Sonntag, 24. Oktober 2010

Meine ersten Peinlichkeiten an der Universität

Eigentlich wollte ich den Blog schon lange beendet haben da die gute Zeit in der ich in Israel weilen durfte ja vorbei ist. Aber ich erlebe soviel, schönes, herausforderndes aber auch peinliches, dass ich es mal irgendwo auf schreiben muss, warum nicht auf den Blog? Also ein super peinliches Erlebnis folgt in diesem Bericht. Außerdem brauche ich noch einen guten Abschluss oder eine Überleitung in meinen jetzigen Lebensabschnitt, denn das entspannte „Vololeben“ ist nun wirklich, wirklich vorbei. Ich bin nach Frankfurt gezogen, die Stadt der Banker, des Apfelweins, der großen Häuser und Banken, des drittgrößten Wertpapierhandels der Welt, des drittgrößten Flughafen Europas, der größten Einkaufsstraße Europas, der größten Agrarischen Nutzfläche Hessens, des größten städtischen Ausländeranteils in Deutschland (1/3), des komischen Dialektes und auch leider die Stadt der Armen und Bedürftigen. Natürlich ist alles sehr interessant am Anfang, es gibt viel zu entdecken. Mittlerweile bin ich auch schon offizieller Frankfurter, umgemeldet aber ohne Personalausweis, welcher in Israel schon 2008 abgelaufen war, passiert…!
Ich wohne in einer christlichen, fünf, manchmal sechs köpfigen Jungs WG. Zusammen mit einer Frauen WG und 2 Familien bilden wir eine christliche Lebensgemeinschaft mitten im Herzen Frankfurts, mit 2 wöchentlichen Hauskreisen, Aufgabenverteilung mit Leuten aus verschiedenen Kulturen und anderen Ländern, mit verschiedenen Glaubenshintergründen- und Richtungen. Überkonfessionell, zusammengewürfelt, total verschieden und doch eins in Jesus. Eine tolle Sache die ich immer mehr schätzen lerne und anfange mit „Hagoshrim – Dienste in Israel“ zu vergleichen. Im Prinzip ist das Leben dem in Israel sehr nahe. Hauskreise, Regeln und Leitlinien, WG Leben etc. erinnert mich täglich an die letzten 2 Jahre mit Hagsohrim zurück. Hier lebe ich in meinem Dachbodenzimmer, mit meinem Bett unter dem Sternenhimmel, noch ein wenig im Chaos aber es wird besser von Tag zu Tag, nur eine halbe Stunde von Uta, meiner Freundin entfernt (welch ein Luxus), 5 min Fahrt mit der S Bahn zur Universität und einer netten Gemeinde.
Damit wäre ich beim Thema. Universität und Studentenleben. Die erste Woche als Student habe ich überstanden, es ist herrlich und macht Spaß, natürlich haut es auch schon voll rein. 2 Jahre chill- und nichts Tuerei machen sich bemerkbar, Vokabel lernen ist schwierig, die Aufmerksamkeit ist nach einer Vorlesung fast verloren und die Deutschen erscheinen mir noch immer merkwürdig. Wie sich die Leute, die Studenten vor allem, geben und präsentieren. Nach dem Motto: „Wir wissen alles, können alles und sind einfach toll!“ Täglich muss ich darüber lachen, genauso wie über die Wirtschaftsstudenten die ebenfalls im 1. Semester studieren und schon mit Anzug und Aktentasche zur Uni kommen. Herzlichen Glückwunsch. Jeder Student ist irgendwie merkwürdig, entweder total alternativ, eingebildet oder einfach nur auf einem anderem Niveau als ich, so kommt es mir vor. Dann gibt es davon auch noch fast 40.000 Studenten in Frankfurt. Häufig bete ich, dass ich mich nicht auch in eine solche Richtung entwickle, abgehoben werde, mich höher stelle, mich super toll finde, mir etwas auf mein Wissen einbilde, andere nicht mehr beachte nur aufgrund meines Status als Student. Was ist es doch für ein großes Geschenk, das wir lernen dürfen. In Deutschland nicht nur umsonst sondern wir bekommen sogar noch Unterstützung vom Staat. Erzähle so was mal ein paar Leuten in Entwicklungsländern, die werden dich vielleicht auslachen weil es für einen Witz halten.
Natürlich gibt es auch total nette Leute und wenn man die Uni und den Campus als sein Aufgabenbereich von Gott betrachtet kann man auch schon wieder ganz anders und mit viel mehr Motivation an die Sache rangehen.
