Freitag, 24. Juli 2009

Spezielle Israelische Hochzeit

Rafi, ein Patient von unser Station hat mich gefragt ob ich mit ihm auf ne Hochzeit kommen würde. Es ist immer so das ich natürlich nicht alles ganz genau verstehe weil die so schnell Hebräisch reden. Bin deswegen schon sooft in Fettnäpfchen getreten. Hochzeit, den Tag und die Uhrzeit verstand ich. Am Dienstag Abend nach einer Nachtschicht. Ich sagte so schnell ja das ich mich im Nachhinein wider ärgerte. (Rafi ist der linke im Bild, der rechte ist Gihad, oder Giegie ein Patient mit der meisten Coolness im Alyn aber auch sehr anstrengend) Irgendwie gings mir nicht so gut, hatte wenig geschlafen und mich irgendwie erkältet. Als ich Montag zur Nachtschicht los ging merkte ich schon das etwas nicht stimmte. Mich erwischte es voll. Vielleicht durch die Klimaanlagen oder die Arbeit. Ich war kaum noch fähig zu arbeiten, mich auf den Beinen zu halten oder sonst was zu tun. Ich fror, hatte nen dicken Hals und dicke Mandeln, nen dröhnenden Kopf usw. Und die Patienten klingelten irgendwie besonders viel in dieser Nacht. Zog mir nen Jogginganzug von Fares über, trank Tee, bekam Schmerztabletten von der Nurse und arbeitete noch die Schicht bis zum Ende, zum Groll von Angela die mir die ganze Zeit über Skype riet einfach nach Hause ins Bett zu gehen. Hätte ich vielleicht auch machen sollen. Stellte mir den Wecker auf 14 Uhr weil wir da eigentlich filmen wollten für unsere Alynfilm der auf dem Seminar gezeigt werden sollte. Schlief danach dann weiter bis um 18 Uhr. Mir gings immer noch dreckig. Machte mich trotzdem fertig mit Anzug und schicken Klamotten. Angela war echt n bisschen sauer auf mich das ich das machte, aber ich hatte es Rafi ja versprochen. Nahm vorsichtshalber Tabletten mit obwohl ich nicht vorhatte die zu nehmen. Bin kein Fan von Medizin. Die Fahrt ging schon gut los. Laute Musik schon im Auto, ich schwitzte als einziger, hatte Kopfschmerzen und nen dicken Hals. Zum Glück fuhren wir nicht wie ich es verstanden hatte nach Haifa sondern nach Petah Tiqwa. Dort suchten sie über eine Stunde den Veranstaltungsort. An jeder Kreuzung wurde angehalten und das Fahrzeug auf der Nebenspur angesprochen. Anstatt sich davor zu informieren macht man es dann auf die Israelische Art. Nach ner endlosen Suche fanden wir es endlich. Ich wäre am liebsten gleich wider mit dem Fahrer nach Hause gefahren. Ging ja aber nicht. Rafi freute sich wie ein Schneekönig. Also rein ins Gebäude wo die Musik schon laut raus tönte. Die erste Überraschung, überall Behinderte. Rafi kannte die meisten von ihnen. Nun bekam ich auch mit das zwei Behinderte heiraten würden. Rafi wurde mir von seinen alten Bekannten quasi abgenommen. Ich holte mir ne Coke stellte sie aufn Tisch, danach bin ich los um was Essbares auf zu treiben. Als ich mit ein paar Frühlingsrollen widerkam war meine Cola weg. Schnell die Frühlingsrollen gegessen und dann ging es auf einmal auch schon los mit der Zeremonie. Stellte mich schön nach vorne hinter die Rollstühle und hab alles gut mitbekommen. Die ganze Zeremonie, den