Sonntag, 29. November 2009

Äthiopisches Erlebnis

Wir hatten am Wochenende bevor Lukas nach Deutschland aufbrach ein letztens mal gemeinsam die Eisdiele in Ein Kerem besucht und dort am Shabbat ein fettes Eis geschlemmt. Bei einen tollen Sonnenuntergang gingen wir los durchs Dörfchen ein Kerem. Es wurde natürlich viel gBlödsinn gemacht und die letzte gemeinsame Zeit genossen. Hier ein paar Eindrücke, die meisten Bilder stammen von Matthäus. Da Shabbat alle Läden geschlossen sind, in Ein Kerem aber nicht, ist es dort immer besonders voll und Menschenüberfüllt. Diese Dorf ist einfach total "urisch". Kleine Gassen, Läden versteckt in den Häuserecken, viele Pflanzen und andere Dinge die man sonst nicht überall sieht. Zum Beispiel faule Hunde oder fleißige Ameisen.Wir schlenderten durch das herrliche Dorf bis wir auf die Idee kamen einen großen Spielplatz auf zu suchen. Es war schließlich der Abschied von Lukas oder der letzte Abend den wir genießen konnten. So sind wir zum Mexiko Park bei uns in der Nähe spaziert. Ein riesiger Spielplatz, paradiesisch. Dort angekommen erwartete uns eine Horde von kleinen äthiopischen Kindern. Alle am herumtoben und Quatsch machen. Es dauerte nicht lange und wir waren involviert beim rumtoben. Als sie dann jedoch anfingen Akrobatik vor zu führen kamen Hendrik und ich mit unseren paar Tricks auch nicht mehr hinter her.Flick Flack und viele andere Dinge waren für die kleinen uns eifersüchtig machenden Jungs kein Problem. Nachdem wir wir solange rangelten und kämpften bis uns beiden die Luft weg blieb und der Schweiz schon wieder lief gingen wir wieder ins Alyn. Natürlich nicht ohne ein Gruppenbild zu machen. Das letzte mit Lukas und einem nicht so begeisterten Hendrik (NichtAlyner).Auf dem Weg kamen wir an einer Bushaltestelle vorbei an der während der Intifada ein Bus in die Luft flog. Überall in Israel vor allem in Jerusalem hat man diese Erinnerung und Gedenkstätten. Immer wieder wird einem bewusst in was für einen Zustand sich dieses Land doch befindet. Die Opfer dieses Anschlages waren auf einem Poster markiert. Und so wie in Israel an jeder Ecke eines toten gedacht wird kann genausogut auch in der Westbank an jeder Ecke eine Gedenktafel für erschossene Araber aufgestellt werden. so sieht die Realität hier leider aus. In der WG überkam uns dann der richtige Kinderwahn, den wir schon ein wenig vom toben auf Spielplatz hatten und wir spielten alte Jungscharspiele. Zum Beispiel das Zahnarztspiel wo eine Person Mehl im Mund hat, der Patient, und es dem dem Arzt ins Gesicht spucken muss.

Oder das Spielchen wo alle blöde Namen auf den Kopf geklebt bekommen und ihre Namen erraten müssen.Der Abend hatte mich wieder angeregt über die Heimführung der Juden aus aller Welt nach zu denken und mich mit diesem sehr interessanten Thema zu beschäftigen. Die ganzen alten biblischen Prophezeiungen die dadurch erfüllt worden sind. Die ganzen Wunder die im Zusammenhang damit geschehen sind. Die Geschichte Gottes mit seinem Volk erlebt man hier so hautnah. Beim herumtoben mit einigen Kindern wird einem bewusst in was für einer spannenden Zeit wir doch leben. Dieses "vor Ort sein" ist, so denke ich, wohl eines der Dinge die es mir so schwer machen wieder nach Deutschland zu gehen. Besser formuliert die mir meinen Aufenthalt hier in Israel so besonders gemacht haben. Ich werde es, wohl, im Hinblick auf die unvermeidliche Rückkehr nach Deutschland, richtig vermissen nicht einfach auf die Straße gehen zu können und mir bewusst machen: ich bin in Jerusalem, wo ich die Bibel an beliebiger Stelle aufschlagen und über diese Stadt lesen kann! Vielleicht hört man die Bitterkeit ein wenig aus meinen Sätzen raus. Ich könnt heulen...aber ich versuche die letzte Zeit lieber noch richtig zu genießen.
Hab in dem Zusammenhang mal kurz ne kleine Zusammenfassung der Geschichte der äthiopischen Juden gemacht.