Motiviert für meine beiden Fächer bin ich auf jeden Fall. Lerne ordentlich hebräisch, Praktizieren kann ich es hier in Frankfurt auch ganz gut. Überall gibt es Israelis und Juden. Erst heute in der Schwimmhalle haben wir eine Familie aus Israel getroffen, letzte Woche waren auf einem Konzert von Idan Raichel fast ausschließlich nur hebräisch sprechende Menschen, es gibt die zweitgrößte jüdische Gesellschaft hier in Frankfurt mit großer Synagoge und israelischen Lebensmittelläden. Ich bin so motiviert, dass ich mir alle Termine, Übungen und Vorlesungen raus geschrieben habe und auch am Anfang alle besuchen wollte, solang es zeitlich möglich ist. So saß ich in einer Vorlesung über die Mishna. Komischerweise kannte ich niemanden. Keiner der Leute aus dem Kurs kam mir bekannt vor, alle die mit mir im Hebräischkurs saßen waren wohl zu spät oder fanden den Raum nicht, das war mir in 2 Tagen auch schon 2-mal passiert. Die Professorin kannte ich auch nicht, doch sie begann sofort mit ihrem Vortrag. Sie stellte sich kurz vor. Ich kam dann kaum mit weil sie so schnell war und so viel an die Tafeln schrieb. Sie schrieb immer mehr an, erklärte nebenbei, empfahl uns Bücher und machte Lust auf mehr. Irgendwann viel mir auf das sie bei einem hebräischen Wort einen Fehler gemacht hatte und ihn wohl keiner bemerkte und alle ihn abschrieben. Ich weiß auch nicht, automatisch oder intuitiv korrigierte ich sie und sagte, dass es so nicht stimmt. Die Worte kamen mir so schnell über die Lippen, dass ich erst danach merkte wie unhöflich ich mich wohl grade ausgedrückt hatte. Sie drehte sich mit ernstem Gesichtsausdruck zu mir um und betrachtete mich. Ein paar Leute lachten bereits. Ich wies sie erneut auf ihren Fehler hin, welcher eigentlich überhaupt nicht schlimm war. Sie wischte den einen einzigen falschen Buchstaben weg und schrieb den richtigen anstatt dessen hin. Dann wurde es mir Schlagartig bewusst was ich grade gemacht hatte und was die ganzen Leute im Raum jetzt dachten. Ich hatte schon vorher festgestellt, dass ich nicht im Anfängerkurs saß sondern die meisten Leute um mich herum ganz im Gegenteil kurz vor ihrem Examen standen. Ich war in einem vorgeschrittenen Kurs. Als die Professorin mich fragte wer ich sei und was ich in ihrem Kurs mache, sagte ich nur, dass ich im 1. Semester Judaistik sei. Alle lachten. Sie erwiderte: „Aber sich benötigen das Hebraicum um an dem Kurs teil zu nehmen und da sie noch keines haben dürfen sie nicht am Kurs teilnehmen, oder haben sie schon ihr Hebraicum?“ Ich antwortete nur: „Nein, ich habe kein Hebraicum!“ Alle um mich herum lachen noch mehr.
Ich verstand die Situation langsam. Nun ja, jetzt hatte ich als 1. Semester, an meinem 3. Tage an der Uni, in einem Kurs für Studenten der Judaistik die kurz vor Examen im letzen Semester stehen, ohne Hebraicum, die Professorin, welche mitten im Vortrag war und hebräische Texte der Mishna auseinander nahm ich einfach so in ihrem Vortrag mal unterbrochen, und das auch noch auf eine nicht besonders nette Art. Die Professorin muss sich wohl gedacht haben: „Wer ist dieser Kerl, warum unterbricht er mich und was hat der in meinem Kurs zu suchen? Was war ich froh, dass sie wenigstens wirklich einen Fehler gemacht hatte, sonst wäre es noch peinlicher geworden. Der Vortrag war erstmal unterbrochen. Am Ende der Vorlesung hatten wir beide noch ein Gespräch. Nun darf ich, obwohl ich noch im 1. Semester stehe und kein Hebraicum habe trotzdem ihren Kurs besuchen, ob es mir angerechnet wird weiß ich noch nicht aber allein aus Prinzip muss ich da jetzt einfach noch mal auftauchen. Sie meinte, dass wenn ich alle ihre Aufzeichnungen verstehe, die hebräischen Vokabeln abschreiben kann und mitkomme im Stoff hat sie nichts dagegen, denn so sagte sie mir am Schluss: „ So haben wir das früher auch immer gemacht, uns in irgendwelche Vorlesungen gesetzt und so am meisten gelernt. Warum das heute nicht mehr erlaubt ist weis ich auch nicht!“
Haha, was war ich erleichtert und froh das es ein glückliches Ende genommen hat. Jetzt darf ich neben den ganzen anderen interessanten Dingen die ich lerne auch noch einen extra Kurs belegen und noch mehr lernen. Gott ist so gut, dass er aus solchen blöden Situationen in die wir uns selbst reinreiten noch immer so was Tolles entstehen lässt. Ohne Gott wären wir echt verloren, nicht nur an der Uni. Gut das Er immer dabei ist.