Rabbi, und alle Dinge die zu einer Israelischen Hochzeit dazu gehören. Als am Ende das Glas zerbrochen wurde (die Freunde hoben den Rollstuhl des Bräutigams an, legten das Glas drunter und ließen den Rollstuhl drauf fallen was beim ersten Mal nicht so klappte) schrien alle mazel tov und die Party startete. Musik, Disco alle fingen an auf der Stelle wo sie eben noch still standen und der Zeremonie gelauscht hatten an zu tanzen. Oh man kein Ort für mich. Ich verdrückte mich zu den Esstischen. Nach einiger Zeit wurde die Party unterbrochen und alle (alte Omas, kleine Kinder und alle anderen Generationen kamen von der Tanzfläche) setzten sich an die Tische. Es gab Essen. Bekam nen großen Teller mit allen möglichen guten Sachen. Wollte aber erst Rafi füttern. Nachdem er drei Bissen genommen hatte kam das Brautpaar auf die Tanzfläche gefahren und führte den Eröffnungstanz vor zu ner Technoversion von Fluch der Karibik. Danach strömten wider alle Leute, jung und alt, auf die Tanzfläche. Wie ne Panik, alles wurde stehen und liegen gelassen, das gute Essen, die Behinderten die nicht selbst fahren konnten, einfach alles. Komischerweise hatte alle Männer die davor eine trugen nun keine Kippa mehr auf. Man voll die Party, Disco, Techno, voll das richtige für mich. Sowas nervt mich ja schon normalerweise aba in der Situation mit fetten Kopfschmerzen und so. Boaaaaaaaaaaaaaaahh...Als ich mich nur noch Kopfschüttelnd vom Geschehen wider meinem Essen zu wandte und den ersten Bissen nehmen wollte war das gute Essen auch schon alles abgedeckt. Nahm noch schnell ein Brot und ein paar Dressings die rum standen denn wie ich befürchtete, war es danach nicht mehr möglich noch irgendwas Essbares auf zu treiben. Es gab nur noch Getränke welche ich mir auch ständig neu holen musste denn wenn ich mich nur kurz vom Essenstisch abwandte und Rafi beobachtete oder die ganzen anderen verrückten, tanzende Israelis war mein noch nicht mal halbleeres Glas sofort abgedeckt. Rafi war die ganze Zeit mitten im Geschehen. Er bewegte sein Joystick einfach immer vor und zurück, so wackelte sein Kopf die ganze Zeit und er gehörte auch zu der tanzenden Meute. Nachdem der Fahrer schon ordentlich Druck machte zogen wir ab. Zum Glück, es waren bestimmt drei Stunden vergangen in denen Rafi auf der Tanzfläche war und ich mir dauernd neue Colas holen musste. Cool war das ich nichts zu tun hatte und die ganze Zeit Bibel lesen konnte. Wurde oft angequatscht ob nicht auch tanzen wolle, aba zum Glück hatte ich die Ausrede das ich ja auf Rafi achten müsste. Der war aba so beschäftigt, wie gesagt musste ihn nicht mal richtig füttern. Im Auto schlief ich während Rafi die ganze Zeit wie verrückt von seinen Erlebnissen auf der Tanzfläche berichtete. Endlich im Alyn brachte ich Rafi nur noch zu seinem Raum und fiel danach in mein Bett. Konnte am nächsten Tag ausschlafen. Es ging mir dann auch schon viel besser und ich hatte nicht eine einzige Tablette genommen. Israelische Hochzeiten muss ich nicht mehr besuchen, man kann auch in eine Disco gehen, es ist fast das gleiche.

