Naja, es liegt halt daran das manche ihr ganzes Leben in die Nacht verschieben. Ich habe von unseren 16 Bewohnern mit fast alle heute Nacht etwas zu tun gehabt. Es ist halt so, wenn der andere Worker beschäftigt ist und einer seiner Patienten in dem Augenblick klingelt ist man selbst natürlich für die Patienten des anderen auch noch verantwortlich. Jeder Patient hat Nachts eine Klingel mit der er die Arbeiter in Notfällen rufen kann. Nun gibt es anscheinend aller 5 Minuten Notfälle. Das heißt im Klartext man ist ununterbrochen unterwegs. Bedient die Leute die "Notfälle" haben, oder die die noch wach sind und das ganze Tagesprogramm brauchen. Als erstes musste ich für jemanden Essen machen und es ihm natürlich auch geben was bei Muskelschwundpatienten immer etwas länger dauern kann. Dazwischen klingelten meine und die Patienten des beschäftigten anderen Workers und die Leute die noch wach waren kamen auch zu mir da ich der einzige war der ihnen nun die Wünsche erfüllen konnte.
So läuft es dann. Man steht im Zimmer eines Bewohners und saugt ihn grade den Schleim aus der Luftröhre wobei man unmöglich was anderes machen kann, während 2 Andere schon vor der Tür stehen und auf dich warten und 2 klingeln noch zusätzlich. Wenn man dann noch müde ist oder ein wenig kränklich hat man verloren. Zum Glück bekam ich von dem arabischen Worker, einer der wenigen guten wie ich schon erwähnt hatte, am Anfang ein XL geschenkt. Er weiß halt womit er mir ne Freude machen kann. Das XL konnte ich dann gegen 1 Uhr nachts auch halbwegs genießen als ich nur mit dem füttern eines Patienten beschäftigt war und somit eine Hand frei hatte. Gegen 2 Uhr hatte ich dann wieder grade soviel Zeit mir einen Pott Tee zu machen der mich bei der Arbeit immer wachhält (siehe Bild oben). Gut das wir diese Nachtschicht Beeper hatten mit denen wir egal wo wir grade zu tun haben immer sehen wer grade klingelt.
Bild mit Beeper von damals.
Oftmals hat man diese Beeper nicht, da manche Worker sie sich ganz gerne nach der Nachtschicht einstecken um auch in den Frühschichten ein relaxtes Leben führen zu können. Denn normalerweise muss man bei jedem Klingeln alles stehen und liegen lassen, zur Nursestation laufen um zu gucken wer klingelt und dann zum Betreffenden flitzen. Diese Nachtschicht war zwar stressig aber angenehm denn ich hatte wie gesagt einen sehr netten Arbeiter erwischt, der nicht wie andere sich versteckt wenn geklingelt wird, einschläft oder sich sonst wie vor der Arbeit drückt. Zwischendurch bekam ich dann auch noch einen weiteren Energiedrink von Giegie, einen der Nachtaktiven, geschenkt.
Den braucht man auch denn normalerweise muss man um 6 Uhr schon wieder anfangen den ersten Frühaufsteher aus dem Bett zu holen, zu duschen und für die Schule bis 7 Uhr fertig zu machen. Heute bleib ich davon aber verschont denn er hatte keine Lust auf Schule, verständlicherweise. Nun bleibt mir noch ne halbe Stunde dann werde ich in mein kaltes Bett fallen. Habe für diesen Eintrag 1 und ne halbe Stunde gebraucht,bedingt durch die ganzen "Notfälle" :-). Wenn ich was gelernt habe in Israel dann ist es Geduld, wofür ich echt dankbar bin. Denn ich liebe die Arbeit nach wie vor, auch wenn ich mich oftmals über sie auslasse und es Probleme gibt. Kann mir im Moment aber nichts anderes vorstellen und bin froh im Alyn zu sein.