Thomy, wie er sein Leben genießt :-)

Samstag, 4. September 2010

Abschied am Flughafen


Letztes Bild aus Jerusalem, ich und mein Traumauto. Natürlich nur wegen dem National Reserve Abzeichen hinten auf dem Heck.

Ich sitze jetzt hier am Flughafen und genieße die letzten 40 min Israel die mir noch bleiben, und natürlich das Drahtlosnetzwerk des Ben Gurions. Es hat im Endeffekt alles ganz gut geklappt. Ich kam dieses mal zwar pünktlich am Flughafen an (ja ich habe vom letzten mal gelernt, wer nochmal nachlesen will was damals passierte kann dies gerne hier auf dem Blog unter Januar 2010 tun.) aber so voll wie heute Abend habe ich den Ben Gurion Flughafen noch nie gesehen. Unglaublich die Leute standen fast bis nach draußen. Ich wurde dann erstmal ordentlich ausgefragt und bekam das erste Mal seitdem ich von Israel fliege Probleme wegen meiner ägyptischen und jordanischen Stempeln. Nachdem ich 100-mal versichert hatte keine arabischen Freunde dort zu haben und auch keine arabischen Produkte nach Deutschland einzuführen wurde ich endlich durchgelassen. Außerdem glaubte mir niemand, dass ich kein arabisch spreche. Ich Depp habe 2 Wörter auf arabisch gesagt nachdem ich gefragt wurde ob ich arabisch spreche und danach wurde ich richtig auseinander genommen. Auch die Frage ob ich mit Arabern in kontakt war finde ich überflüssig. Ein Fünftel der Bevölkerung Israels ist arabsich. Naja, so ist das eben. Das ganze dauerte schon ewig lange. Ich dachte mal wieder ich verpasse den Flug. Doch das viele beten (ich hatte ja sehr viel Zeit dazu) half. Ich bekam dieselbe Sicherheitsfrau wie Uta ein Tag vor mir. Diese fand es sehr amüsant, dass Uta und ich fast identisches Gepäck hatten. Leider nahm sie auch bei mir die Munition und Gewehrkugeln aus meinem Rucksack. Schade. Aber dafür musste ich an den anderen Sicherheitkontrollen nicht anstehen. Ich hatte eine 5 auf meinem Gepäck. Es gibt das Gerücht das dies die Sicherheitstufe darstellt, es gibt 1-6. Auf meine Frage, ob dies wirklich so wäre, wich sie mir aus mit den Worten:“ Darauf darf ich dir nicht antworten!“ Auf jeden Fall ließ ich so eine riesige Schlange hinter mir und durfte mein Gepäck direkt an einem extra Schalter abgeben. Der gefährliche Thomy wurde extra behandelt da er ja was weiß ich was im Rucksack mitführen könnte. So viel zu der Sicherheitstufe, dass es nur ein Gerücht wäre. Mein „Danger Mines“ Schild kam erstaunlicherweise durch. Ein bisschen peinlich war es schon an allen vorbei zu gehen, dass auch noch mit meinen eigenen Sicherheitsdamen. Jeder guckte einem neidisch hinterher, denn die meisten Leute warteten schon fast 2 Stunden dort. Nun sitze ich also hier, glücklich und zufrieden und freue mich wirklich auf Deutschland. Es war eine durchgehend gesegnete Zeit bis zum Ende hin wie eben beschrieben, für die ich Gott sehr dankbar bin. Ups, jetzt wird gerade das Gate gewechselt, ich muss wohl Schluss machen und den Leuten hinterher.
Noch schnell zum Abschluss. Die beiden Bilder in diesem Eintrag verdeutlichen wohl sehr gut wie ich mich fühle und unterstreichen meiner Meinung nach den folgenden Bibelvers aus Johannes 14,27. Dort spricht Jesus:

Zum Abschied gebe ich euch den Frieden, meinen Frieden, nicht den Frieden, den die Welt gibt. Erschreckt nicht, habt keine Angst!

Wenn ich mir den Sonnenuntergang ansehe dann verschwinden alle Sorgen und ich habe wirklich Frieden. Das erste mal hab ich geheult wie ein Schlosshund als ich nach Deutschland zurück musste. Jetzt darf ich hier sitzen und auf eine tolle Zeit zurückblicken aber mich gleichzeitig auch auf die Zukunft freuen, welche Gott schon so perfekt geplant hat. Wer es nicht weiß, ich ziehe jetzt nach Frankfurt und werde dort Judaistik und Archäologie des vorderen Orients studieren. Mal sehen was auf mich zukommt. Auf jeden Fall ist die Israelzeit und das sorglose Volontärsleben jetzt wirklich vorbei, was aber auch gut ist.

So bleibt mir nur zu danken, all den lieben Leuten die mich unterstützt haben im Gebet. Ingrid, Nicole und Olga die mich hier ertragen haben ;-) Alle neuen Leute die ich hier kenne lernen durfte und nun schon wieder zurücklassen muss. Und natürlich Jesus für die geniale, aber auch manchmal anstrengende Zeit hier.

Damit ist dieser Blog nun offiziell beendet. Ich kann ich Frieden gehen ;-) haha ein guter Abschluss wa...?!

Donnerstag, 2. September 2010

64° am toten Meer - Ein Gedi

Ein Gedi, wie ich es wohl vermissen werde.
So heiß hatte ich es wirklich noch nie. Schaut euch das Video an. Wirklich kein Scherz. Heute am 02. September 2010 gegen 9.00 Uhr früh waren es am toten Meer in Ein Gedi sagenhafte 64°.
Trotzdem habe ich mein letztes mal Ein Gedi genossen, lag wohl daran das Uta mit dabei war.

Mittwoch, 1. September 2010

Only Israel - by Yedida Freilich

Ein sehr ausdruckstarkes Musikvideo. Die Frau ist klasse, singt gut und nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit dem was sie sagt trifft sie den Nagel wohl auf den Kopf. Grade gestern war wieder ein Anschlag bei dem vier Israelis umkamen. Mal sehen wie es weitergehen wird…http://www.youtube.com/watch?v=OaGHUZ-8DWw

Wenn das Video nicht funktioniert oder abgeschnitten ist einfach hier auf den Link klicken.

Mittwoch, 25. August 2010

Johannes

Da ich irgendwie kaum Zeit habe zum schreiben habe ich ein paar Bilder hochgeladen von der Zeit wo Johannes hier war. Wir sind ein wenig rumgekommen und haben unsere Zeit zusammen sehr genossen. Geschichten gib's viele zu erzählen. Leider, wie gesagt habe ich keine Zeit euch alles auf zu schreiben. Daher müsst ihr euch mit ein paar Fotos zufrieden geben. Vielen Dank an alle die Hanni diesen Urlaub ermöglicht haben. Wir hatten sehr viel Spaß, wie man sehen kann.
Gruppenbild im See Genezareth
Schneeschieber aufm Hermon
Autotour durchn Golan
Skigebiet im Hermongebirge
Ortseingangsschild Jerusalem, von Bethlehem aus
Strand in Tel Aviv (missglückter Surfversuch)

Bunker auf dem Hermon

Urlaub mit Judith und Susanna (Abendessen bei Kfar Blum)