Sonntag, 12. Juli 2009

Fotoshooting in Tel Aviv

Anfang Juni hatte ich nen Fotoshooting in Tel Aviv. Die Geschichte die ziemlich komisch und verrückt ist folgt jetzt. Eine Patientin von unser Station studiert irgendwas mit Modedesigning usw in Tel Aviv. Ich war schon öfters mit ihr da denn sie braucht immer eine Begleitung. Wie gesagt Anfang Juni halt hatte sie ne Zwischenprüfung oder so was wo jeder Teilnehmer Filmemacher und ein seiner Filme zugewiesen bekommen hat. Mbal die Patientin ausm Alyn hat Tim Burton und den Film Edward mit den Scherenhänden und Pretty Woman von Garry Marshall bekommen. Ihre Aufgabe bestand darin die Hauptfiguren, also Julia Roberts und Johnny Depp, als Models ausfindig zu machen und sie so wie im Film zu stylen für ein besonderes Foto aus dem Film. Irgendwie kam sie auf mich, keine Ahnung ich finde ich seh nicht aus wie Johnny Depp, und fragte mich dann auch gleich ob ich das machen würde. Ich Depp verstand nicht richtig was sie wollte und hab aba zugesagt. Keine Ahnung warum. Als sie mir dann erzählte was sie wirklich von mir will und was ich alles machen musste hab ich mir nur an den Kopf gefasst. Ich hatte keine Ahnung von dem Film und den Regisseur. Bei Gelegenheit guckt euch mal nen Trailer oder einfach Bilder im Internet an. Als ich diese sah bekam ich echt nen Schreck. So sollte ich aussehen? Als erstes musste ich mir die Haare schwarz färben. Dann brauchte ich allerhand Klamotten und anderen Kram. Die Haare hab ich mir in der Nacht davor selbst färben müssen weil niemand da war der mir helfen konnte. Ich hab natürlich alles falsch gemacht was man dabei falsch machen konnte. Hatte am Ende nicht nur schwarze Haare sonder mein halber Körper und das halbe Bad war schwarz. Im Fotostudio wurde ich dann erstmal geschminkt bis zum geht nicht mehr. Gesicht weiß, Auge schwarz. Mit Cowboystiefeln und Hosenträgern.Außerdem waren in dem ganzen Gebäude nur Frauen und ich. Schrecklich wenn die alle an dir rumzupfen und irgendwas in fremden Sprachen über dich reden. Ich wollte die Sache nur schnell hinter mich bringen. Dann ein weiteres Problem ich durfte, oder besser gesagt musste, nur ernsthaft gucken da die Figur im Film nicht lachen kann. Ich sah aba so lächerlich aus und konnte eigentlich nichts anderes tun als lachen. Nicht mal schmunzeln war erlaubt, echt hart. Irgendwann war es endlich vorbei. Da hab ich dann nach einem Foto gefragt wo sie ernst und ich glücklich gucken könnte. Das einzige dieser Art im Gegensatz zu 100 anderen Bildern. Ich blieb gleich in Tel Aviv am Strand und bin dann nach Petah Tiqwa gefahren. Tja so bekommt man schwarze Haare welche eigentlich nach 2-3 Wochen, laut Verpackung, wider verschwinden sollten. Tja tun sie aba nicht, vielleicht weil ich das Zeugs falsch angewendet hab. Naja, vergleicht aber mal die Bilder oben im Eintrag aus dem Orginal Film und die Nachahmung von Mbal. Nicht schlecht oder? Die sogar für viel Geld extra diese Kleid gekauft was Julia roberts im Film trug.Mal wider ne Erfahrung reicher geworden, denn ich weiß ich muss nicht noch einmal ein Fotoshooting über mich ergehen lassen. Die Bilder sind aba anscheinend gut geworden denn meine Patientin hat mit voller Punktzahl bestanden und ein Bild wird in der Jerusalemer Mall für irgendein Werbe Zweck aufgehangen. Außerdem kann ich immer erzählen ich war mal in Tel Aviv in nem Fotostudio mit lauter Frauen, falls es mir was bringen sollte...?!

