Ich hatte mich sehr geärgert nicht die Nummern oder Adressen mit ihm aus getauscht zu haben. Den werd ich nie wieder sehen, waren meine Gedanken. Die messianische Bewegung ist nicht so sehr groß, hier in Israel. Amerika ist was anderes. In Jerusalem habe ich fast alle messiansichen und sogenannte "messiansichen" Gemeinden besucht. Ich war über ein Jahr lang glücklich in der Jerusalem Assembly, die Gemeinde die mir an meisten zu sagte und an die auch noch keine andere bis jetzt rangekommen ist. Was ich noch unbedingt machen möchte ist nach Tiberias zu fahren und dort den Gottesdienst der größten messianischen Gemeinde Israels mit zu machen. Ich habe ja noch ein wenig Zeit. An diesem Samstag ging ich nicht in die Assembly, sondern nutzte einen freien Tag um nach Tel Aviv zu fahren und dort die Gemeinde von Hendrik und ein paar anderen Petah Tiqwa Volontären zu besuchen. Fragt mich nicht nach dem Namen, ich wusste nicht einmal wo die Gemeinde zu finden wäre. Die Nummer und Straße konnten wir 2 Stunden vor dem Gottesdienst in Erfahrung bringen. Die Gemeinde fanden wir aber nicht. Erst als Hendrik und die anderen kamen zeigten sie uns den Eingang. Total crass, an dieser Gemeinde bin ich schon sooft vorbei gelaufen. Sie liegt ziemlich nah am Strand (was sehr praktisch für Volontäre ist, die nach dem Gottesdienst sofort ins Wasser springen können. Also nicht vom Gemeindegebäude aus!) in der Nähe des Opera Towers, der Platz der oft in den Medien ist und den wie als Volos meistens als Treffpunkt benutzen. Wie gesagt ich bin sooft an dem Gebäude vorbei gelaufen und hätte nie eine Gemeinde hinter einer einzigen, kleinen, unscheinbaren Eisentür vermutet. Es sah auch eher so aus wie in einem Kaffee. Tische und Stühle standen da, eine klitzekleine Bühne, eine Menora, durch Löcher im Dach schien die Sonne. Ein herrliches Bild für messianische Gemeinden denke ich. Der Gottesdienst begann mit ein paar Liedern die von allen Leuten die da waren auswendig, ohne Bücher oder Texte mitgesungen wurden. Danach gab es Zeit zum gegenseitigen begrüßen und willkommen heißen. Auf einmal sah ich den Bruder aus dem Bus wieder. Genau der gleich Typ der sich ein paar Tage davor noch Spott und Beleidigungen von seinen eignen Landsleuten anhören musste, sahs da glücklich und zufreiden und plauderte ebenfalls. Ich machte Hendrik darauf aufmerksam, der sprach ihn an und er erkannte mich. Es stellte sich heraus das er doch sehr gutes Englisch sprach. Nach dem Gottesdienst wünschten wir uns wieder einmal alles Gute und segneten uns. Auch diesesmal tauschten wir keine Adressen aus, was aber nicht tragisch war. Nachdem ich ihm noch sagen konnte, dass mich das erlebte sehr ermutigt hätte offener meinen Glauben zu leben, rief er mir noch hinterher mehr von Jesus zu erzählen. Ich bräuchte keine Angst zu haben. Oh man ey, was für ein cooler Typ. Wir können uns wirklich eine oder ein paar mehr Scheiben von ihm abschneiden. In Deutschland haben wir keinerlei Konsequenzen wenn wir von Jesus reden. Klar, unser ach so tolles "Ansehen" würde vielleicht verloren gehen. Aber in wie vielen Ländern der Welt leiden Christen unter Verfolgung!?
Folgende Informationen sind der Homepage von Open Doors entnommen. (http://www.opendoors-de.org/index.php?supp_lang=de)
Open Doors schätzt, dass weltweit rund 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Christen sind die weltweit größte Gruppe der aus religiösen Gründen Verfolgten. Der jährlich von Open Doors veröffentlichte Weltverfolgungsindex ist eine Aufstellung von 50 Ländern, in denen Christen am meisten verfolgt oder benachteiligt werden. Zum Index:(http://www.opendoors-de.org/index.php/de/weltverfolgungsindex_2010_kurz.html)

Wie sitzen auf unseren bequemen Sesseln, schauen Filme, überfressen uns und "genießen" unser Wohlstandsleben. Woanders sterben Christen die versuchen Gottes Wort zu leben und wir bekommen davon noch nicht einmal etwas mit. Steht es nicht in unserer Verantwortung? Sind wir nicht mit schuldig an allen die Gott nicht kennenlernen? An unsere Nachbarn. Wie viele Menschen wissen nichts über Gott? Die ausdrückliche Aufforderung -hinzugehen- haben wir in der Bibel. Wenn wir nicht hingehen, halten wir uns dann nur an bestimmte Stellen aus der Bibel? Ich denke wir können alle etwas lernen von solchen Menschen die es ernst nehmen. Natürlich ist nicht jeder in der Mission begabt oder berufen. Nicht jeder sollte nach Afrika gehen, aber wo fängt denn die Mission an? Können wir nicht auch in Deutschland genug bewegen? Afrikanische Missionare lernen Deutsch um in Deutschland missionieren zu können. Das chrsitliche Abendland, mit chrsitlichen Parteien und christlichen Einrichtungen braucht Missonare aus den ärmsten Länder der Welt. Ich denke wir alle können unser Bestes geben, in Deutschland, auch in Israel, egal wo. So wie die Christen in den Gebieten, in welchen sie mit ihren Leben dafür bezahlen wenn sie den Namen Jesus aussprechen.