Beachball, traditionell israelisch ;-), immer dabei
Entspannen am Kineret / See Genezareth bei gefühlten 50°
Baden am Jordan
Mietwagentour durch den Norden mit Felix
Fallschirmspringen bei Herzeliya
Kibbutz bei Haifa
leere und lange Straße im Golan
Jonafisch in Akko
Appoloniafestung bei Herzeliya
Unser Zimmerchen das wir Milchbubis geteilt haben
Pool bei Ezra im Kibbutz Ein Charod
Dizengoffsquare in Tel Aviv (für Papa)
Zedekiah's Höhle in Jerusalem mit Ex-Volo's
Mittelmeer bei Hadera (Israels schönster Strand)
Basketballspielen in Petah Tiqwa

Panorama vom Hermon
Shabbatessen bei Hanni's in Berlin enstandenem Kontakt
Felswand in Jerusalem bei einer kleinen Nachwanderung
Internet nutzen, Wäsche waschen und entspannen auf der Dachterasse im Alyn.

Mittwoch, 18. August 2010

Gruß zur Diamantenen Hochzeit

Da Johannes und ich beide nicht zur Diamantenen Hochzeit unserer Großeltern kommen konnten, haben wir ihnen einen kleinen Gruß hier aus Israel gesendet.

Zum anschauen des Videos in voller Größe einfach auf den Link hier unten klicken!http://www.youtube.com/watch?v=SlLJqn3VQBQ