Montag, 29. Juni 2009

Thoraparty

Letztens saß ich in der WG und hab total laute Musik von draußen gehört. Als ich raus bin war die ganze Straße verstopft. Überall Orthodoxe Juden. Alle zogen zu der kleinen Synagoge in unserer Straße. Kein Bus kam mehr durch alles war verstopft. Wie es in Israel so ist trafen wir Deutschsprachige Orthodoxe die uns aufklärten was los sei. Ein junger Orthodoxer hat seiner im Sterben liegenden Mutter versprochen die Tora neu ab zu schreiben. Eine Tora „herzustellen“ ist sehr aufwändig, da sie von Hand geschrieben wird. Dazu wird ein speziell ausgebildeter Schreiber, der Sofer, beauftragt. Ein Sofer benötigt zum Schreiben einer Tora etwa ein volles Jahr. Als Zeichen der besonderen Ehrfurcht vor dem Namen Gottes wird dieser nicht ausgesprochen oder niedergeschrieben. Der Eigenname Gottes wird im Tanach stets als Tetragramm aus den hebräischen Konsonanten Jod (י‎), He (ה‎), Waw (ו‎), He (ה‎) dargestellt. Diese ergeben von rechts nach links gelesen das Wort יהוה‎ „JHWH. Vor jedem Schreiben des Namen Gottes muss eine Reinigung stattfinden. Daher ist es so aufwändig und teuer eine neue Torarolle anfertigen zu lassen. Bei guter Aufbewahrung kann eine Torarolle mehrere hundert Jahre „leben“, das heißt unbeschädigt und damit rituell brauchbar bleiben. Die älteste existierende Torarolle stammt von etwa 900 n.Chr., das heißt 1500 Jahre nachdem die Endfassung der Tora geschrieben worden war. Torarollen, die mechanisch oder durch Abnutzung oder hohes Alter beschädigt und somit unbrauchbar geworden sind, werden aus Respekt nicht weggeworfen, sondern in einer Genisa aufbewahrt oder auf einem jüdischen Friedhof begraben. Zum Toraschmuck gehören Mappa (Tuch), Me'il (Mantel), Tass (Schild), Jad (Stab) und Kether (Krone) oder je nach Anlass ein spezieller Aufsatz, Rimonim (Granatapfel). Beim Tod der Mutter war die Torarolle erst halb fertig, weil die finanzielle Mittel fehlten. Als Bekannte und Verwandte auf der Beisetzung mit bekamen was der Sohn der verstorbenen vorhatte, unterstützten sie ihn finanziell. Also konnte er die Rolle fertig stellen und schenkte sie gerade dieser Synagoge welche die Mutter immer besuchte, also die kleine in unserer Straße. Watt eine Geschichte. Lukas und ich sind dann mal ganz dreist einfach mit in die Synagoge rein, obwohl wir keine Kippas hatte (wir haben welche bekommen von irgendwelchen Orthodoxen) und haben ein wenig von den Feierlichkeiten mit bekommen. Wie sich die Juden freuten über diese Schriftrolle. Sie tanzten mit ihr im Arm, sangen, sprangen. Es war so heftig heiß in dem kleinen Raum aber das machte niemanden etwas aus. Da hat man mal mit bekommen wie heilig eine Torarolle für die Juden ist. Was für eine Ehrfurcht davor besteht. Man geht nun ganz anders damit um wenn man hört das im Holocaust die Deutschen Juden zwangen auf die Tora zu spucken. Verständlich das viele lieber starben als das zu tun. Wie weh muss es getan haben als in der Reichskristallnacht etliche Torarollen verbrannt wurden...unglaublich. In der Erinnerung daran war es also ein ganz besonderes Erlebnis für mich als Deutschen, mitten in Jerusalem, in einer kleinen Synagoge, bei der Feier einer neuen, für Gott geweihten Torarolle.







Hier das Video davon, hatte leider nur Digitalcamera am start.