Die Falascha sind Äthiopier jüdischen Glaubens, die sich als Nachkommen des Stammes Dan betrachten.


"Ich werde zum Norden sagen: Gib sie her! und zum Süden: Halte sie nicht zurück! Bring meine Töchter vom Ende der Erde..." (Jesaja 43,5-6)


Äthiopien liegt geographisch genau südlich Israels. 1985 wurden mit "Operation Mose" 15 000 Juden aus Äthiopien eingeflogen, durch voreilige Pressemeldung kam die Geheimaktion aber zum Stocken, weswegen 12'000 zurückgelassen werden mussten. 1991 flog die israelische Regierung in der "Operation Salomo" innerhalb von zwei Tagen 14'087 äthiopische Juden mit 40 Flügen von Addis Adeba nach Tel Aviv. Diesmal herrscht totale Nachrichtensperre. Ein EL-AL Jumbo, der normalerweise 480 Personen fasst, wurde mit 1080 Menschen gefüllt - 10 Babys wurden geboren. Die ankommenden äthiopischen Juden sagten: "Von Generation zu Generation beteten wir: Trenn uns nicht, o Herr, von den Auserwählten, lass uns sehen, o Herr, das Licht Israels! - nun sind wir hier, Gott hat unser Gebet erhört." Ihre Rückkehr hatte der Prophet Jesaja jahrtausende vor dem Ereignis vorausgesagt: "An jenem Tag wird es geschehen, da wird der Herr noch einmal seine Hand erheben, um den Überrest seines Volkes, der übrigbleibt, loszukaufen aus ... Kusch (=Äthiopien)." (Jes 11,11) "noch einmal": dies war die zweite Aktion in Äthiopien. "Überrest": fast alle in Äthiopien verbliebenen Juden wurden nach Israel gebracht. "Loskaufen" und "Hand des Herrn": Die Heimholung der athiopischen Juden war nur möglich durch ein Machtvakuum, das nur für die Dauer eines Wochendes bestand: Die alte Regierung war gestürzt, die Putschisten waren aber noch nicht in Addis Adeba eingezogen. Der damalige amerikanische Präsident zahlte ihnen 30 Millionen US-Dollar ("loskaufen"), damit sie sich mit ihrem Einzug nicht allzusehr beeilten. Kaum waren die Juden ausgeflogen, schlossen die Rebellen den Flughafen. Ein äthiopischer Rabbi sagte bei seiner Ankunft: "Das Kommen des Messias muss unmittelbar bevorstehen!" Die äthiopischen Juden hielten immer noch Beschneidung und Feste, aber nicht die jüdischen Bräuche, die nach der babylonischen Gefangenschaft aufkamen.