Montag, 2. August 2010

Tempel - Felsendom - Endzeit

Der Felsendom, wohl das meist fotografierteste Gebäude der Welt. Er sieht schon auch ganz nett aus. Die Kuppel wies früher ein schwarzes Bleidach auf; erst 1963 bekam sie mit Blattgold behämmerte Aluminiumbronzeplatten. 1993 ließ König Ḥusain von Jordanien sie durch gold-galvanisierte Platten ersetzen (Quelle Wikipedia).
Auch wir haben es genossen am 3. heiligsten Ort der Moslems unsere Späßchen zu treiben. Der andauernde Konflikt ob nun der Felsendom den Platz des Tempels besetzt, oder der neue Tempel nun bald den Felsendom ersetzt ist wie gesagt schon etwas länger in Diskussion. Ich lese grade mal wieder die Offenbarung und finde es auch wieder spannender als je zuvor. Ist ein dritter Tempel wirklich biblisch und in der Zukunft von Nöten? Die Meinungen gehen sehr weit auseinander, auch in christlichen Kreisen. Andere beschäftigen sich andauernd mit dem WANN! Wann wird es passieren, einige denken in sehr naher Zukunft andere haben gedacht das Jahr 2000 wird das Jahr der Entrückung etc. Die Juden auf jeden Fall leben mit einer sehr starken Messiaserwartung. Auf manchen Einladungen, vielleicht der einer Hochzeit in den nächsten 2 Monaten, wird beispielsweise das Datum der Feierlichkeiten mitgeteilt, mit dem Zusatz: „Falls der Messias in dieser Zeit nicht wiedergekehrt ist!“ Mich hat es mal interessiert und ich habe mir die Mühe gemacht ein paar Meinungen zusammen zu stellen.
Es heißt, dass man den dritten Tempel im heiligen Land aufbauen wird, auf der Stelle der Al-Aksa Moschee und des Felsendoms. Anscheinend soll es wohl auch ein nebeneinander Existieren beider Gebäude geben können. Spekulation, Wahrheit, Annahme...ich teile euch nur mit was ich hier so mitbekomme. Bei folgendem Foto was ich auf den Dächern der Altstadt gemacht habe musste ich daran denken: "Leben wir schon in den letzten Zügen der Endzeit?" Denn der Felsendom hat schon etwas an seiner Pracht verloren ;-) der gesamte Unterbau ist zur Blechhütte geworden, hahaha. Hoffentlich habe ich keine strengen muslimischen Besucher unter meinen Lesern! Es ist natürlich nur ein Witz.
Doch wie sah es aus damals, wird es in Zukunft aussehen? Ein paar Bibelstellen mit Auslegung dazu. Wie gesagt alles allgemein verbreitete Meinungen.
Angeblich soll mitten in Israel ein Israeli zur Welt kommen der sich bald als Messias behaupten wird. Ein Messias der die Medien und die Instrumente dieser bösen Welt nutzen wird. Ein Messias aus Fleisch und Blut. Er wird viele irreführen in Israel und der Welt, viele Juden werden ihn anerkennen als ihren Messias und ihn erheben im Land. Er wird sitzen im Tempel und sich Gott nennen. Der Prophet Daniel sagt, dass der Antichrist von dem Reich kommt, das die Stadt Jerusalem und den Tempel zerstört hat: „…die Stadt und der Tempel werden durch das Heer des kommenden Herrschers verwüstet…“ (Daniel 9:26). Das geschah 70 n. Chr. durch die römischen Legionen unter dem Kommando von Titus. Das kündigte auch Jesus schon an: Als Jesus den Tempel verließ, traten seine Jünger zu ihm, um ihm die Bauten des Tempels zu zeigen. Er aber sagte:`` Von allem, was ihr hier seht, wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerstört würde.``
Daniel sagt, dass dieser kommende Herrscher ein 7 jähriges Bündnis zwischen Israel und den ‚Vielen’ bestätigen wird (Daniel 9:27), das eine Periode des Friedens und der Sicherheit für Israel bringen wird. Einige sehen in diesem Bündnis ein bestehendes aber auch ein fehlgeschlagenes 7 jähriges Bündnis, das Israel und das wieder entstandene Römische Reich und die „Viele“ beinhaltet. Es ist das Oslo Bündnis, das zwischen Israel und Yasser Arafat im Namen der palästinensischen Bevölkerung und unter Aufsicht von Europa (welches fast genau die gleiche Fläche des damaligen Römischen Reiches ausmacht) ausgehandelt wurde und ursprünglich 7 Jahre lief. Die „Land für Frieden“ Formel des Oslo Bündnisses bleibt die Grundlage, auf welcher ein zukünftiges Bündnis gebildet wird. Alle Bemühungen gründeten sich seither auf den Anstrengungen von Oslo.
Wenn das Bündnis von Daniel einmal bestätigt ist, wird der Tempeldienst wieder aufgenommen, was bedeutet, dass Israel vorher wieder Besitz über den Tempelberg erlangt hat. Wir wissen, dass der Tempeldienst wieder aufgenommen werden muss, weil der Antichrist in der Hälfte der Drangsal den Tempeldienst verbieten wird.
In 2. Thessalonicher 2,1-12 ist die Rede davon, dass sich der Mensch der Sünde, der Mensch der Gesetzlosigkeit in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Er wird viele Menschen durch große Zeichen und Wunder blenden. Dies ist eine Parallele zu Offenbarung 13, wo auch davon die Rede ist, dass das Tier aus dem Meer, der Antichrist, und das Tier aus dem Abgrund, sein falscher Prophet, eine neue Religion errichten und dass alle, die nicht im Lebensbuch des Lammes geschrieben sind, durch die Propaganda des falschen Propheten vermittelt, den Antichristen anbeten werden.