Strandtag

Hanni und ich sind zusammen am Samstag nach dem Sabbat mitm Bus nach Ashdod getourt. Nach Sabbat bedeutete, dass wir also erst gegen Abends dort ankamen. Es war bullig heiß. Wir haben nach längeren Suchen einen Laden, wo wir noch was einkauften und auch den Weg zum Strand gefunden. Dort ließen wir uns bei einer alten Ruine nieder, sammelten Feuerholz und schlugen unser Lager auf. Wir hatten ordentlich Verpflegung mit. Das Feuer wurde ordentlich groß und somit auch immer wärmer. Wir saßen da mitten in der Nacht in Boxershorts und schwitzten trotzdem. Die Ameisen störten richtig. Es waren riesen Viecher die, wie ich manchmal dachte nicht nur hinter unseren Vorräten sondern auch hinter uns her waren. Andauernd wurde ich gebissen, Hanni schmeckte ihnen nicht ganz so gut. Irgendwann konnt man dann aber trotzdem schlafen. Am nächsten Morgen wurden wir vom Schweiz und klebrigen Sand geweckt der irgendwie den Weg in den Schlafsack gefunden hatte. Hanni ging es wohl nicht so gut, auf jeden Fall erwähnte er so was. Irgendwann sprang er dann auf und torkelte davon. Ich hörte nur noch Geräusche die nicht sehr verheißungsvoll klangen. Als er wiederkam hatte er sich wirklich übergeben. Die Avocado vom Vorabend war eventuell Schuld, wohl er die Avocado in der Verbindung dessen was wir so gegessen haben. Möglicherweise auch die XL Energy Drinks in 500ml Dosen (normalerweise reicht eine 250 ml pro Tag locker)! Kurze Zeit später gings ihm noch dreckiger und dann auf einmal spritzten die Magen und Darminhalte aus allen Körperöffnungen die zur Nahrungsauf- und Abgabe geeignet sind. Boi, es war ziemlich heftig. Hanni wollte nur noch ins Meer und sich und seine Hose die er anbehalten hatte erstmal zu waschen. Als ich unsere ganzen Sachen an den Strand trug bemerkte ich die zahlreichen Leute die schon so früh am Morgen da waren und registrierte das Hanni nicht ungesehen zum Meer gelangen könnte, der arme. Irgendwann saß er aber trotzdem im Wasser. Wir legten uns an den Strand denn es war ja noch früh am Morgen, daher hielten wir das Eincremen noch nicht für nötig. Irgendwann um 13 Uhr wurde ich durch den Anruf eines Patienten geweckt. Da merkte ich schon wie mir alles wehtat. Und tatsächlich wir hatte die ganze Zeit in der übelsten Mittagssonne gepennt und sahen aus wie 2 überreife Tomaten. Jede Bewegung tat tierisch weh, vor allem im Gesicht denn ich hatte auf dem Rücken gepennt, ohne sich etwas, so wie Hanni, über den Kopf zu legen. Hanni hatte dafür ein Adruck von seinen Armen die er auf seinen Bauch liegen hatte. Dank Eitan der angerufen hatte sind wir nicht ganz verbrannt worden. Wir waren aber zu nichts mehr fähig. Konnten nicht mal Beachball spielen. Irgendwann am Nachmittag schlichen wir zurück zur Central Bus Station von Ashdod und fuhren nur schnell zurück ins vertraute, schön kühle Jerusalem. dort hatten wir ersmal nen super geilen Sonnenuntergang. Bei Hanni wurden die Klamotten gewechselt und es ging los zur Abschiedsparty von Rebekka und Felix ins Ilan (Drecksloch, wie es in unser WG liebevoll bezeichnet wird) in Gilo. Nachdem man schon von den kleinsten Bewegungen ins Schwitzen gerieten fuhren wir dann auch schnell. Irgendwann hielten wir ein Taxi an. Die Nacht wurde so was von heiß. Ich schlief total schlecht, halt nur in der Position in der wir auch am Strand schliefen. Alle anderen Körperstellen taten weh. Wieder einmal ist man schlauer geworden. Jetzt reibt man sich immer schön ein auch wenn die Sonne noch nicht so warm ist. Tjaja...

Dienstag, 23. Juni 2009

Tja, so kanns gehen...