Donnerstag, 26. November 2009

Geburtstag

Tja, wie das Leben so ist wird man nun nicht jünger. Ich hatte jetzt schon meinen 2. Geburtstag in Israel und bin stolze 21. Hmm, so stolz bin ich selbst aber gar nicht. Das einzige Vorteilhafte daran ist, dass wir uns wohl demnächst ein Mietwagen leihen (nur mit 21 Jahren, Kreditkarte und FrüherSchein in Israel möglich) und die israelischen Straßen unsicher machen werden. Aber ich möchte jetzt natürlich etwas vom Geburtstag, der schon besonders war, berichten. Da noch jemand anderes, der Thorschten, aus unserer Organisation am 16. November Geburtstag hatte entschied ich mich doch etwas zu unternehmen. Ansonsten wäre ich irgendwo hingefahren wo ich meine Ruhe gehabt hätte. Wir feierten im Lifta Valley, einem seit dem Unabhängigkeitskrieg 1948 verlassenes arabisches Dorf mit noch stehenden Ruinen und Straßen. Wen es interessiert kann mal bei Wikipedia unter diesem Link nachschauen (http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=en&u=http://en.wikipedia.org/wiki/Lifta&ei=KjcPS8noJIKUjAfe0aHfAw&sa=X&oi=translate&ct=result&resnum=2&ved=0CBUQ7gEwAQ&prev=/search%3Fq%3Dlifta%2Bvalley%2Bwiki%26hl%3Dde%26rlz%3D1R2SKPB_deIL346)
Für unsere Gäste war es im Dunkeln ziemlich schwer den Weg zu finden und so veranstalteten Thorschten und ich eine Art Geländespiel wie in guten alten Jungscharzeiten. Wir malten Kreidepfeile mit einen gefundenem Kreidestein auf den Boden, hängten Luftballons und Pfeile auf. Der Abstieg ins Tal mit allen Nahrungsmitteln und Getränken, den Schlafsachen usw war ziemlich anstrengend. Wir waren total durchgeschwitzt als wir im Dunkeln das Tal erreichten. Es hielt uns aber nicht davon ab eine tolle Ruine raus zu suchen und dort die EssenSachen, Getränke, Kerzen, Lagerfeuerstelle und Schlafsachen auf zu bauen und in der Umgebung Feuerholz zu suchen. An der in dem Tal vorhandenem Badestelle, welche orthodoxe Juden als Mikve/Reinigungbad benutzen kam ich mit drei orthodoxen Juden ins Gespräch. Ein paar andere badeten mal wieder ohne Scheu nackig in dem Bad. Habe ich mittlerweile schon sehr oft erlebet. Ich war erstaunt wie gut man sich mittlerweile mit dem kleinem hebräischen Wortschatz den man hat verständigen kann. Wahrscheinlich weil es immer die gleiche Geschichte ist. Ich bin Volontär, aus Deutschland, im Krankenhaus, Versöhnungdienst und so weiter. Als dann irgendwann alle Gäste eintrudelten, von denen manche mehr und manche weniger gut den Weg erkannt hatten, fingen wir an zu feiern. Wir hatten extrem viel und gutes Essen und es war einfach eine geniale Stimmung. Bei Lagerfeuer und Kerzenschein zu sitzen. In einer alten arabischen Ruine auf der man Rumklettern und Blödsinn machen kann. Wie gesagt die Location war echt einmalig. Um 12 dann als Thorschten und ich draußen standen wurden wir von allen reingerufen. Die versammelte Menge sang mehrere Geburtstagslieder für uns. Das lustige daran war das die Lieder gleichzeitig gesungen wurden. Mit Gitarre und Bongobegleitung. Es war echt ne schöne Überraschung und auch die Geschenke die wir bekamen waren toll, abgesehen davon das ich sonne Feierlichkeiten und im Mittelpunkt stehen eigentlich nicht mag. Hab mich dann aber schon sehr gefreut auch als Pädder anrief und Johannes und andere mir per SMS gratulierten. Die gute Gemeinschaft wurde dann natürlich fortgesetzt und mit ner tollen Lobpreis Zeit von Zachi, begabter Volo aus Petach Tiqwa, noch versüßt. Es war rundrum einfach ein toller Geburtstag den ich genossen hab. Einfach und schön. Als wir dann schlafen gingen fachten wir das Feuer nochmal richtig an. Es war immerhin Mitte November und trotzdem kalt. Da wir alle in einem überdachten Raum, zwar mit Durchzug, schliefen, aber dicht zusammen mit Pullovern, warmen Socken und Mütze in den Schlafsäcken war es auf jeden Fall für mich sehr angenehm. Ich schlief im Gegensatz zu anderen richtig gut. Morgens wurden wir von der Sonne geweckt. Wir machten uns über das restliche Essen her und genossen die tolle Aussicht und den sich verziehenden Nebel. Das Lifta Valley ist einfach ein Fotoparadies und viele nutzten das sehr. Wir aßen alles auf was wir noch hatten. Unteranderem mal wieder Hummus pur, Reis und Nudelsalat zum Frühstück. Irgendwann packten wir alles zusammen und machten uns an den Aufstieg zur Straßenbahnbrücke von der aus die Busse fuhren. Ich schleppte so viel Kram welchen Angela und Matt am Abend davor mitgebracht, aber da sie nicht dort geschlafen hatten und wir die Töpfe und Grillkohle etc natürlich die Nacht über brauchten, und uns da gelassen hatten. Dazu kamen noch Schlafsäcke und Isomatten ausm Alyn und meineigener Kram natürlich. Ich ging also schwer bepackt los. Siehe Foto, Thomy von hinten. Als wir dann endlich oben waren tropfte mir mal wieder der Schweiz von der Nase. In der WG angekommen, nach einer sehr aufregenden Busfahrt mit all dem Gepäck, packte ich die ganzen Briefe und Päckchen aus die mir geschickt wurden. Am Abend überraschte mich dann auch noch meine WG mit einem Essen und einigen Geschenken. Es war zusammengefasst ein sehr netter Geburtstag. Im nächsten Jahr haue ich dann ab und verstecke mich. Auf jeden Fall vielen Dank an alle die an mich gedacht, mir einen Gruß gesendet und vor allem eine tolle Feier bereitet haben. Danke, danke, dankeschön. 21 Jahre, oh man wo soll das noch hinführen :-)