3 ½ Jahre nachdem Israel den Tempeldienst wieder aufgenommen hat, wird der Tempeldienst vom Antichristen verboten. Das ist der Beginn der „grossen Drangsal”,während der ¾ der Weltbevölkerung durch Plagen und Gerichte umkommen. Es gibt einige Christen, die glauben, dass wir bereits in den ersten Zügen der Drangsal sind und dass der ehemalige Führer der EU, Javier Solana, der Antichrist ist (bzw. das er der Antichrist war, genauso wie Barack Obama auch als Antichrist bezeichnet wird, genauso wie Adolf Hitler und viele andere schon als Antichrist bezeichnet wurden, nur mal so zwischen den Zeilen!). Dazu müsste Israel aber in Frieden und Sicherheit leben. Das Bündnis müsste bereits in vollerKraft sein. Die Juden in Israel müssten im Besitz des Tempelberges sein, und die jüdischen Priester müssten im Tempel wieder Opfer darbringen. Doch das Bündnis wurde noch nicht bestätigt, Israel lebt wie man feststellen kann nicht in Friede und Sicherheit und der Tempeldienst wurde noch nicht wieder aufgenommen.
Ein kleiner Videobeitrag in Englisch zum Thema dritten Tempel. Einfach hier auf dem Blog schauen oder auf den Link klicken. http://www.youtube.com/watch?v=O9UmYO0EtfU
Es finden sich unterschiedliche Deutungen im Hinblick auf den Tempel, in den sich der Antichrist setzt. Die einen sagen, es sei ein wirklicher Tempel, der in Jerusalem wieder gebaut wird. Dafür gibt es tatsächlich Vorbereitungen von etlichen orthodoxen Juden, die schon den Grundstein sowie weitere Steine, Geräte, Priestergewänder usw. hierfür vorbereitet haben und den Grundstein bereits legen wollten. Schaut euch dazu das kleine Video an! Von dem im Film erwähnten Tempelinstitut in Jerusalem kommen die meisten Bilder.
Für 2 Millionen Dollar neu erstellte Menora im jüdischen Viertel, echter Goldüberzug, für den kommenden Tempeldienst.
Gegen eine bloß symbolische Deutung dieses Tempels etwa als "christliche Gemeinde", spricht zum Beispiel der Hinweis auf die Wiedereinführung und Abschaffung des jüdischen Opfers im Heiligtum (Dan 9,27). Es handle sich um einen heidnischen "Göttertempel", etwa den jetzigen islamischen Felsendom (?), spricht ebenfalls die Tatsache, dass das jüdische Opfer wieder eingeführt und abgeschafft und der Tempel ausdrücklich als Tempel "Gottes" bezeichnet wird.
Aufbau eines Modell des Herodiansichen Tempels auf einem Dach im jüdischen Viertel der Altstadt mit dem Felsendom im Hintergrund.
Kurzer Einschub. Also doch kein nebeneinander Extstieren der Weltreligionen in Jerusalem? Ich bin nach meinen Ausführungen selber ein wenig verwirrt. Wird das Stadtbild Jerusalems wirklich mal so oder ähnlich aussehen? Genaue Anweisungen für einen Tempel, vielleicht der dritte, finden wir nämlich schon in Hesekiel.
Spekulationen hin und her. Die Entrückung könnte morgen stattfinden und die Drangsal könnte immer noch zehn oder mehr Jahre in der Zukunft liegen. Wer weiß das außer Gott selbst? Darum haben wir Christen nicht den Auftrag, auf den Antichrist zu warten. Die Bibel gibt uns Hinweise über das Kommen des Antichristen, damit wir wissen, dass wenn sich die Anzeichen verdichten, dass der Antichrist bald auftritt, der Zeitpunkt unserer Erlösung vor der Tür steht. Die Drangsal ist nahe. Darin bestehen wohl keine Zweifel. Was bedeutet das im Klartext für uns Christen? Es bedeutet, dass die Entrückung noch näher ist. „Wenn ihr die ersten Anzeichen von alledem bemerkt, dann richtet euch auf und fasst neuen Mut: bald werdet ihr gerettet!“ (Lukas 21:28)
Tempelmodell zur Zeit Jesu.
Jesus sagt dazu folgendes in seiner Endzeitrede in Matthäus 24.
Als er aber auf dem Ölberg saß, traten die Jünger allein zu ihm und sprachen:`` Sage uns, wann wird dies geschehen? Und was ist das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Welt?`` Jesus antwortete:`` Gebt acht, daß euch niemand verführt ! Denn viele werden in meinem Namen kommen und sagen :` Ich bin der Messias´ und werden viele irreführen. Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten höre. Gebt acht erschreckt euch nicht, denn es muss so kommen, aber es ist noch nicht das Ende. Dann erheben wird sich Volk und Reich gegen Reich, und es werden da und dort Hungersnöte und Erdbeben kommen. Dies alles aber ist erst der Anfang der Not. Dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt bis jetzt keine gewesen ist und ist und auch keine sein wird. Wenn nicht jene Tage abgekürzt würden, würde kein Lebewesen gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werde.``
Gut das Jesus alles unter Kontrolle hat und wir uns keine Sorgen machen müssen, wann, wo, was und wie es passiert. Und das die Gnade dem berechtigten Zorn überwiegen wird, wie wir ja lesen können. Baruch haShem!