Eine Story die schon etwas länger zurück liegt aber trotzdem erwähnenswert ist. Am Freitag gehen wir immer, also wenn wir Zeit haben, zu einer Messinanischen Gemeinde. Der Gottesdienst beginnt um 17 Uhr. Das ist ziemlich unpassend denn ebenfalls der Shabbt beginnt um die Uhrzeit (mittlerweile hat sich der Beginn ein wenig verschoben). Im Klartext bedeutet dies das drei Stunden vor Shabbatbeginn keine Busse mehr fahren. Meisten arbeite ich Frühschicht am Freitag, nachdem ich der Chefin mal gesagt haben das ich gerne zum Gottesdienst gehen würde. Das bedeutet man muss zu Fuß, mit dem Taxi oder halt mitn Rad in die Stadt düsen. Ich bevorzuge mein tolles Fahrrad, ein Geschenk von Lena (nicht oft genug erwähnbar, danke Lena) mit dem man schneller als der Bus in der Innstadt ist (mein persönlicher Rekord liegt bei 17 Minuten). An einem stürmischen Freitag im März wollte ich nach der Frühschicht zur Gemeinde. Jonas war schon mit ein paar anderen losgefahren, anscheinend hatten sie noch einen Bus bekommen. Es regnete schon den ganzen Tag, ein Wunder hier in Israel, aber ich wollte nicht das so ein seltener Grund wie Dauerregen mich vom Gottesdienst abhält. Also hab ich mir gleich meine Badehose, Schuhe und Klamotten die nass werden durften angezogen. Zum Schutz hatte ich noch eine Mülltüte über. Das Foto entstand bevor ich losfuhr. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass es neben dem Regen auch Arschkalt war. Nach 1 Minute im Freien war ich klitschnass bis auf die Boxershorts. Die restlichen 20 Minuten zur Gemeinde habe ich schon richtig gefroren. In der Gemeinde hab ich alle meine Sachen zum trocknen aufgehangen, aber selbst während des Gottesdienst war es kalt. Als ich zurück fahren wollte regnete es immer noch wie an einem der 40 Tage Regen bei Noha :-) Ich hatte ja keine andere Wahl als mit dem Rad los zu düsen. Es war so übel, mir war noch nie so kalt. Alle Klamotten nass, die Straßen überschwemmt und die Gullis am überlaufen (in Israel sind die Straßen einfach nicht für Regen ausgelegt). Das Wasser kam also nicht nur von oben sonder von allen Seiten durchgehend. Meine Finger und Füße froren so heftig, nicht mal beim Snowboarden bei minus 35° in Norwegen hatte ich so gelitten! Beim fahren hab ich Gott aber trotz allem für den Regen gedankt, was sollte ich auch anderes tun, musste mich irgendwie von den Schmerzen ablenken. Endlich im Alyn angekommen war ich so am Ende. Hab meine Gliedmaßen nicht mehr gespürt. Unter der Dusche kam nach 5 Minuten wider ein Gefühl in die Füße und Finger. Den ganzen Abend taten sie aber dennoch weh. Am nächsten Tag war ich, wie sollte es anders sein, natürlich krank. Aber so richtig. Nach 2 Tagen durchschlafen war ich wider fit. Was ich aus der Sache gelernt habe, die Eltern haben immer Recht. Als es echt total schlimm war und ich nichts mehr machen konnte außer im Bett liegen musste ich dauernd daran denken wie Mama mir in Deutschland immer predigte: "Nimm dir ein paar warme Sachen mit, in Jerusalem kann es auch mal richtig kalt werden." Damals hab ich mir nichts bei gedacht und drüber gelacht. Naja, man lernt nie aus...

Sonntag, 21. Juni 2009

Videos auf dem Blog

Irgendwie ist bei meinen Entwürfen jedes Video nie in voller Größe zu sehen. Daher, einfach ganz nach unten auf den Blog scrollen. Dort befinden sich alle Israelvideos bisher und alle neuen Sachen die kommen werden.

Einkaufen mit Fares

In der Frühschicht fragte Fares mich ob ich mit ihm nicht einkaufen gehen könnte. Natürlich nach der Frühschicht, denn während den Arbeitszeiten kann man mit den Patienten nicht weg gehen. Dafür muss man dann seine Freizeit opfern, und Überstunden bekommt man natürlich nicht dafür. Naja aber was soll man machen wenn niemand anderes mit den Leuten rausgeht und die im Krankenhaus hier schon Wurzeln ansetzen? Außerdem freuen sie sich immer besonders wenn man mit ihnen weg geht. Meistens bekommt man alles ausgegeben was man will weil die so glücklich sind. Es macht Spass und in solchen Ausflügen lernt man die Patienten immer noch mehr kennen und es ist immer was besonderes.