Montag, 23. November 2009

Typische Volontärs WG

Ein Morgen in der Petah Tiqwa Volontärs WG. Nicht das es immer so ausschaut aber man kann dieses tolle Video schon ganz gut als Maßstab für alle anderen WG's nehmen. Hab die Aufnahme bei sortieren gefunden. Viel Spass und schönen Gruß an Hanni...

Sonntag, 22. November 2009

Sarit Hadad / Shema Israel

Ein israelisches Musikvideo von der in Israel sehr bekannten Sängerin Sarit Hadad. Das Gebet שְׁמַע יִשְׂרָאֵל (Schma Jisrael, in deutsch: höre Israel) dürfte eigentlich bekannt sein. Der Text wird in hebräischer Sprache zweimal täglich gebetet, sowohl in der Früh nach dem Aufstehen als auch abends vor dem Niederlegen. Das Schma Jisrael und die folgenden Toraverse sind das zentrale Glaubensbekenntnis des Judentums. Es ist das älteste Bekenntnis und beinhaltet das Bekenntnis zur Einheit und Einzigkeit Gottes sowie mehrere zentrale Gebote des Judentums.

Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. (Dtn 6,4)


Zwei Abschnitte aus dem Schma Jisrael werden von einem eigens dazu ausgebildeten Schreiber (Sofer) mit einem nichtmetallischen Schreibgerät auf ein Pergament geschrieben, auf der Rückseite das Wort Schadaj (Allmächtiger), und aufgerollt in einen kleinen Behälter am Türpfosten angebracht. Der Mesusa (מזוזה). In einem traditionellen jüdischen Haushalt befindet sich an jedem Türrahmen eine Mesusa. Manche gläubige Juden küssen die Mesusa beim Betreten eines Raumes, indem sie die Fingerspitzen der rechten Hand an die Mesusa und dann zum Mund führen.

