und alles andere Julia, du bist echt nen Hamma. Am Morgen lag wider Nebel im Tal, für mich schon alltäglich aber immer wider nen Foto wert. Wir schliefen uns aus latschten, Shabbat, nach Gilo. Dort erschreckten wir nen Haufen Leute und alle freuten sich das Hanni wider da ist, weniger aber übers erschrecken. Nächsten Tag gings dann an den Strand nach Tel Aviv. Nach ner relativ heißen und schwitzigen Übernachtung in der Petah Tiqwaner Shekel WG sind wir auch schon wider nach Jerusalem da ich am nächsten Tag arbeiten und Hanni sich nach nem Arbeitsplatz umsehen musste. Im Bus schliefen wir beide. Allerdings in verschiedenen Abständen. Dabei hatten wir beide, zwei dumme ein Gedanke, die Idee den anderen beim schlafen zu fotografieren. Echt herrlich das beide unabhängig voneinander den gleichen Blödsinn im Kopp haben. Das war der Anfang. In Zukunft wird vieles folgen wenn ich die Zeit finde. Entschuldigt wenn es manchmal etwas länger dauert. Zu berichten gibt es genug, es ist wirklich die nicht vorhandene Zeit die mich abhält. Schöne Grüße von den Gebrüdern Assmann, nun wider zusammen in Israel unterwegs.