Das war am Donnerstag wo ich keine Zeit hatte. Hab ihm versprochen am Freitag vorm Shabbat und meiner Spätschicht also vor 15 Uhr zu gehen. Problem war ich hatte von Donnerstag auf Freitag auch noch Nachtschicht. Also die dümmste Arbeitssituation die es geben kann. Frühschicht, 8 Stunden Pause, Nachtschicht, 8 Stunden Pause und danach Spätschicht. Unglaublich. Also 6 Schichten die Woche statt 5 und 3 Schichten an 2 Tagen, abgesehen davon das wir eigentlich keine Nachtschichten arbeiten dürfen.

Sorry lass mich grad n bisschen über die Arbeit aus, aber es ist echt schlimm geworden, werd vielleicht später nochmal drauf eingehen. Naja oder jetzt eher gesagt. Nach der Nachtschicht musste ich um 11Uhr zu nem Gespräch mit nem arabischen Worker mit den es die Woche davor crasse Probleme gab. Wer legt nen Gespräch auf 11 Uhr nach der Nachtschicht? Oh man. Fällt mir nebenbei ein, die sind so dreist auf den Sationen geworden das es letztens ein Anruf für Angela Nachts um 2 Uhr gab, mit der Frage ob sie am nächsten Morgen Frühschicht arbeiten könne. OIWAWOI, bei sowas könnt es mir immer hockommen, grade wenn man nie ein Danke oder noch nicht mal seinen beantragten Urlaub bekommt. Oder wenn man einfach so Urlaubstage bekommt ohne zu fragen (die Urlaubstage dürfen nur wir festlegen, eigentlich) was richtig dumm ist denn wir haben ja nur begrenzten Urlaub und ich will den doch nicht unter der Woche haben wenn zb Bekannte kommen und ich dann die ganze Zeit arbeiten müsste...ahhhh mir fällt da echt nichts mehr zu ein.

Egal zurück zu dem Erlebnis mit Fares. Der Typ heitert mich bei allen Unverschämt-und Frechheiten hier immer wider auf ohne groß was zu tun. Daher werd ich immer wenn er fragt was mit ihm machen. Werd zb nächste Woche 5 Tage mit ihm nach Hause, Nazareth, in eine christlich arabische Familie fahren aber dazu dann mal irgendwann mehr.

So zurück zur eigentlichen Story die mit Stress auf der Arbeit, wenig Schlaf und ner echt dummen Situation zu tun hat. Wir sind also in nen Supermarkt weil seine Vorräte alle waren und er genauso wie die Volontäre kein Bock mehr auf den Alynfraß aus der Großküche hat. Wir kauften ordentlich Kram, immer mehr immer mehr. Es dauerte dementsprechend auch länger. Auf einmal merkte ich, son Mist ich hatte etwas im Alyn vergessen. Die ganzen Tage und vor allem der Morgen waren so merkwürdig gewesen das ich vergessen hatte mein morgenetliches Geschäft zu tätigen. Anders gesagt ich musste dringend "groß" aufs Klo. Das Problem war ich konnte nicht ins Alyn zurück (hätt zu lange gedauert), konnte nicht einfach raus und ins Gelände (was sollte ich mit Fares machen den man nicht alleine lassen darf)...? Tja das is mal ne Sch...ß Situation. Fares freute sich nur und fuhr mir durch den ganzen Supermarkt auf der Suche nach ner Toilette hinterher und ließ Kommentare los. Ich fand eine, tja aber mit nem Treppenaufgang. Hatte gehofft das Fares draußen vor der Tür bleibt und ich drin tun könnte was ich nicht lassen kann aber jetzt war da sogar noch ne Treppe und es baute sich immer mehr Druck auf. Fares blieb, gegen seinen Willen, unten stehn mit allen Gepäck und ich rannte einfach nur hoch. Tja HappyEnd ich habs rechtzeitig geschafft und nichts is Schief gegangen, weder bei mir oder Fares. Das Foto als ich ausm Klo rauskam. Auf Heimweg lachten wir immer noch drüber und Fares musste mir versprechen das niemanden zu erzählen. Auf jedem Fall wurde unserem Lieblingsthema wider mal ne Story dazugefügt. Hier nochmal Fares mit Essen für 200 Shekel.