Mittwoch, 18. November 2009

Nachtschicht

Ich hab mal wieder Nachtschicht. Im Moment bin ich noch im Dienst, welcher bis jetzt so typisch war das ich dachte es mal aufzuschreiben. Also Nachtschicht beginnt um 23 abends Uhr bis 7 Uhr morgens. 8 Stunden wie eine normale Schicht. Natürlich ist es anstrengender da man normalerweise ja nicht die ganze Nacht durchmacht und dann doch schon extrem müde ist. Als ich heute auf Schicht kam war ich erstmal froh mit einen der wenigen gut arbeitenden Arabern zusammen zu sein. Dann werden die 13 männlichen Bewohner aufgeteilt und die Schicht beginnt. Ich hatte 6 der andere 5 und die Dienst habende Schwester (in dem Falle eine Männliche) einen Bewohner, einen Neuling der besonders viel Aufmerksamkeit braucht haben wir uns zu dritt geteilt. Davon musste ich 4 Leute in Laufe der Schicht ins Bett bringen. Da die meisten der Leute die ich hatte sehr Nachtaktiv sind bedeutete es für mich Stress. Es lief so das ich um 5 Uhr also nach 6 Stunden Arbeit erst Zeit hatte um mal den PC an zuschalten. Früher war es immer so das die Nachtschichten die relaxesten überhaupt waren und man ganze Bücher durchlesen konnte. Hier ein Bild von Pädder und mir wo er mit mir inner Nachtschicht gesessen hatte und es halbwegs möglich war einen Film anzuschauen.
Naja, es liegt halt daran das manche ihr ganzes Leben in die Nacht verschieben. Ich habe von unseren 16 Bewohnern mit fast alle heute Nacht etwas zu tun gehabt. Es ist halt so, wenn der andere Worker beschäftigt ist und einer seiner Patienten in dem Augenblick klingelt ist man selbst natürlich für die Patienten des anderen auch noch verantwortlich. Jeder Patient hat Nachts eine Klingel mit der er die Arbeiter in Notfällen rufen kann. Nun gibt es anscheinend aller 5 Minuten Notfälle. Das heißt im Klartext man ist ununterbrochen unterwegs. Bedient die Leute die "Notfälle" haben, oder die die noch wach sind und das ganze Tagesprogramm brauchen. Als erstes musste ich für jemanden Essen machen und es ihm natürlich auch geben was bei Muskelschwundpatienten immer etwas länger dauern kann. Dazwischen klingelten meine und die Patienten des beschäftigten anderen Workers und die Leute die noch wach waren kamen auch zu mir da ich der einzige war der ihnen nun die Wünsche erfüllen konnte. So läuft es dann. Man steht im Zimmer eines Bewohners und saugt ihn grade den Schleim aus der Luftröhre wobei man unmöglich was anderes machen kann, während 2 Andere schon vor der Tür stehen und auf dich warten und 2 klingeln noch zusätzlich. Wenn man dann noch müde ist oder ein wenig kränklich hat man verloren. Zum Glück bekam ich von dem arabischen Worker, einer der wenigen guten wie ich schon erwähnt hatte, am Anfang ein XL geschenkt. Er weiß halt womit er mir ne Freude machen kann. Das XL konnte ich dann gegen 1 Uhr nachts auch halbwegs genießen als ich nur mit dem füttern eines Patienten beschäftigt war und somit eine Hand frei hatte. Gegen 2 Uhr hatte ich dann wieder grade soviel Zeit mir einen Pott Tee zu machen der mich bei der Arbeit immer wachhält (siehe Bild oben). Gut das wir diese Nachtschicht Beeper hatten mit denen wir egal wo wir grade zu tun haben immer sehen wer grade klingelt. Bild mit Beeper von damals.
Oftmals hat man diese Beeper nicht, da manche Worker sie sich ganz gerne nach der Nachtschicht einstecken um auch in den Frühschichten ein relaxtes Leben führen zu können. Denn normalerweise muss man bei jedem Klingeln alles stehen und liegen lassen, zur Nursestation laufen um zu gucken wer klingelt und dann zum Betreffenden flitzen. Diese Nachtschicht war zwar stressig aber angenehm denn ich hatte wie gesagt einen sehr netten Arbeiter erwischt, der nicht wie andere sich versteckt wenn geklingelt wird, einschläft oder sich sonst wie vor der Arbeit drückt. Zwischendurch bekam ich dann auch noch einen weiteren Energiedrink von Giegie, einen der Nachtaktiven, geschenkt. Den braucht man auch denn normalerweise muss man um 6 Uhr schon wieder anfangen den ersten Frühaufsteher aus dem Bett zu holen, zu duschen und für die Schule bis 7 Uhr fertig zu machen. Heute bleib ich davon aber verschont denn er hatte keine Lust auf Schule, verständlicherweise. Nun bleibt mir noch ne halbe Stunde dann werde ich in mein kaltes Bett fallen. Habe für diesen Eintrag 1 und ne halbe Stunde gebraucht,bedingt durch die ganzen "Notfälle" :-). Wenn ich was gelernt habe in Israel dann ist es Geduld, wofür ich echt dankbar bin. Denn ich liebe die Arbeit nach wie vor, auch wenn ich mich oftmals über sie auslasse und es Probleme gibt. Kann mir im Moment aber nichts anderes vorstellen und bin froh im Alyn zu sein.