Samstag, 24. Juli 2010

Wüstentour - Ramonkrater

Wer Lust hat ein bisschen über unsere Tour und den Hintergrund der Bilder zu erfahren kann gerne hier auf den Link zu Dominiks Blog klicken und ein wenig darüber lesen und Bilder anschauen. Wir haben beide nicht viel Zeit endlos zu berichten (wir haben viel erlebt), Dominik hat es aber wenigstens geschafft ein paar Bilder hochzuladen. Hier der Link, viel Spass.
http://domiinisrael.wordpress.com/

Dienstag, 13. Juli 2010

Bombenalarm

Letztens war ich auf den Weg zur Central Bus Station. Wie immer wenn man in Eile ist kommt einem dann etwas in die Quere. Dieses Mal war es kein verspäteter Bus, keine lahme Kassiererin oder kein großer Stau. Genau an der Central Bus Station wurde ein verdächtiges Objekt gefunden. Sofort waren alle Straßen gesperrt, die umliegenden Häuser evakuiert und ein Spezialeinsatzkommando vor Ort.
Es bildete sich sofort ein Stau und Menschenauflauf. Die Leute standen gebannt an den Absperrungen, viele regten sich auf, dass sie zu spät kämen. Ich machte ein paar Fotos und war ebenso sehr gespannt was passieren würde. Ein in Schutzkleidung eingepackter Bombenentschärfer ging zu dem verdächtigen Objekt. Ein anderer rollte die Technik aus.
Natürlich hoffte ich, dass alles ohne Probleme ablaufen würde aber insgeheim hätte ich mich auch über einen kleinen Knall ohne Verletzte gefreut. Gott sei es gedankt, es passierte nichts. Ich konnte auch nicht sehen ob es nun eine Bombe oder etwas anderes war was gefunden wurde. Auf jeden Fall war es aufregend und ich weiß nicht woher dieses Gefühl kommt, dass ich unbedingt mal so etwas miterleben will. Das ist eigentlich totaler Schwachsinn.
Wie froh und dankbar kann man sein das es im Moment in Israel so ruhig ist und schon so lange nichts mehr passiert ist. Viele sagen leider, dass es das tiefe Luftholen vor einem erneuten Krieg sei. Das klingt vielleicht dumm, aber ich habe das schon sooft in letzter Zeit von so vielen Leuten gehört, die sich darüber ernsthafte Sorgen machen. Wie muss es sein in einem Land auf zu wachsen, welches noch nie ein Jahrzehnt ohne Krieg verlebt hat? Ich bin nur Gast hier für eine festgesetzte Zeit und würde gerne mal ein wenig „Action“ erleben. Verurteilt mich für diese Aussage, aber ich weiß auch nicht woher solche Gefühle bei mir kommen. Auf jeden Fall ist es Schwachsinn was ich da denke, das weiß ich. Trotzdem denke ich so was, keine Ahnung warum. So schnell wie das Einsatzkommando da war, verschwand es auch wieder. Ich bekam meinen Bus und alles war gut.
Leider ist ein solches Erlebnis hier nichts Besonderes. Klar ist schon lange nichts mehr passiert, aber es liegt wohl nicht daran, dass es niemand mehr probiert sondern die Israelis immer besser in der Bekämpfung und dem Verhindern solcher Anschläge werden. Eine andere Geschichte die das vielleicht ein wenig verdeutlicht ist einem Volontär von Hagoshrim passiert. Er vergaß seinen Rucksack in dem seine Bibel war in der Innenstadt. Als es ihm ein paar Minuten später auffiel, rannte er zurück. Leider kam er zu spät, denn in diesem kurzen Zeitraum war die Stelle vollkommen abgeriegelt worden und er sah nur noch einen Roboter auf seinen Rucksack zu fahren. Er versuchte noch zu rufen und sie davon abzuhalten, Se Ha Tanach, Se Ha Tanach (Das ist die Bibel, das ist die Bibel) rief er und auch das brachte nichts. Der Roboter schoss auf seinen Rucksack und zerfetzte seine Bibel. Glücklicherweise konnte er seinen Kram danach einfach mitnehmen und ohne irgendwelche Folgen davonziehen. Wie teuer so ein Einsatz wohl ist? Hier ein kleines Video aus einer Dokumentation wo in Tel Aviv ebenfalls eine Bombenwarnung eingeht und ein Kamerateam den Einsatz filmen durfte. Schaut euch den Ausschnitt vom Film an!
Ich denke wir können es einfach nicht richtig nachvollziehen wie es zu Kriegszeiten im Land aussah. Erst letztens wurde mir wieder eine Geschichte erzählt, von einem Juden der ohne Schutzweste und Stahlhelm nicht zu seinem Haus fahren konnte. Unglaubliche Schicksale, Leid, Vertreibung und Schmerz über Verluste gibt es auf beiden Seiten der Konfliktparteien. Leider wird das all zu oft nicht klargestellt!
Wie kann man hier leben? Ich genieße es als vorübergehender Gast aber wirklich hier zu leben mit der ständigen Gefahr? Hmm...