Dienstag, 17. November 2009

Lukas

Ich widme diesen Blogeintrag ganz alleine dir, Lukas. Leider ist die gemeinsame Zeit so schnell vergangen. Wir haben beide letzten Oktober im Alyn angefangen. Am 15. November ist Lukas dann wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Wir haben so viel erlebt. Urlaube und Trips die sich nicht so schnell an der Hand abzählen lassen. Höhen und Tiefen bei der Arbeit und in der WG, Krankheiten beiderseits, gute Gespräche und auch Streits haben wir überstanden. Ich kann dir nur für die geniale Zeit danken. Du warst stets als immer strahlender Mensch anzutreffen. Du hast es geschafft die Situationen noch besonderer zu machen als sie schon waren. Wir haben Filme zusammen gemacht, Anspiele die ich nie vergessen werde, so wie die Araber-Juden Problematik auf den beiden Einführungseminaren. Da wir zusammen angefangen haben, war es schon etwas ganz besonderes. Wir haben halt ein ganzes Jahr zusammen verbracht und das schweißt schon ganz gut zusammen. Ich merke dadurch das ich doch ein wenig reifer geworden als ich dachte und eigentlich ohne Probleme in Deutschland dann in irgendeiner Wohngemeinschaft leben kann. Außerdem merke ich nun auch mal wieder wie schnell die Zeit doch rennt. Lukas ist schon in Deutschland und mir bleiben nur noch lächerliche 3 Monate von denen ich auch noch 2 Wochen in Deutschland verbringen werde. Tja, aber irgendwann ist alles schöne mal zu ende und es wird ja auch eine weitere interessante Zeit für mich beginnen. So wie Lukas der, gerade zurück in Deutschland, schon bald einen Einstellungstest machen wird. Fragt Luks am besten selbst. Die Zeit rennt und ich kann auf ein tolles Jahr, oder mittlerweile schon 13 Monate, zurückblicken. Dafür eignet sich der Blog sehr gut. Hehe, ich werde es vermissen mit dir verrückte Aktionen zu starten wie nachts joggen gehen und danach Essen kochen wenn man morgens um 7 schon wieder raus muss. Oder spontane Trips, auch wenn es mit Massada bei Sonnenaufgang nicht geklappt hat. Wie gesagt es lässt sich garnicht mehr alles aufzählen was wir zusammen erlebt haben. Vielen Dank Lukas für alles, falls du das hier jemals lesen solltest. Das Leben geht weiter. Für mich erstmal ohne dich, und für dich natürlich ohne Alyn. Auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland, wenn es nach dir geht dann auf jeden Fall auf dem Buju 2010. Mal gucken was Gott so mit uns vorhat.
So schnell vergeht die Zeit und wir haben mal wieder neue Arbeitskräfte aus Deutschland bekommen. Dominik, der Ersatz für Lukas hat seinen Platz schon schnell gefunden. Hier bei nächtlichen Aktionen mit Gruppenfotos unter den Alynschildern.
Oder auch bei bekannten Ratespielen aus der Jungscharzeit. Dominik, der neue, rechts im Bild.
In Erinnerung an Lukas Bastek, unvergessener Volontär im Alyn, Bruder und guter Freund meinerseits, Zimmerkollege und natürlich nicht zu vergessen, Vorzeige Hagoshrimer-Brückenbauer. Wie man unschwer erkennen kann. Nein du bist nicht gestorben aber in Deutschland. Wir vermissen dich hier!

Samstag, 14. November 2009

Alyn Ride

Letztens war wieder der aljährliche Spendenmarathon vom Alyn der sogenannte "galgalin". 100te Fahrradfahrer aus aller Welt kommen für 5 Tage nach Israel und fahren einmal quer durchs Land. Jeder mit Spender die für gefahrene Kilometer vorher vereinbarte Beträge spenden. Da wir ein privates Krankenhaus sind ist diese Aktion nicht nur der Höhepunkt des Jahres sondern auch gleichzeitig überlebenswichtig für das Alyn. Wir durften den letzten Tag eigentlich hoch nach Jerusalem, wie es schon in der Bibel steht, fahren. Doch leider mussten wir alle arbeiten. Dafür konnten wir das Spektakel aber dann voll genießen als die Fahrer ankamen, über 600. Da dies der 10. Alynride war wurde richtig fett gefeiert. Doch dazu werd ich ein anderes mal schreiben. Um euch nen Eindruck zu geben hab ich ein paar Videos von Youtube verlinkt die von der PR Abteilung des Alyns unterstützt worden sind. Hier von 2006 mein Favorit. Das Video startet nach einer Minute.

http://www.youtube.com/watch?v=znfiPS0r0Ts

Dann ein Video von 2008, auch nicht schlecht.

http://www.youtube.com/watch?v=Xpko2mCq1I4

Und eine erste Fotopresäntation von 2009.

http://www.youtube.com/watch?v=Xpko2mCq1I4